28.10.2015
Schwangere sollten sich jetzt gegen Grippe impfen lassen
Alle Frauen, die während der Influenza-Saison schwanger sind, sollten sich gegen Grippe impfen lassen. Sie haben ein erhöhtes Risiko für schwere Erkrankungsverläufe.
Alle Frauen, die während der Influenza-Saison schwanger sind, sollten sich gegen Grippe (Influenza) impfen lassen. Sie haben ein erhöhtes Risiko für schwere Erkrankungsverläufe. „Während der Schwangerschaft kommt es zu verschiedenen physiologischen und immunologischen Veränderungen im Körper. Diese Veränderungen machen Schwangere zum einen empfänglicher für Virusinfektionen, zum anderen begünstigen sie schwere Krankheitsverläufe durch das Influenzavirus", berichtet Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF). „So bekommen Schwangere, die an einer Influenza erkranken, häufiger Lungenentzündungen und Herzprobleme als andere Menschen in dieser Altersgruppe. Deshalb empfiehlt der Berufsverband der Frauenärzte allen Schwangeren eine Grippeimpfung zu Beginn der Grippe-Saison - also noch im November oder Anfang Dezember." Bei gesunden schwangeren Frauen ist eine Impfung ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel empfohlen, bei Frauen mit chronischen Erkrankungen - wie beispielsweise Asthma - schon ab dem ersten Schwangerschaftsdrittel.
Zeitweiser „Nestschutz" für das Baby
Die Sicherheit der Impfstoffe, die Bestandteile von abgetöteten Influenza-Erregern enthalten, ist gut belegt. Es gibt keine Hinweise, dass die Impfung der Mutter in der Schwangerschaft die Gesundheit des Kindes ungünstig beeinflusst. „Bei der Impfempfehlung spielt auch die Überlegung eine Rolle, die Neugeborenen, die selbst noch nicht immunisiert werden können, vor einer Ansteckung mit Influenzaviren zu schützen. Durch die Impfung der Mutter können mütterliche Antikörper über die Plazenta an das Ungeborene weitergegeben werden. Der Säugling erhält dadurch in den ersten Wochen bis Monaten nach der Geburt eine gewisse Immunität gegen eine Infektion. Diese so genannte Leihimmunität wird auch „Nestschutz" genannt ", ergänzt der Frauenarzt. Neben der Mutter sollten auch Familienangehörige und Kontaktpersonen von Neugeborenen wie Geschwister, Großeltern und Babysitter gegen Influenza geimpft sein.
Auch die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut rät allen Schwangeren, die während der Influenzasaison schwanger sind, zu einer Influenzaimpfung. Für die jährliche Grippe-Impfung ist eine einmalige Injektion des saisonalen Impfstoffs ausreichend. Der Impfschutz ist meist 10 bis 14 Tage nach der Impfung voll ausgeprägt. Die Kosten für die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Berliner Robert Koch-Institut empfohlenen Impfungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Mehr Informationen zu Impfungen finden sich im Kapitel „Impfen".


