05.08.2022

Mediterrane Diät könnte helfen, einer Präeklampsie vorzubeugen

Präeklampsie zählt weltweit zu den Hauptursachen für schwere bis lebensbedrohliche Komplikationen in der Schwangerschaft. Eine aktuelle US-Studie zeigt, dass eine mediterrane Ernährungsweise zur Präeklampsie-Prävention beitragen könnte.[1]

Mediterrane Kost

Eine mediterrane Ernährung wirkt sich positiv auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit aus.[2] Dr. Anum Minas von der Johns Hopkins University School of Medicine und sein Team untersuchten, ob mediterrane Kost werdende Mütter vor einer Präeklampsie schützen kann.

Ernährungsgewohnheiten und Präeklampsie-Risiko

Die Forschenden analysierten für ihre Studie die Daten der „Boston Birth Cohort“. An dieser Beobachtungsstudie nahmen 8.507 frischgebackene Mütter verschiedenere Ethnien teil, die zwischen 1998 und 2016 entbunden wurden. Alle Teilnehmerinnen wurden 24 bis 72 Stunden nach der Geburt ausführlich zu ihren Ernährungsgewohnheiten während der Schwangerschaft befragt. Je mehr die Ernährung einer mediterranen Diät entsprach, um so höher lag die Punktezahl. Zusätzlich wurden demografische (Alter, Einkommen, Bildung etc.) und medizinische Daten (BMI, Vorerkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes etc.) erhoben.

Für die Auswertung wurden die Frauen nach ihrer Mediterrane-Diät-Punktzahl in drei Gruppen unterteilt – in sogenannte Tertile. Frauen in der dritten Tertile kamen einer mediterranen Diät hierbei am nächsten.

22 % niedrigeres Präeklampsie-Risiko mit mediterraner Ernährungsweise

848 Frauen entwickelten im Verlauf ihrer Schwangerschaft eine Präeklampsie. Frauen mit Vorerkrankungen wie chronischem Bluthochdruck, Diabetes und Adipositas vor der Schwangerschaft waren am stärksten betroffen. Nach Berücksichtigung aller Einflussfaktoren lag bei den Frauen (3. Tertile), die sich nahezu mediterran ernährte, das Präeklampsie-Risiko 22 % niedriger – verglichen mit den Frauen (1. Tertile), deren Ernährung am wenigsten mit der mediterranen Diät übereinstimmte.

Forschende empfehlen mediterrane Kost in der Schwangerschaft

Die Autoren vermuten, dass die mediterrane Kost den oxidativen Stress verringert und sich positiv auf die Funktion der Blutgefäße in der Plazenta auswirkt. Jedoch kann eine Beobachtungsstudie nur Zusammenhänge nachweisen. Daher sind weitere Studien notwendig.

Eine mediterrane Ernährungsweise besteht aus reichlich Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Nüssen, Fisch und Olivenöl – sowie wenig Fleisch und fettarme Milchprodukte. Zusätzlich werden von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung auch Vollkornprodukte im Rahmen einer gesunden Ernährung empfohlen.

Quellen:

[1] Minhas AS, et al. Mediterranean‐Style Diet and Risk of Preeclampsia by Race in the Boston Birth Cohort. Journal of the American Heart Association. 2022;11:e022589. doi.org/10.1161/JAHA.121.022589

[2] Li J, Guasch‐Ferré M, Chung W, Ruiz‐Canela M, Toledo E, Corella D, Bhupathiraju SN, Tobias DK, Tabung FK, Hu J, et al. The Mediterranean diet, plasma metabolome, and cardiovascular disease risk. Eur Heart J. 2020; 41:2645–2656. doi: 10.1093/eurheartj/ehaa209

Autor/Autoren: äin-red

Herausgeber:

Logo: Berufsverband der Frauenärzte e.V.

In Zusammenarbeit mit:

Logo: Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.

 

 

Datenschutz Gütesiegel

Weitere Gesundheitsthemen

Anästhesiologie www.anaesthesisten-im-netz.de

Allgemeine & Innere Medizin www.internisten-im-netz.de

HNO-Heilkunde www.hno-aerzte-im-netz.de

Kindergesundheit www.kinderaerzte-im-netz.de

Kinderrehabilitation www.kinder-und-jugendreha-im-netz.de

Lungenheilkunde www.lungenaerzte-im-netz.de

Neurologie & Psychiatrie www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org

Onkologische Rehabilitation www.reha-hilft-krebspatienten.de