14.04.2015
Vierlinge mit über 60 Jahren - große Risiken für Mutter und Kinder
Vierlingsschwangerschaften sind extrem selten. Sie sind in jedem Alter mit erheblichen Risiken und Gefahren für Mutter und Kinder verbunden.
Vierlingsschwangerschaften sind extrem selten. Sie sind in jedem Alter mit erheblichen Risiken und Gefahren für Mutter und Kinder verbunden.
Für die Kinder sind besonders die folgenden Faktoren von Bedeutung:
Über die Plazenta müssen nicht ein Kind versorgt werden, sondern vier. Das kann für jedes einzelne der Kinder bedeuten, dass es nur knapp mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt wird und dass seine Entwicklung beeinträchtigt ist.Die sogenannte fetale Programmierung durch die Mangelernährung bringt ein lebenslanges Risiko für Herzkreislauferkrankungen, Bluthochdruck und das metabolische Syndrom für die Kinder mit sich.Der begrenzte Raum in der Gebärmutter schränkt die Möglichkeiten für das Wachstum erheblich ein.Die Gebärmutter wird durch die vier Babys erheblich gedehnt. Deshalb kann sich bereits sehr früh der Gebärmutterhals öffnen, und es können Wehen einsetzen.Wenn es den Geburtshelfern gelingt, eine Fehlgeburt zu vermeiden und die Schwangerschaft zu erhalten, gelingt es dennoch nie, die Schwangerschaft so lange zu erhalten, bis die Vierlinge völlig reif entwickelt sind. Vierlingsschwangerschaften werden - entweder durch einen Kaiserschnitt oder durch einen spontanen Geburtsbeginn - im Durchschnitt bereits nach 31 Schwangerschaftswochen beendet. Damit gelten die Babys als Frühgeborene, meist zusätzlich mit einem für ihr Entwicklungsalter zu niedrigen Geburtsgewicht, müssen für mehrere Wochen in der Klinik bleiben, haben ein erhöhtes Risiko für Hirnblutungen, für Lähmungen, Seh- und Hörschäden und für eine verzögerte Entwicklung durch die gesamte Kindheit hindurch und sind auf Dauer krankheitsanfälliger als reif geborene Einlinge.Zusätzlich besteht die Gefahr, dass wegen der Mangelversorgung einer oder mehrere der Mehrlinge in der Gebärmutter sterben.Für die Mutter sind folgende Faktoren von Bedeutung:
Durch die Vierlinge wird die Gebärmutter viel stärker gedehnt als durch Einlinge oder Zwillinge. Deshalb droht die Gefahr der Überdehnung der Gebärmutter - die Folge können schwere Blutungen nach der Lösung der Plazenta sein. Die Plazenta produziert Hormone, die die Schwangerschaft aufrecht erhalten, die aber auch das Risiko für Thrombosen erhöhen. Da bei Vierlingen erheblich mehr Schwangerschaftshormon produziert wird als bei Einlingen, steigt auch das bei einer alten Frau schon hohe Thromboserisiko.Außerdem ist bekannt, dass auch das Risiko für Bluthochdruck und für Schwangerschaftsdiabetes bei Mehrlingsschwangerschaften steigt.Es ist ausgeschlossen, dass Vierlinge reif geboren werden. Frühgeborene brauchen auch nach der Entlassung aus dem Krankenhaus eine intensive Pflege und Fürsorge. Bei Vierlingen bedeutet das für die Mutter und die ganze Familie eine erhebliche körperliche und psychische Belastung.Die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder ihre Mutter noch nach ihrem 20. Lebensjahr haben, ist gering.Eine Schwangerschaft bei einer Frau über 60 Jahre birgt folgende Probleme:
Da in diesem Alter die Eierstöcke keine Eier mehr produzieren, kann eine Schwangerschaft nur entstehen, indem eingefrorene eigene oder fremde Eizellen einer anderen Frau verwendet werden. Die Frau, die die Schwangerschaft austrägt, wäre im letzteren Fall nicht die biologische Mutter der Kinder. Eine Eizellspende ist in Deutschland verboten. Damit die Gebärmutter auf die Schwangerschaft vorbereitet wird, müssen vor Schwangerschaftsbeginn und zu Beginn der Schwangerschaft über mehrere Wochen hohe Hormondosen verabreicht werden. Diese Hormone werden deutliche Nebenwirkungen haben; trotzdem lässt sich nicht immer sicherstellen, dass die Schwangerschaft erhalten werden kann.Jede Schwangerschaft bedeutet eine erhebliche Belastung für den Körper und für den Kreislauf. Von einer Schwangerschaft in diesem Alter, die nicht spontan entstanden ist, sondern durch Samen- und Eizellspende und Hormonbehandlung herbeigeführt wurde, kann deshalb nur abgeraten werden.© BVF 2015


