16.09.2013

Neue Spezialstation des Dresdner Uniklinikums vereint Mutter und Kind während der Behandlung

Kliniken in Dresden verbessern mit einer gemeinsamen Station die Versorgung zu früh oder krank geborener Kinder und deren ebenfalls behandlungsbedürftigen Mütter.

Die Kliniken für Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden verbessern mit einer gemeinsamen Station die Versorgung zu früh oder krank geborener Kinder und deren ebenfalls behandlungsbedürftigen Mütter. In der neuen interdisziplinären perinatologischen Station können damit zusätzlich zehn Kinder und acht Mütter zusammen durch Frauen- und Kinderärzte, spezialisiertes Pflegepersonal sowie Hebammen versorgt werden.

Nachdem es den Neonatologen in den vergangenen Jahrzehnten darum ging, das Überleben der Frühgeborenen zu sichern, geht es uns heute um eine möglichst gute Entwicklung dieser Kinder bis ins Erwachsenenalter: „Sachsen nimmt mit der niedrigsten Säuglingssterblichkeit im Bundesgebiet eine Vorreiterrolle ein. Diese positive Entwicklung ist Genugtuung und Herausforderung zugleich. Denn die zu früh oder krank geborenen Kinder bedürfen über die intensivmedizinische Betreuung der ersten Lebenswochen hinaus einer spezialisierten wie umfassenden Versorgung, um deren Lebensqualität in den folgenden Jahren nachhaltig zu sichern", sagt Prof. Mario Rüdiger, Leiter des Fachbereiches Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.

Mit der jetzt in Betrieb gegangenen Station erreicht die neonatologische Versorgung eine neue Qualität: „Bei der Betreuung der Babys und ihrer Mütter ist diese berufsgruppenübergreifende Zusammenarbeit von Kinderkrankenschwestern und Hebammen ein Novum. Wir erhoffen uns davon weitere positive Effekte in der entwicklungsfördernden Versorgung der zu früh oder krank geborenen Kinder", sagt Andreas Müller, Pflegedienstleiter des Universitäts Kinder-Frauen-zentrums. Die neue Station ergänzt das bisherige Angebot des „FamilieNetz": Das vor nun mehr fünf Jahren gestartete Projekt - heute ist es ein etabliertes Versorgungsangebot des Fachbereichs Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin - betreut die Familien Frühgeborener vor allem auf psychosozialer, pflegerischer und sozialmedizinischer Ebene. In dem neuen Angebot geht es nun darum, auch in den Situationen zum frühestmöglichen Zeitpunkt eine enge Beziehung zwischen Eltern und Kindern zu ermöglichen, in denen auch die Mutter stationär versorgt wird. Bisher ging das mit einer räumlichen Trennung der ebenfalls medizinisch zu versorgenden Mütter einher. „Wenn nun das Krankenbett der Mutter auf der neuen Station neben dem ihres Säuglings steht, können wir auch in dieser Situation den frühestmöglichen Aufbau sicherer Eltern-Kind-Bindungen mit allen positiven Auswirkungen auf die gesundheitliche Entwicklung des Kindes und die familiäre Lebensqualität unterstützen", sagt der Leiter des „FamilieNetz", Privatdozent Dr. Jörg Reichert.

Quelle: Pressemitteilung Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

Autor/Autoren: äin-red