08.08.2018

Steigende Zahl sexuell übertragbarer Infektionen in Deutschland

In Deutschland und Europa nehmen sexuell übertragbaren Infektionen zu. Heterosexuelle jungen Frauen haben ein erhöhtes Risiko, sich mit Chlamydien zu infizieren.

Anlässlich der 22. Internationalen AIDS-Konferenz, die vom 23. bis 27. Juli 2018 in Amsterdam stattfindet, weist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf die steigende Zahl der sexuell übertragbaren Infektionen (STI oder STD) in Deutschland und Europa hin. Betroffen sind unterschiedliche Bevölkerungsgruppen. Während sich Männer, die Sex mit Männern haben, überproportional häufig mit Syphilis infizieren, ist die Chlamydien-Infektion vor allem unter heterosexuellen jungen Frauen und Männern weit verbreitet.

Neue Präventionsformate in Sozialen-Medien sollen Zielgruppen erreichen

Die Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen sei eng miteinander verbunden. Deshalb hat die BZgA im Rahmen ihrer Kampagne LIEBESLEBEN zur Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen das Format der "Infektastischen STI" entwickelt. Dabei handelt es sich um fünf Handpuppen, die an STI angelehnte Namen tragen: Trippo Tripper, Feig Feigwarze, Chlam Chlamydie, Hepp Hepatitis, und Philis Syphilis. Diese erklären zielgruppengerecht, was sich hinter den Krankheitsbezeichnungen verbirgt, wie man sich infizieren kann und wie man sich am besten vor ihnen schützt.

Die "Infektastischen STI" informieren in Social-Media-Clips und sensibilisieren auf diese Weise eine junge Zielgruppe für das Thema. Das Präventionsformat findet große Aufmerksamkeit in den sozialen Medien. Etwa neun Millionen Menschen haben sich so im vergangenen Jahr mit den Puppen und dem Thema STI beschäftigt.

Während in Deutschland das Wissen zu HIV sehr ausgeprägt ist, sind Kenntnisse über einzelne STI und deren Symptome in der Gesamtbevölkerung gering. So zeigt die repräsentative Umfrage der BZgA "AIDS im öffentlichen Bewusstsein in der Bundesrepublik Deutschland", dass aktuell nur 16 Prozent der Frauen und nur 11 Prozent der Männer Brennen als Symptom einer möglichen STI zuordnen können. Und das, obwohl STI auch in Deutschland weit verbreitet sind.

Kostenloses Chlamydien-Screening für Frauen unter 25 Jahren

Um mögliche Risiken und Spätfolgen einer unbehandelten Chlamydien-Infektion bei Frauen zu verhindern, wie beispielsweise eine mögliche Unfruchtbarkeit, vermehrte Eileiterschwangerschaften bzw. Oberbauchbeschwerden, übernehmen die Krankenkassen einmal im Jahr die Screening-Kosten für sexuell aktive Frauen unter 25 Jahren. Im Rahmen dieses Chlamydien-Screenings ist der Urintest als Testmethode vorgeschrieben. Dieser Test ist sehr zuverlässig, das Ergebnis liegt meist in wenigen Tagen vor.

Patienteninformation zum Screening auf Chlamydia trachomatis-Infektion (vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)):https://www.g-ba.de/downloads/17-98-2509/2009-10-19-Merkblatt-Chlamydienscreening.pdf

Weiterführende Informationen zur HIV- und STI-Prävention der BZgA unter:
http://www.die-infektastischen-sti.de
http://www.liebesleben.de 
http://www.aids2018.org

Quelle: Pressemitteilung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) vom 19.07.2018 (bearbeitet durch äin-red)

Autor/Autoren: äin-red

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