28.04.2019

Nach Schwangerschaftsdiabetes auf Wochenbett-Depression achten

Bei Frauen, bei denen im Rahmen ihrer Schwangerschaft Diabetes diagnostiziert wurde, besteht in der Folge ein höheres Risiko für eine depressive Erkrankung nach der Geburt.

Wird in der Schwangerschaft bei der Mutter eine Störung des Zuckerstoffwechsels festgestellt, spricht man von „Schwangerschaftsdiabetes“ oder „Gestationsdiabetes (GDM)". Es handelt sich dabei um die häufigste Begleiterkrankung in der Schwangerschaft, welche zu ernsten Komplikationen für die Mutter und vor allem für das Kind vor und bei der Geburt führen kann. Nach der Geburt steigt für frischgebackene Mütter die Gefahr einer Wochenbett-Depression. Daher ist es zum einen wichtig, dass die Erkrankung möglichst frühzeitig erkannt und behandelt wird. Zwischen der 24. und der 28. SSW können alle Schwangeren, die nicht bereits einen diagnostizierten, manifesten Diabetes haben, einen Blutzucker-gestützten Suchtest zur Früherkennung durchführen.

Zum anderen sollten Betroffene die Anzeichen einer postpartalen Depression (PPD) im Auge behalten und sich im Zweifelsfall rechtzeitig ärztliche Hilfe suchen. Bis zu 15 Prozent aller Mütter sind von einer Wochenbett-Depression betroffen. Bei Frauen, die vorher Schwangerschaftsdiabetes hatten, ist das Risiko deutlich höher, wie eine aktuelle Übersichtsstudie zeigt. Für die Meta-Studie wurden 18 Studien mit Daten von insgesamt zwei Millionen Patientinnen ausgewertet. Der Zusammenhang zwischen der Stoffwechselerkrankung und der Entwicklung einer Wochenbett-Depression ist noch unklar.

Krankheitsverlauf bei Wochenbettdepression meist schleichend

Symptome der Wochenbett-Depression sind zum Beispiel Appetitverlust, Schlafstörungen und schnelles Ermüden, Schuldgefühle und Konzentrationsprobleme. Sie treten meist im ersten Monat nach der Entbindung auf und verschwinden nicht so schnell - ganz im Gegensatz zum deutlich häufiger und nur kurzfristig auftretenden Baby-Blues.

Originalpublikation:
Azami M, Badfar G, Solemani A, Rahmati S., The association between Gestational Diabetes and Postpartum Depression: A Systematic Review and Meta-analysis, Diabetes Res Clin Pract. 2019 Feb 5. pii: S0168-8227(18)31706-6. doi: 10.1016/j.diabres.2019.01.034.

Quelle: dpa, Deutsche Diabetes Gesellschaft

Autor/Autoren: äin-red

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