14.05.2018

Scheideninfektionen meist gut behandelbar

Je nach Ursache können Entzündungen der Scheide meist gut behandelt werden. Eine Therapie ist wichtig, um ein Übergreifen der Erreger auf Gebärmutter, Eileiter oder auch Eierstöcke zu verhindern.

Die Behandlung einer Scheideninfektion ist vom jeweils nachgewiesenen Erreger abhängig und erfolgt mit Antibiotika, die sich gegen Bakterien oder mit Antimykotika, die sich gegen Pilze richten.

Sie werden entweder in Form von Scheidenzäpfchen oder Cremes lokal in der Scheide angewandt oder als Tabletten oral oder Spritzen in die Vene gegeben. In manchen Fällen kann eine Mitbehandlung des Partners sinnvoll sein. Es sollten auch keine Tampons oder Scheidenspülungen verwendet werden. Außerdem empfiehlt es sich, Unterwäsche und Handtücher täglich zu wechseln. Die Therapie sollte nicht vorzeitig abgebrochen werden, auch wenn keine Beschwerden mehr auftreten. Sonst besteht die Gefahr, dass die Infektion zurückkehrt.

Die bakterielle Scheidenentzündung (Kolpitis) ist zunächst harmlos. Komplikationen einer Scheidenentzündung ergeben sich aber beim Übergreifen der Erreger auf den Gebärmutterhals oder die Eileiter und Eierstöcke. Daraus kann sich eine Gebärmutterentzündung oder eine Entzündung von Eileiter und Eierstock (Adnexitis) entwickeln, die bis hin zu einer Unfruchtbarkeit führen können. Bakterielle Erreger lassen sich durch Antibiotika gut bekämpfen.

Bei einer Pilzbehandlung mit einer Creme wird diese täglich vor dem Schlafengehen mittels eines Applikators in die Scheide eingeführt und zweimal auf die Schamlippen aufgetragen. Der Afterbereich sollte mitbehandelt werden, da sich auch hier Pilzsporen befinden können.

Sind die Keime abgetötet, zielt in hartnäckigen Fällen eine Nachbehandlung darauf, das normale Scheidenmilieu wiederherzustellen. Dazu verwendet man Präparate, die direkt in die Scheide eingebracht werden und Milchsäurebakterien und/oder Östrogene enthalten. Liegt dagegen ein gutartiger oder bösartiger Tumor vor, muss dieser in der Klinik behandelt werden. Hat eine Allergie den vermehrten Ausfluss ausgelöst, sollte dieser Stoff gemieden werden.

Keine ursächliche Therapie bei viralen Infektionen

Bakterielle Erreger und Pilzsporen lassen sich durch Antibiotika oder Antimyotika gut bekämpfen. Anders ist dies bei viralen Erregern. Eine Infektion mit dem Human Papillom Virus kann oft spontan abheilen. Die Bewahrung oder Schaffung des sauren Scheidenmillieus ist dabei entscheidend. Eine Viruserkrankung mit Herpesviren ist nicht heilbar, lediglich die Symptome können aber sehr effektiv mit einem Virostatikum (Aciclovir) bekämpft werden. Eine lokale Behandlung mit einer Creme reicht nicht aus.

Auch nach abgeschlossener Behandlung kann, z. B. bei der Regelblutung oder einer Erkältung nach kurzer Zeit ein erneuter Ausbruch des Herpes genitalis auftreten. Ein anhaltender Schutz besteht nicht.

Quelle: äin-red

Autor/Autoren: äin-red