04.01.2011
Möglicherweise auch Harnblasenkrebs durch HPV-Infektionen verusacht
Es gibt Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen HPV-Infektionen und einer bestimmten Form von Harnblasenkrebs im jüngeren Lebensalter.
Es gibt Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen HPV-Infektionen und einer bestimmten Form von Harnblasenkrebs im jüngeren Lebensalter. So die Ergebnisse einer Studie, die im Fachmagazin „Cancer" veröffentlicht wurden. Bislang gelten Infektionen mit Humanen Papillomviren (HPV) als bedeutende Risikofaktoren für die Entstehung verschiedener anderer Krebsarten, wie Krebs im Genital- und Kopf-Hals-Bereich (z.B. Rachenkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Vulvakrebs).
Ein Zusammenhang wurde deutlich, als Wissenschafler bei Patienten mit Harnblasenkrebs das bei der Operation entnommene Krebsgewebe auf HPV testeten. In insgesamt 15 Prozent der Fälle stellten sie eine HPV-Infektion mit bekannten krebserregenden Virustypen wie 16 und 18 fest. Besonders oft trat eine solche Infektion bei Personen auf, die jünger als 60 Jahre waren und an einem Blasenkrebs Grad 1 erkrankt waren. Der nachgewiesene Zusammenhang erwies sich als statistisch signifikant.
Die Studienautoren werten diese Untersuchungsergebnisse als Hinweis darauf, dass HPV-Infektionen ein Auslöser für niedriggradigen Harnblasenkrebs bei Personen vor dem 60. Lebensjahr sein könnten. Für andere Krebsarten ist der ursächliche Zusammenhang inzwischen bewiesen. So sind die beiden HPV-Typen 16 und 18 für ca. 70 Prozent aller Gebärmutterhalskrebsfälle verantwortlich. Zusammen mit HPV 45 machen sie als Auslöser 94 Prozent der Fälle von Adenokarzinomen, einer bestimmten Tumorart im Gebärmutterhalsbereich aus. In Deutschland wird für Mädchen und junge Frauen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren eine kostenlose Impfung gegen HPV 16 und 18 zur Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs und anderen durch HPV ausgelösten Krebserkrankungen angeboten.
Quelle: Deutsche Krebsgesellschaft
Studien:
Kazuyoshi Shigehara et al.: Etiologic role of human papillomavirus infection in bladder carcinoma. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 29. November 2010, DOI: 10.1002/cncr.25777
De Sanjose, S. et al.: Human papillomavirus genotype attribution in invasive cervical cancer: a retrospective cross-sectional worldwide study. The Lancet Oncology 11(11):1048-1056


