09.09.2014

Schwangerschaftsübelkeit – eigentlich ein gutes Zeichen

Schwangerschaftsübelkeit tritt bei drei von vier schwangeren Frauen auf. Sie wird als Anzeichen dafür gedeutet, dass sich das Immunsystem der Mutter mit dem Immunsystem des Kindes auseinandersetzt und lernt, es zu tolerieren.

Schwangerschaftsübelkeit tritt bei drei von vier schwangeren Frauen auf. Sie wird als Anzeichen dafür gedeutet, dass sich das Immunsystem der Mutter mit dem Immunsystem des Kindes auseinandersetzt und lernt, es zu tolerieren. Dies ist eigentlich ein gutes Zeichen. „Frauen mit Schwangerschaftsübelkeit und -erbrechen erleben es meist als erleichternd, morgens gar nichts zu essen, sondern nur warmes Wasser oder einen leichten Tee zu trinken, bis die Übelkeit vorbei ist. Stark ansäuernde Lebensmittel wie Obst, Obstsäfte oder Limonaden und auch schwere, fett- und eiweißreiche Mahlzeiten werden oft als unangenehm erlebt und regen den Brechreiz an. Bei schweren Erkrankungsformen reagieren die Frauen auch auf Gerüche und Erschütterungen - wie beim „normalen" Autofahren oder Flugzeugfliegen - mit Erbrechen", so Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte.

Klinikaufenthalt nur bei schwerer Ausprägung notwendig

In der Klinik muss eine Schwangere dann behandelt werden, wenn durch das Erbrechen ein deutlicher Verlust an Flüssigkeit, Kalorien, Elektrolyten und Spurenelementen auftritt, der in den Zeiten ohne Übelkeit und Erbrechen nicht mehr ausgeglichen werden kann. „Dadurch kann es zu Gewichtsverlust, zu Schwindel und Kreislaufproblemen kommen, sowie auch einer Veränderung des pH-Werts im Blut, der sogar das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöhen kann. Besonders gefährdet sind sehr schlanke Frauen, wie Herzogin Catherine Middleton, die aktuell wegen diesen Beschwerden in einer Klinik betreut wird", erläutert der Frauenarzt aus Hannover.

In den meisten Fällen geht das Schwangerschaftserbrechen nach dem ersten Schwangerschaftsdrittel vorbei. Auch bei ihrer ersten Schwangerschaft war Catherine Middleton wegen schweren Schwangerschaftserbrechens in einer Londoner Klinik behandelt, aber nach einigen Tagen wieder entlassen worden. „Wir alle wünschen ihr eine schnelle Genesung und eine glückliche zweite Schwangerschaft", so Dr. Albring.

Autor/Autoren: äin-red