19.06.2017

Kaiserschnitt: Stillen reduziert Risiko für chronische Schmerzen

Mütter, die ihr Kind per Kaiserschnitt entbunden haben, leiden manchmal längerfristig unter Schmerzen, die mit dem Eingriff verbunden sind. Stillen hilft!

In der Folge eines Kaiserschnitts leidet eine von fünf Müttern noch drei Monate nach dem Eingriff unter chronischen Schmerzen. Wissenschaftler kamen nun zu der Erkenntnis, dass Stillen über einen Zeitraum von mindestens zwei Monaten das Risiko für Schmerzzustände senken kann. Die Forscher um Carmen Alicia Vargas Berenjeno vom Hospital Universitario Nuestra Señora de Valme in Sevilla stellten ihre vorläufigen Studienergebnisse auf dem Euroanaesthesia-Congress in Genf auf einem so genannten Kongress-Poster vor.

Demnach hatten Mütter, die kürzer als zwei Monate nach einem Kaiserschnitt stillten, ein dreifach höheres Risiko für chronische Schmerzen als Frauen in der gleichen Situation mit einer längeren Stilldauer. Für die Studie wurden 185 Mütter untersucht. Von den Studienteilnehmerinnen stillten 87 Prozent ihre Kinder. 58 Prozent von ihnen nahmen die Babys zwei Monate oder länger an die Brust.

Kapp ein Viertel der Mütter, deren Stilldauer kürzer als zwei Monate war, berichteten noch vier Monate nach der Entbindung über chronische Schmerzen im Bereich der Kaiserschnittwunde. Sie werteten diese auf einer Skala von zehn Punkten mit mindestens 5 Punkten. Unter den Frauen, die länger als zwei Monate ihr Baby gestillt hatten, litten demgegenüber nur acht Prozent unter solchen Beschwerden. Auch unter Berücksichtigung der Altersunterschiede bei den Studienteilnehmerinnen blieb der vorteilhafte Effekt durch das Stillen bestehen.

Quelle: aerzteblatt.de, Dienstag, 6. Juni 2017 (mit Link zum Poster und dem Abstract der Studie)

Autor/Autoren: äin-red