07.01.2015
Immer weniger Schwangerschaftsabbrüche bei Teenagern
In keinem Land auf der ganzen Erde werden weniger Schwangerschaften bei Teenagern abgebrochen als in Deutschland.
In keinem Land auf der ganzen Erde werden weniger Schwangerschaften bei Teenagern abgebrochen als in Deutschland. Während im Jahr 2010 in Deutschland noch 4.044 junge Frauen zwischen 15 und 18 Jahren eine Schwangerschaft abgebrochen haben, waren es im Jahr 2013 nur noch 3.297, das sind etwa 5,8 Abbrüche pro Jahr bei 1.000 Mädchen in dieser Altersgruppe. Und der Trend hält an: Vom 3. Quartal 2013 bis zum 3. Quartal 2014 konnte das Statistische Bundesamt erneut einen Rückgang der Abbrüche feststellen. Diese Entwicklung ist auch über alle anderen Altersgruppen seit einigen Jahren zu beobachten: Insgesamt wurden im 3. Quartal 2014 2,4% weniger Schwangerschaften abgebrochen als vor einem Jahr und 25% weniger als im gleichen Quartal des Jahres 2004.
Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche bei Teenagern liegt um den Faktor 3 niedriger als in Großbritannien und fast um den Faktor 5 niedriger als in Schweden. "Natürlich ist es wichtig, dass die Mädchen in der Schule und in den Medien über Sexualität und Verhütung aufgeklärt werden. Eine entscheidende Rolle spielt aber, dass junge Mädchen frühzeitig zu einer niedergelassenen Frauenärztin oder einem Frauenarzt ihrer Wahl und ihres Vertrauens gehen können, um eine geeignete, sichere Verhütung zu bekommen", so Albring. "Eine solche fachärztliche, persönliche Beratung und Betreuung gibt es weder in Großbritannien noch in Schweden noch in den meisten anderen Ländern der Welt. Die Zahlen belegen den Erfolg dieses Konzepts: Nur acht von 100 Jugendlichen in Deutschland verwenden beim ersten Geschlechtsverkehr keine Verhütung; in den USA ist es 20 von hundert Jugendlichen, in Großbritannien sind es ebenso wie in Schweden über 40 von 100, die beim ersten Verkehr ungeschützt sind, in vielen Ländern sogar noch weit mehr. In Die Strukturen im Gesundheitswesen in den USA, in Großbritannien, in Schweden und in weiten anderen Regionen der Welt schaffen offensichtlich hohe Schwellen, die es für Jugendliche schwierig oder unmöglich machen, frühzeitig in einem vertrauensvollen Rahmen ärztlich beraten zu werden und eine für sie geeignete, zuverlässige Verhütungsmethode zu bekommen."
Quellen:
Deutschland:
Statistisches Bundesamt Pressemitteilung Dezember 2014.
Schweden:
Health in Sweden: The National Public Health Report 2012.
sjp.sagepub.com/content/40/9_suppl/176.full und
Ekstrand M., M. Larsson, L Von Essen, T Tydén. Swedish teenager perceptions of teenage pregnancy, abortion, sexual behavior, and contraceptive habits--a focus group study among 17-year-old female high-school students. Acta Obstet Gynecol Scand. 2005 Oct;84(10):980-6.
Großbritannien:
Nat. Dep. of Health, Abortion Statistics, England and Wales: 2011.
USA:
Teenagers in the United States: Sexual Activity, Contraceptive Use, and Childbearing, 2006-2010 National Survey of Family Growth. U.S. Department of Health an Human Services, CDCP.
www.cdc.gov/nchs/data/series/sr_23/sr23_031.pdf
United Kingdom:
Family Planning Association. Teenagers: sexual health and behaviour factsheet
www.fpa.org.uk/factsheets/teenagers-sexual-health-behaviour
©BVF 2014


