04.09.2023

Kinderwunschbehandlungen kurz- und mittelfristig unschädlich für Herz und Kreislauf

Die künstliche Befruchtung steht unter dem Verdacht, sich nachteilig auf Herz und Kreislauf auszuwirken. Eine skandinavisch-britische Studie analysierte die Gesundheitsdaten von rund 2,5 Millionen Frauen – und fand keinerlei Belege dafür, dass Kinderwunschbehandlungen die Herz-Kreislauf-Gesundheit beeinträchtigten.

Mutter joggt mit ihren beiden Töchtern im Wald

Dr. Maria Magnus vom Norwegian Institute of Public Health untersuchte mit ihrem multinationalen Team, ob und inwieweit sich das Herz-Kreislauf-Risiko nach einer Kinderwunschbehandlung erhöht. Hierfür sammelten sie Daten aus den Gesundheitsregistern von Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden.

Für den Zeitraum von 1984 bis 2015 fand das Forscherteam rund 2,5 Millionen Mütter, von denen 97.474 nach einer Kinderwunschbehandlung ein Kind geboren hatten. Medizinische Daten – zu etwaigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurden bis August 2022 erhoben. Hierbei berücksichtigten die Forschenden unter anderem Erkrankungen der Herzkranzgefäße, des Herzmuskels, Herzschwäche (Herzinsuffizienz), Schlaganfall, Lungenembolie, tiefe Venenthrombosen und Herzinfarkt (Myokardinfarkt).

Keine signifikanten Unterschiede nach natürlicher und künstlicher Befruchtung

Im Durchschnitt betrug die Nachbeobachtungsdauer der Frauen 11 Jahre. Des Weiteren berücksichtigten die Forschenden weitere Risikofaktoren wie Alter, Anzahl der Geburten, Diagnose eines polyzystischen Ovarialsyndroms, Diabetes und chronischen Bluthochdruck.

Das Durchschnittsalter der Mütter ohne Kinderwunschbehandlung, lag bei 29,1 Jahren. Das Durchschnittsalter der Mütter nach Kinderwunschbehandlung lag bei 33,8 Jahren. Es fand sich kein signifikanter Unterschied für das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Es gab jedoch eine Tendenz zu einer bescheidenen Verringerung des Herzinfarktrisikos bei Frauen nach erfolgreicher künstlicher Befruchtung.

Das Forscherteam schließt aus den Ergebnissen, dass Frauen nach einer Kinderwunschbehandlung (ICSI, IVF, frischer/gefrorener Embryotransfer) kurz- und mittelfristig kein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko tragen – verglichen mit Frauen die natürlich schwanger wurden. Ob eine Kinderwunschbehandlung langfristig – also erst nach Jahrzehnten – das Herz-Kreislauf-Risiko erhöht, das können nur auf längere Zeiträume ausgerichtete Studien zeigen.

Quelle: Magnus MC, Fraser A, Håberg SE, Rönö K, Romundstad LB, Bergh C, Spangmose AL, Pinborg A, Gissler M, Wennerholm UB, Åsvold BO, Lawlor DA, Opdahl S. Maternal Risk of Cardiovascular Disease After Use of Assisted Reproductive Technologies. JAMA Cardiol. 2023 Aug 9:e232324. doi: 10.1001/jamacardio.2023.2324. Epub ahead of print. PMID: 37556134; PMCID: PMC10413220.

Autor/Autoren: äin-red

Herausgeber:

Logo: Berufsverband der Frauenärzte e.V.

In Zusammenarbeit mit:

Logo: Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.

 

 

Datenschutz Gütesiegel

Weitere Gesundheitsthemen

Anästhesiologie www.anaesthesisten-im-netz.de

Allgemeine & Innere Medizin www.internisten-im-netz.de

HNO-Heilkunde www.hno-aerzte-im-netz.de

Kindergesundheit www.kinderaerzte-im-netz.de

Kinderrehabilitation www.kinder-und-jugendreha-im-netz.de

Lungenheilkunde www.lungenaerzte-im-netz.de

Neurologie & Psychiatrie www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org

Onkologische Rehabilitation www.reha-hilft-krebspatienten.de