21.11.2016

Nachtschichten erhöhen doch nicht das Brustkrebsrisiko

Nachtschichten gehen bei Frauen nicht mit einem erhöhten Brustkrebs-Risiko einher. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die im „Journal of the National Cancer Institute" erschienen ist.

Regelmäßige Nachtarbeit geht bei Frauen nicht mit einem gesteigerten Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, einher. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die im „Journal of the National Cancer Institute" erschienen ist.

Im Jahr 2007 hatten Wissenschaftler die These aufgestellt, dass nachtschichtbedingte Störungen der inneren Uhr eine krebsfördernde Wirkung entfalten könnten. Diese Einschätzung beruhte auf Tierversuchen und Laborstudien mit begrenzter Aussagekraft. Eine aktuelle Studie, in der die Daten von 1,4 Millionen Frauen berücksichtigt wurden, kann diese Annahme nun widerlegen. Die Untersuchung „Night Shift Work and Breast Cancer Incidence: Three Prospective Studies and Meta-analysis of Published Studies" ist im "Journal of the National Cancer Institute " veröffentlicht worden.

Wissenschaftler um Ruth C. Travis von der Abteilung für Krebsepidemiologie an der University of Oxford bezogen die Daten dreier aktueller Studien ("Million Women Study", "EPIC-Oxford" und "UK Biobank Cohort") sowie die Daten von sieben weiteren, internationalen Untersuchungen zur Häufigkeit von Krebserkrankungen in ihre Untersuchung mit ein. Es zeigte sich, dass das Brustkrebsrisiko kaum oder gar nicht erhöht war, unabhängig davon, ob Frauen nie, gelegentlich oder über einen langen Zeitraum regelmäßig Nachtschichten absolvierten.

Nach fast zehn Jahren geben die Wissenschaftler also nun Entwarnung und hoffen, allen Frauen, die nachts arbeiten müssen, eine augenscheinlich unberechtigte Sorge nehmen zu können. Allerdings ermahnen sie gleichzeitig Arbeitgeber, für die Gesundheit nachts arbeitender Menschen Sorge zu tragen. Denn es sind nach wie vor eine Reihe von gesundheitlichen Risiken bekannt, die in Zusammenhang mit Nachtarbeit stehen: Dazu gehören unter anderem Schlafstörungen, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie psychische Probleme.

Quelle: Spektrum.de

Autor/Autoren: äin-red