02.09.2013

Kurzzeit-Psychotherapie verringert Depressionen bei Brustkrebserkrankungen

In einer Studie hat sich eine spezielle Psychotherapie als wirksam gegen die Entwicklung von Depressionen bei Brustkrebspatientinnen erwiesen.

Die psychische Erkrankung Depression gilt als häufige Begleiterkrankung bei Brustkrebs. Fast jede fünfte Patientin ist davon betroffen. Neben persönlichem Leiden haben Betroffene eine verminderte Lebensqualität und es verschlechtert sich in einigen Fällen auch die Behandlungsprognose. Eine Forschergruppe der Universität Mainz unter der Leitung von Manfred Beutel, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz, nahm diesen Umstand zum Anlass, zu untersuchen, inwieweit psychotherapeutische Verfahren die psychischen Beschwerden vermindern können.

Zu diesem Zweck teilten die Mediziner 157 betroffene Patientinnen mit deren Einverständnis per Los in zwei Gruppen ein. Die eine Gruppe erhielt eine tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie von bis zu 20 Sitzungen mit jeweils einer pro Woche. In diesen Sitzungen wurden die Patientinnen von Psychotherapeuten über ihre Depression aufgeklärt und zum Erkrankungsbild informiert. Zudem entwickelten sie gemeinsam mit den Therapeuten passende Bewältigungsstrategien zum Umgang mit Depressionen bei Brustkrebs. Patientinnen der anderen Gruppe wurden an ihre Hausärzte verwiesen und über Beratungsstellen informiert.

Bei 57 Prozent der Patientinnen, die an der Therapie teilnahmen, bildete sich innerhalb von acht Monaten die Depression zurück. In der Kontrollgruppe war dies bei 33 Prozent der Fall. „Damit hat sich die Kurzzeit-Psychotherapie als sehr wirksam bei der Behandlung von Depressionen bei Brustkrebspatientinnen erwiesen", so Beutel. Die Forscher betonen, dass eine entsprechende psychotherapeutische Behandlung frühzeitig erfolgen sollte. Betroffene können sich hierfür beispielsweise an ihren Hausarzt, Krebsberatungsstellen oder psychosomatische Kliniken wenden und sich dort über mögliche Therapien informieren.

Quelle: www.aerzteblatt.de

Autor/Autoren: äin-red