26.10.2022

Seelische Wunden können Wechseljahresbeschwerden verstärken

In den Wechseljahren leiden bis zu 85 % der Frauen an körperlichen – teils auch psychischen – Beschwerden. Eine Harvard-Studie fand nun Hinweise darauf, dass traumatische Erfahrungen in jungen Jahren mit schweren Wechseljahresbeschwerden zusammenhängen können.

Mittelalte, depressiv verstimmte Frau

Dr.. Sabrina Faleschini von der Harvard Medical School und ihr Team untersuchten die Zusammenhänge zwischen psychosozialem Stress (z.B. körperliche Misshandlung) in jungen Jahren und dem körperlichen und geistigen Gesundheitszustand in der Menopause.

Für ihre Studie griffen die Forschenden auf Daten des „Project Viva“ zurück. Das Studienprojekt des Harvard Pilgrim Health Care Instituts beobachtet rund 2.200 Mütter, die zwischen 1999 und 2002 von Einlingen entbunden worden waren. Im Rahmen des Projekts sammeln und analysieren Forschende Daten über die mütterliche Ernährung und andere Einflüsse vor, während und nach der Schwangerschaft bzw. der Geburt. Die so gewonnenen Erkenntnisse sollen dabei helfen, die Gesundheit von Müttern und Kindern zu verbessern.

Harvard-Forscher befragen 682 Frauen zu Beschwerden in der Menopause

Zwischen 2017 und 2021 befanden sich 682 Frauen aus dem Projekt Viva in der Menopause. Sie beantworteten Fragen zu Wechseljahresbeschwerden (z.B. Hitzewallungen, Schlafstörungen), zum allgemeinen Gesundheitszustand sowie zu Symptomen einer Depression oder Angststörung. Diese Daten setzten die Forschenden in Zusammenhang mit Missbrauch und Armut, die die Frauen im Kindesalter oder bis zur Schwangerschaft erfahren haben.

Gewalterfahrung, sexueller Missbrauch und finanzielle Unsicherheit wirken Jahrzehnte nach

Aus den gewonnenen Ergebnissen schließt das Team um Dr. Faleschini: Psychisch belastende Erfahrungen in jungen Jahren könnten sich bei Frauen noch Jahrzehnte später auf die Gesundheit auswirken und körperliche Beschwerden und depressive Symptome in den Wechseljahren verstärken.

Quelle: Sabrina Faleschini et al, Longitudinal associations of psychosocial stressors with menopausal symptoms and well-being among women in midlife, Menopause (2022). DOI: 10.1097/GME.0000000000002056

Autor/Autoren: äin-red

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