25.01.2011

Sauna: Handtuch-Hygiene und HPV-Impfung schützt vor Warzenviren

Aufgrund der gemeinsamen Nutzung von Saunen mit vielen anderen Menschen sind penible Hygienemaßnahmen von großer Bedeutung, um sich nicht mit Humanen Papillomviren zu infizieren.

Bei Saunabesuchen sollte stets darauf geachtet werden, sich nur auf das eigene Handtuch zu setzen, um sich nicht mit Warzenviren (Humane Papillomviren) anzustecken. Auch empfiehlt es sich, mehrere Handtücher mitzubringen und sie nach jedem Saunagang bzw. jedem Abtrocknen zu wechseln. „Aufgrund der gemeinsamen Nutzung von Saunen mit vielen anderen Menschen sind penible Hygienemaßnahmen von großer Bedeutung, um sich nicht mit Humanen Papillomviren zu infizieren. Beim Sitzen auf Saunabänken und andere Sitzgelegenheiten in Bädern oder Wellnessanlagen sollte daher immer ein eigens mitgebrachtes Handtuch untergelegt werden, um das Infektionsrisiko zu reduzieren", rät Dr. Klaus König, Vizepräsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) in München. „Die Viren sind unter anderem für die Entwicklung von Genitalwarzen verantwortlich. Sie dringen bei einer Infektion in die oberste Haut- oder Schleimhautschicht, vermehren sich dort und es kann zu Warzenbildung kommen." Auch beim Abtrocknen mit gemeinsamen Handtüchern sind Infektionen prinzipiell möglich. Hauptsächlich erfolgt eine Ansteckung mit Feigwarzen allerdings über Sexualkontakte. Die Viren werden dabei durch Körperkontakt, Schmierinfektionen oder kontaminierte Gegenstände übertragen. HP-Viren sind weltweit die häufigsten sexuell übertragenen Viren.

Bemerken kann man die Warzen als kleine Knoten. Sie sind in vielen Fällen stecknadelkopfgroß, können jedoch auch einen Umfang von mehreren Zentimetern einnehmen. Die Warzen sehen unschön aus und können für Betroffene unangenehm sein, gefährlich sind sie jedoch nicht. Neben den Genitalien kann auch die Anusregion von Warzen besiedelt werden. Bei Genitalwarzen richtet sich die Therapie immer nach Größe und Lage der Hautveränderungen. „Zur Behandlung stehen verschiedene Cremes zur Verfügung, die wiederholt aufgetragen werden müssen", erklärt Dr. König. „Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind die Vereisung, eine Elektro- oder Lasertherapie oder der Einsatz von Säure, die allesamt der Arzt durchführt. In seltenen Fällen ist es nötig, die Warzen chirurgisch abzutragen." Wegen dem hohen Ansteckungsrisiko ist es notwendig, dass sich auch der Sexualpartner untersuchen und gegebenenfalls behandeln lässt.

Mädchen und Frauen können sich auch ein Stück weit durch eine Impfung vor HP-Viren schützen. Gegen die beiden häufigsten Erreger von Genitalwarzen wirkt ein HPV-Impfstoff, der zugleich auch vor den beiden häufigsten Erregern von Gebärmutterhalskrebs schützt. Für junge Mädchen zwischen 12 und 17 wird die Impfung von der Ständigen Impfkommission zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs empfohlen und die Krankenkassen übernehmen in diesen Fällen auch die Kosten. Manche Krankenkassen erstatten die Impfung auch älteren Frauen. Erwachsene Frauen sollten daher im Vorfeld einer HPV-Impfung bei ihrer Kasse erfragen ob sie die Impfkosten selber tragen müssen oder ob ihre Krankenkasse möglicherweise dafür aufkommt.

Autor/Autoren: äin-red