17.10.2016

Schwangerschaftsübelkeit: Unangenehm - aber auch ein gutes Zeichen

Ein Trost für Frauen, die in der Schwangerschaft wiederholt mit Übelkeit und Erbrechen zu tun haben: Sie erleiden offenbar seltener Fehlgeburten.

Frauen, die in der Schwangerschaft wiederholt mit Übelkeit und Erbrechen zu tun haben, erleiden offenbar seltener Fehlgeburten. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die im Fachmagazin JAMA Internal Medicine erschienen ist.
US-amerikanische Forscher haben im Rahmen dieser Studie Informationen zu knapp 800 schwangeren Frauen zusammengetragen und ausgewertet. Die Daten wurden bereits relativ kurz nach der Empfängnis erhoben. Die teilnehmenden Frauen waren zwischen 18 und 40 Jahre alt und hatten bereits ein- oder zweimal eine Fehlgeburt erlitten.

Hintergrund der Untersuchung war eigentlich eine Studie zur Wirkung von Acetylsalicylsäure auf Schwangerschaft und Geburt. Zu diesem Zweck führten die Studienteilnehmerinnen bereits zu einem sehr frühen Zeitraum ihrer Schwangerschaft - von der zweiten bis zur achten Schwangerschaftswoche - ein Tagebuch über Schwangerschaftsbeschwerden. Anschließend beantworteten sie bis zur 36. Schwangerschaftswoche Fragen aus einem Fragebogen.

Über die Hälfte der schwangeren Studienteilnehmerinnen hatte innerhalb der ersten acht Schwangerschaftswochen mit morgendlicher Übelkeit zu tun. Gut ein Viertel der Frauen litt zusätzlich unter Erbrechen. Es zeigte sich im Studienverlauf, dass die schwangeren Teilnehmerinnen mit entsprechenden Beschwerden ein geringeres Risiko für Fehlgeburten hatten. Die Wahrscheinlichkeit für dieses Ereignis lag bei diesen Studienteilnehmerinnen um 50 bis 75 Prozent niedriger als bei Frauen, die im Verlauf ihrer Schwangerschaft weder unter Übelkeit noch von Übelkeit und Erbrechen litten, berichten die Wissenschaftler.

Nach Aussage der Studienautorin gilt die Ansicht, dass Übelkeit auf eine gesunde Schwangerschaft hindeutet, als gemeinhin verbreitet. Bislang mangelte es aber an aussagekräftigen Untersuchungen zu diesem Phänomen. Unbekannt sei auch die Ursache für die Übelkeit und das Erbrechen in der Schwangerschaft. Eine Theorie sei, dass sie das Ungeborene möglicherweise vor Giftstoffen und krankheitserregenden Organismen in Nahrungsmitteln und Getränken schützen könnten.

Quelle: Aponet, Fachmagazin JAMA Internal Medicine

Autor/Autoren: äin-red