18.06.2014
HPV-Test: IQWIG gibt keine Empfehlung für Einsatz in Krebsfrüherkennung
Das IQWiG bleibt bei seiner bisherigen Bewertung und sieht keinen Anlass, die Einführung des HPV-Tests in der Früherkennung des Gebärmutterhalskrebs in Deutschland zu empfehlen.
Das IQWiG sieht keinen Anlass, den HPV-Test zusätzlich in die frauenärztliche Krebsfrüherkennung einzuführen. Auch neue Publikationen, die in dem soeben erschienen Rapid Report des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ausgewertet wurden, zeigten zwar an, dass es mit Hilfe eines HPV-Tests, der zusätzlich zum Zellabstrich durchgeführt wird, gelingen konnte, mehr Vorstadien der Krebserkrankung zu entdecken. Auf die tatsächliche Rate an Krebserkrankungen und auf die Zahl der operativen Eingriffe (Konisationen) hatte die zusätzliche Testung jedoch langfristig keinen signifikanten Einfluss. Allerdings werden durch den Test 10% und mehr der untersuchten Frauen mit einem positiven Virustest konfrontiert, der keine Aussagekraft hat, weil die Infektion in den meisten Fällen folgenlos ausheilt. Die wiederholten, kostspieligen Nachkontrollen bei dieser großen Zahl von eigentlich gesunden Frauen, die über Monate und Jahre mit Krebsangst und Verunsicherung zurechtkommen müssen, stellen einen möglichen Schaden sowohl für die betroffenen Frauen als auch für die Kostenlast im Gesundheitswesen dar, der beträchtlich ist. Zu diesen Fragestellungen geben die neuen Publikationen keinerlei Auskunft. Deshalb bleibt das IQWiG bei seiner bisherigen Bewertung und sieht keinen Anlass, die Einführung des HPV-Tests in der Früherkennung des Gebärmutterhalskrebs in Deutschland zu empfehlen.
„Das größte Risiko, einen Krebs des Gebärmutterhalses zu entwickeln, haben Frauen, die nicht oder in zu großen Abständen zur Krebsfrüherkennung gehen, weil bei ihnen die Frühstadien nicht entdeckt und behandelt werden", so Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. „In Deutschland könnte bei dem bestehenden System der Krebsfrüherkennung die Zahl der krebskranken Frauen und derer, die am Gebärmutterhalskrebs sterben, um zwei Drittel gesenkt werden, wenn alle Frauen die Chance zur Früherkennung wahrnehmen. Dann hätte Deutschland mit großem Abstand weltweit die niedrigste Rate an Gebärmutterhalskrebs, ganz ohne HPV-Test."


