14.07.2021

mRNA aus Corona-Impfstoffen nicht in Muttermilch nachweisbar

Experten sehen Corona-Impfungen mit mRNA-Impfstoffen für stillende Frauen als unproblematisch an, insbesondere was die Muttermilch betrifft.

Junge Mutter stillt Baby auf dem Sofa

Ein Forscherteam der University of California San Francisco untersuchte Muttermilchproben von 13 stillenden Müttern. Sieben der Frauen wurden zuvor mit einem in Deutschland zugelassenen mRNA-Impfstoff geimpft: Biontech/Pfizer oder Moderna. Das Team erhielt von allen Frauen mehrere Muttermilchproben. Die geimpften Mütter gaben ihre Milch kurz vor der Impfung sowie vier bis 48 Stunden nach der Impfung ab. Im Labor ließ sich in keiner der Proben mRNA aus den Impfstoffen nachweisen.

Säugling wird mit der Muttermilch nicht geimpft

Wegen der Immunisierung sollten Mütter daher nicht aufhören zu stillen, rät Stephanie Gaw im Fachblatt Jama Pediatrics. Die Ergebnisse seien wichtige frühe Hinweise, dass die mRNA aus den Impfstoffen nicht auf den Säugling übertragen werde, schreibt das Autorenteam. Die verwendeten Labortests können 0,2 bis 1,5 Billionstel Gramm mRNA in der Muttermilch aufspüren. Eine „Impfung“ des Säuglings mit Muttermilch halten die Forscher damit für unwahrscheinlich. Sie weisen als Einschränkung jedoch auf die geringe Zahl an Studienteilnehmerinnen hin.

Antikörper in der Muttermilch schützen auch den Säugling

Sogenannte mRNA-Impfstoffe basieren auf Boten-Ribonukleinsäure (mRNA). Sie enthält den Bauplan für bestimmte Eiweißbausteine des Coronavirus. Die Körperzellen rund um die Impfstelle nutzen den Bauplan, um Bruchstücke des Virus zu bauen und dem Immunsystem zu präsentieren. In der Folge produzieren Abwehrzellen unter anderem schützende Antikörper, die auf das Virus SARS-CoV-2 spezialisiert sind. Bei geimpften, stillenden Müttern gelangen diese Antikörper auch in die Muttermilch.

Gynäkologische Fachgesellschaften haben sich bereits im Mai für eine priorisierte Impfung auch von Stillenden ausgesprochen. Der Säugling trinkt mit der Muttermilch auch die bei der Impfung gebildeten Antikörper und wird so wie die Mutter vor einer COVID-Infektion geschützt.

Quellen: dpa, Pressemitteilung der DGGG (http://dpaq.de/r8Dvn)

Originalpublikation: Yarden Golan, Mary Prahl, Arianna Cassidy et al. Evaluation of Messenger RNA From COVID-19 BTN162b2 and mRNA-1273 Vaccines in Human Milk. JAMA Pediatr. Published online July 6, 2021. DOI:0.1001/jamapediatrics.2021.1929

Autor/Autoren: äin-red

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