09.10.2018

Jetzt impfen lassen! Grippe in der Schwangerschaft - Händewaschen reicht nicht als Schutz

Die echte Influenza kann – gerade während der Schwangerschaft – schwere Erkrankungsverläufe nach sich ziehen. Mit der Grippe-Impfung, die jetzt erfolgen sollte, steht eine gute Präventionsmaßnahme zur Verfügung.

Eine Grippe kann bei Schwangeren sehr schwer verlaufen. In manchen Fällen kann die Lunge durch die Viren und die Entzündung so schwer geschädigt sein, dass nicht einmal mehr eine Beatmung helfen kann. Die schwere Grippe-Epidemie des vergangenen Winters hat solche Fälle erneut gezeigt. Spezielle intensivmedizinische Maßnahmen sind dann notwendig, damit Erkrankte die Infektion überleben.

Hintergrund für diese schweren Verlaufsformen ist, dass bei schwangeren Frauen das Immunsystem weniger aktiv ist als außerhalb der Schwangerschaft. Das ist sinnvoll, weil sich so eine geringere Immunreaktion gegen das Baby entwickelt. Andererseits werden aber auch Infektionen langsamer und weniger erfolgreich abgewehrt.

"Die Influenza-Epidemie 2017/2018 mit besonders aggressiven Virus-Typen hat gezeigt, wie wichtig es ist, dass wirklich jede Schwangere gegen Grippe geimpft wird", betont Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte und niedergelassener Frauenarzt in Hannover. "Denn die schwere Erkrankung bei der Mutter mit hohem Fieber gefährdet nicht nur die Mutter, sondern sie erhöht auch das Risiko, dass es zu einer Fehl- oder Frühgeburt kommt."

Aber allgemeine Hygienemaßnahmen reichen nicht, um sich vor der Infektion zu schützen. "Nur wer wirklich überhaupt keinerlei Kontakt zu anderen Menschen hat, darf sich vor einer Infektion einigermaßen sicher fühlen", meint Albring. "In der Atemluft von infizierten Personen finden sich bis zu 10 Millionen Keime pro Milliliter. Wie will sich die Schwangere da vor einer Infektion schützen, indem sie Händeschütteln vermeidet und sich öfters die Hände wäscht?"

Zudem ist durch die Impfung auch das Neugeborene vor einer Infektion geschützt. Denn Säuglinge haben in den ersten Lebensmonaten noch kein ausgereiftes Immunsystem und können auf Virus-Infektionen nur verzögert reagieren. Speziell wenn sie zu früh geboren werden, kann eine Grippe-Erkrankung ihnen dann schwer zusetzen. Die Antikörper der Mutter geben dem Säugling einen biologischen Schutz vor einer Grippe-Infektion sowohl für die erste Zeit im Krankenhaus als auch für die Wochen danach.

Die Impfung mit dem aktuellen Vierfach-Impfstoff für die Grippesaison 2018/2019 kann bei dem/der betreuenden Frauenarzt/ärztin vorgenommen werden. Schwangere mit Herz- oder Lungen-Erkrankungen oder anderen gesundheitlichen Risiken können die Impfung bereits früh in der Schwangerschaft durchführen lassen. Für alle anderen Frauen empfiehlt das Robert-Koch-Institut eine Impfung ab der 13. Woche. "Die Impfung stellt überhaupt kein Risiko für Mutter und Kind dar", erläutert Albring. "

Quelle: Pressemitteilung BVF

Autor/Autoren: äin-red

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