16.08.2012

Infektion mit Humanen Papillomviren verläuft unbemerkt

Mädchen und Frauen, die sich mit Humanen Papillomviren (HPV) infizieren, merken in der Regel zunächst nichts davon. Die häufigste sexuell übertragene Infektion verursacht erst einmal keinerlei Beschwerden und verläuft symptomlos.

Mädchen und Frauen, die sich mit Humanen Papillomviren (HPV) infizieren, merken in der Regel zunächst nichts davon. „Die häufigste sexuell übertragene Infektion verursacht erst einmal keinerlei Beschwerden und verläuft symptomlos. Bleibende Infektionen können allerdings zu Genitalwarzen, Krebsvorstufen und schließlich Krebs führen", berichtet Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) in München. „Krebsvorstufen und Krebs können durch die gynäkologische Krebsfrüherkennungsuntersuchung diagnostiziert werden, die jährlich von den Krankenkassen angeboten wird. „Studien zur Häufigkeit von HPV-Infektionen in Deutschland haben gezeigt, dass annähernd ein Fünftel aller Frauen, die zu einer Routineuntersuchung eine gynäkologische Praxis aufsuchten, mit HP-Viren infiziert waren, die als hochgradig krebserregend gelten", so Albring. „In über 90% der Fälle heilt im Allgemeinen eine HPV-Infektion jedoch ohne gesundheitliche Folgen ab."

Um das Risiko für Infektionen mit krebsauslösenden HPV-Typen zu senken, ist eine Impfung gegen HPV wichtig. Die Impfung bietet Schutz vor Infektionen mit zwei HP-Viren-Typen - HPV 16 und 18, die als hochgradig krebserregend gelten (HPV-Hochrisiko-Typen). Es wird davon ausgegangen, dass mehr als 70 Prozent der bösartigen Tumoren des Gebärmutterhalses im ursächlichen Zusammenhang mit HPV 16 und 18 stehen. Ein Impfstoff schützt zusätzlich vor zwei Viren-Typen, die Hauptverursacher von Genitalwarzen sind. „Wichtig ist, dass der Impfschutz bereits vor dem ersten Geschlechtsverkehr besteht, dann ist die Schutzwirkung am größten", betont Dr. Albring. Neben der Impfung ist die regelmäßige Teilnahme an der gynäkologischen Krebsfrüherkennung wichtig, um das Risiko für Gebärmutterhalskrebs zu senken. „Sowohl geimpfte als auch ungeimpfte Frauen sollten sich einmal jährlich beim Frauenarzt auf mögliche Zellveränderungen untersuchen lassen, denn nicht gegen alle gefährlichen HP-Viren besteht der Impfschutz", ergänzt der niedergelassene Frauenarzt aus Hannover.

Ca. 80% der sexuell aktiven Frauen infizieren sich Schätzungen zufolge im Laufe ihres Lebens mit HPV. Besonders hoch ist die Neuinfektionsrate unter jungen Frauen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren. In Deutschland gilt die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO), Mädchen zwischen zwölf und 17 Jahren gegen Humane Papillomviren zu impfen. Doch auch bei älteren Frauen ist die Impfung verträglich und krebspräventiv. Die Impfung wird bis zu einem Alter von 17 Lebensjahren von den meisten Krankenkassen erstattet. Ab dem 18. Geburtstag müssen junge Frauen, die Kosten in der Regel selber tragen.

Fragen rund um das Thema Impfen können auf www.impfenimdialog.de an Experten gestellt werden, die sie innerhalb von 3 Tagen online beantworten.

Autor/Autoren: äin-red