10.02.2025

Konsequente Folsäure-Aufnahme in der Schwangerschaft kann auch die Leber schützen

Eine ausreichende Folsäure-Versorgung kann Fehlbildungen bei Ungeborenen verhindern und das Risiko von Fehlgeburten minimieren. Eine US-Studie konnte nun zeigen, dass mindestens 600 µg Folsäure pro Tag zudem die Leber von Mutter und Kind vor Schädigungen durch bestimmte Umweltgifte schützt.

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Dr. Sandra India-Aldana von der Icahn School of Medicine at Mount Sinai und ihr Team untersuchten, wie Umweltgifte die Leber in der Schwangerschaft belasten und inwieweit Folsäure die Leber hiervor schützt. Hierzu analysierten Sie die Daten von rund 200 Mutter-Kind-Paaren aus der mexikanischen PROGRESS-Studie. Im Rahmen der Studie wurde die Belastung mit 43 Umweltgiften (Luftschadstoffe, Metalle und Metallverbindungen im Blut/Urin, Plastik-Weichmacher) bei den Schwangeren erfasst. Zudem untersuchten die Forschenden neun Jahre später den Zustand der Leber bei den Müttern und ihren Kindern.

Folsäure und Kobalt schwächen leberschädigende Effekte von Umweltgiften ab

Als Hinweis auf Leberschäden wurden bei Kindern die Leberenzyme ALT (Alanin-Aminotransferase) und AST (Aspartat-Aminotransferase) im Blutserum gemessen. Die Mütter wurden zudem auf Anzeichen einer Fettleber und Leberfibrose untersucht. Die Leberschäden wurden dann in Zusammenhang mit der Folsäure-Aufnahme in der Schwangerschaft gesetzt.

Nahmen die Schwangeren mindestens 600 µg Folsäure pro Tag ein, so waren die leberschädigenden Effekte der Umweltgifte deutlich abgeschwächt. Waren die Mütter gut mit dem Spurenelement Kobalt versorgt, so waren die leberschädigenden Effekte von Luftschadstoffen und nicht-essenziellen Metall(verbindungen) ebenfalls abgeschwächt.

Schlussfolgerung

Bestimmte Umweltgifte können sowohl die Leber der Mutter als auch die Leber des Ungeborenen nachhaltig schädigen. Die Studie Dr. India-Aldana und ihrem Team legt nahe, dass eine Nahrungsergänzung mit mindestens 600 µg Folsäure pro Tag, die Leber von Mutter und Kind schützen kann.[1]

Hinweis der Redaktion

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt zurzeit Schwangeren im ersten Trimester und Frauen mit Kinderwunsch 400 µg Folsäure pro Tag als Nahrungsergänzung einzunehmen.[2] Eine Nahrungsergänzung mit maximal 1.000 µg Folsäure pro Tag gilt als unbedenklich für Schwangere und Stillende.[3] Für eine ausreichende Versorgung mit dem Spurenelement Kobalt, und damit auch Vitamin B12, sorgen tierische Lebensmittel. Veganerinnen sollten zudem nicht nur Jod und Folsäure (allen Schwangeren empfohlen), sondern auch zusätzliche Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, insbesondere Vitamin B12. Die Versorgung mit essenziellen Nährstoffen sollten schwangere Veganerinnen zudem regelmäßig von ihrer Gynäkologin oder ihrem Gynäkologen überprüfen lassen, damit sich das Ungeborene optimal entwickeln kann.

Quellen:
[1] India-Aldana S et al. Metabolism-Disrupting Chemical Mixtures, Folic Acid Supplementation, and Liver Injury and Steatosis in Mother-Child Pairs. Journal of Hepatology (2024). doi: https://doi.org/10.1101/2024.06.13.24308903
[2] Folat | DGE
[3] Turck D et al. Scientific opinion on the tolerable upper intake level for folate. Efsa Journal (2023). doi: https://doi.org/10.2903/j.efsa.2023.8353

Autor/Autoren: äin-red