30.04.2025
Schwangerschaftsdiabetes: Muttermilch lässt Baby schneller wachsen
Ein Schwangerschaftsdiabetes birgt eine Reihe gesundheitlicher Risiken für Mutter und Kind – wie Bluthochdruck bei der Schwangeren, Frühgeburt oder zu hohes Geburtsgewicht. Eine US-amerikanische Studie konnte nun zeigen, dass die Milch der betroffenen Mütter überraschende Eigenschaften besitzt, die sich positiv auf die Gesundheit des Säuglings auswirken.
Die Auswirkungen von Schwangerschaftsdiabetes auf die Zusammensetzung der Muttermilch sind weitgehend unbekannt. Dr. Emily Nagel von der Universität von Minnesota und ihr Team untersuchten, wie die Muttermilch nach Schwangerschaftsdiabetes zusammengesetzt ist und inwieweit sich dies auf Wachstum und Körperzusammensetzung der Säuglinge auswirkt. Als Grundlage dienten die Daten von 348 stillenden Mutter-Kind-Paaren aus der MILK- (Mothers and Infants Linked for Healthy Growth) und der 4M-Studie (Maternal Milk, Metabolism, and the Microbiome).
Milch nach Schwangerschaftsdiabetes unterscheidet sich von „normaler“ Muttermilch
53 der 348 Mütter hatten Schwangerschaftsdiabetes (= Gestationsdiabetes, „GD“). Einen Monat nach der Entbindung wurde die Milch der Frauen analysiert. 9 von 458 Milchbestandteilen unterschieden sich deutlich bezüglich ihrer Konzentration in der GD-Milch von der „normalen“ Muttermilch. Sechs Monate nach der Geburt, wurden die Säuglinge ausgemessen. Es zeigte sich: Mit GD-Milch gestillte Säuglinge wuchsen im Schnitt schneller in die Länge, setzten weniger Körperfett an und waren seltener fettleibig.
Schlussfolgerungen
Das Forscherteam sieht deutliche Unterschiede in der Milchzusammensetzung zwischen Müttern mit und ohne Schwangerschaftsdiabetes. Zudem besteht ein gesundheitlich positiver Zusammenhang zwischen der GD-Milch sowie dem Längenwachstum und der Körperzusammensetzung der Säuglinge.
Anmerkung der Redaktion
Bestätigen sich die Ergebnisse dieser Studie, empfiehlt es sich für Mütter mit Schwangerschaftsdiabetes doppelt, ihr Baby möglichst lange zu stillen. Zum einen könnte der Säugling von einem stärkeren Längenwachstum und einer gesünderen Körperzusammensetzung profitieren. Zum anderen reduziert eine lange Stillzeit das Risiko der Mutter, später einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln.
Quelle: Nagel EM, Peña A, Dreyfuss JM, et al. Gestational Diabetes, the Human Milk Metabolome, and Infant Growth and Adiposity. JAMA Netw Open. 2024;7(12):e2450467. doi:10.1001/jamanetworkopen.2024.50467


