01.07.2026
Weniger sitzen könnte Schwangerschaftsrisiken verringern
Grundsätzlich wird werdenden Müttern empfohlen, während der Schwangerschaft sportlich aktiv zu sein. Eine US-Studie zeigt nun, wie selbst körperliche Aktivität geringer Intensität mit einem gesunden Schwangerschaftsausgang zusammenhängen kann.
Bisher wurden die Zusammenhänge zwischen Sitzen sowie körperlicher Aktivität geringer Intensität (Stehen, Gehen) und Schwangerschaftskomplikationen (z.B. Mangelgeburt, Frühgeburt, Schwangerschaftshochdruck) kaum untersucht. Dr. Bethany Barone Gibbs von der Universität von West Virgina und ihr Team gingen zwischen 2021 und 2026 der Frage nach, inwieweit Sitzen, Stehen, Gehen und die tägliche Schrittzahl sich auf das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen auswirken.
Hierzu rekrutierte das Forscherteam 470 werdende Mütter vor der 13. Schwangerschaftswoche. Alle Frauen erhielten Aktivitätstracker, die am Oberschenkel befestigt und bis zur Entbindung getragen wurden.
Die Teilnehmerinnen wurden anhand ihrer Aktivitätsmuster während der Schwangerschaft in Gruppen eingeteilt, und zwar hinsichtlich Sitzverhalten (Kurzzeit-Sitzer mit Phasen < 60 Minuten und Langzeit-Sitzer mit Phasen von ≥ 60 Minuten), körperliche Aktivität geringer Intensität (Stehen, Gehen) und der täglichen Schrittzahl. Anschließend verglich das Team, wie häufig bei den verschiedenen Aktivitätsmustern Schwangerschaftskomplikationen auftraten.
Gut für Mutter und Kind: kurze Sitzzeiten und viel gehen
Die Teilnehmerinnen waren im Schnitt 31 Jahre alt, verbrachten im durchschnittlich 10 Stunden im Sitzen und brachten es im Mittel auf 6.783 Schritte am Tag.
Kurzzeit-Sitzer hatten nur halb so häufig Schwangerschaftskomplikationen als Langzeit-Sitzer. Entsprechend hatten Frauen, die mit geringer Intensität viel auf den Beinen waren, nur halb so häufig Schwangerschaftskomplikationen. Die Gruppe mit den höchsten Schrittzahlen hatte damit auch am wenigsten Mangel-, Frühgeburten und Schwangerschaftshochdruck.
Schlussfolgerungen
Bei Schwangeren war bereits weniger Sitzen in Verbindung mit mehr leichter körperlicher Aktivität und einer höheren Schrittzahl mit einem signifikant geringeren Risiko für ungünstige Schwangerschaftsausgänge verbunden. Die Optimierung von Aktivitätsmustern mit geringerer Intensität sollte daher als Strategie zur Verbesserung der Schwangerschaftsgesundheit gründlich untersucht werden.
Quelle: Barone Gibbs B, Kim J, Gallagher J, et al. Adverse Pregnancy Outcomes and Sedentary Behavior, Light-Intensity Physical Activity, and Daily Steps. JAMA. Published online May 27, 2026. doi:10.1001/jama.2026.6986


