11.09.2026

Rote-Bete-Saft kann Nieren in der Schwangerschaft entlasten

Eine chronische Nierenerkrankung (CKD) kann sich im Verlauf einer Schwangerschaft verschlechtern und erhöht das Frühgeburtsrisiko. Eine britische Studie konnte zeigen, dass eine tägliche Einnahme von Rote-Bete-Saft, die Standardbehandlung nierenkranker Schwangerer unterstützen und deutlich günstigere Ergebnisse für Mutter und Kind erzielen könnte.

Ein Glas Rote-Bete-Saft und Knollen auf einem Holzbrett

© Ssecond/stock.adobe.com

Chronische Nierenerkrankungen (CKD) können auch Frauen im gebärfähigen Alter betreffen. Einerseits kann sich bei Patientinnen die Nierenfunktion während der Schwangerschaft weiter verschlechtern. Andererseits kann sich im Verlauf der Schwangerschaft eine Nierenerkrankung erstmalig manifestieren. Eine CKD erhöht – je nach Schweregrad – das Frühgeburtsrisiko und kann die Schwangere und ihr Ungeborenes zusätzlich gesundheitlich gefährden. Schwangere mit CKD werden daher engmaschig gynäkologisch und nephrologisch betreut.

Dr. Priscilla Smith vom King’s College London und ihr Team untersuchten, ob und inwieweit Rote-Bete-Saft die Nieren in der Schwangerschaft schützen könnte.

Die Idee dahinter: Rote Bete enthält reichlich natürliches Nitrat, das im Körper unter anderem zu Stickstoffmonoxid abgebaut wird. Stickstoffmonoxid wiederum erweitert die Blutgefäße, verringert damit den Blutdruck und entlastet so die Nieren.

70 ml Rote-Bete-Saft am Tag

Das Forscherteam rekrutierte 108 werdende Mütter, die an einer leichten bis schweren CKD (Stadium 2 bis 5) litten. Eine Hälfte der Schwangeren (Rote-Bete-Gruppe) trank bis zur Entbindung täglich 70 ml Rote-Bete-Saft – beginnend im Zeitraum nach der 12. und vor der 25. Gestationswoche. Die andere Hälfte erhielt als Kontrollgruppe keinen Rote-Bete-Saft.

Alle Patientinnen wurden im Rahmen der sogenannten ORCHARD-BEET-Studie während sowie 6 Wochen und 6 Monate nach der Entbindung eingehend untersucht.

Überraschend deutliche Effekte

Mit 70 ml Rote-Bete-Saft pro Tag (enthält ca. 400 mg Nitrat) sank die Häufigkeit schwerwiegender unerwünschter Ereignisse in der Schwangerschaft um 70 % im Vergleich zur Kontrollgruppe. Eine mögliche, unerwünschte Hyperkaliämie (zu hoher Kaliumspiegel im Blut) trat in der in der Rote-Bete-Gruppe nicht auf.

Bei Frauen mit fortgeschrittener chronischer Nierenerkrankung stellten die Forscher zudem eine Tendenz zu einer besseren Nierenfunktion nach der Schwangerschaft fest. Des Weiteren benötigten die Patientinnen der Rote-Bete-Gruppe weniger Blutdruckmedikamente und weniger Neugeborene mussten auf die Neugeborenen-Intensivstation eingewiesen werden.

Schlussfolgerungen

Die Risiken und gesundheitlichen Ergebnisse für Schwangere mit CKD haben sich in den letzten 30 Jahren kaum verbessert. Eine natürliche Nahrungsergänzung mit Rote-Bete-Saft, die zum einen sicher für Mutter und Kind ist, die Nieren schützt und gesundheitliche Risiken verringert, wäre ein wünschenswerte Verbesserung der Versorgung schwangerer CKD-Patientinnen. Die in dieser kleinen Studie gefundenen, möglichen positiven Effekte müssen jedoch noch in weiteren Studien mit mehr Patientinnen bestätigt werden. 

Quelle: Smith P et al. Randomised Trial of Dietary Nitrate Supplementation in CKD Pregnancy (ORCHARD-BEET). Kidney International Reports (2026). DOI: 10.1016/j.ekir.2026.106704

Autor/Autoren: äin-red