18.02.2008

Gynäkologische Fachorganisationen empfehlen weiterhin HPV-Impfung

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe und der Berufsverband der Frauenärzte empfehlen weiterhin die HPV-Impfung.

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe hat am 18. Februar 2008 persönlichen Kontakt mit dem Präsidenten des Paul-Ehrlich-Institutes in Langen aufgenommen, verantwortlich u.a. für Impfstoffe und Sera in Deutschland. Dabei wurde von Prof. Löwer festgehalten, dass die beiden tragischen Todesfällen im deutschsprachigen Raum, auch bei intensiver Untersuchung, einschließlich gerichtsmedizinischer Obduktion und biochemischer Diagnostik in keiner Weise in Zusammenhang mit der erfolgten HPV-Impfung stehen. Das Paul Ehrlich Institut (PEI) Langen, die Europäische Arzneimittelagentur (EMEA) London, als auch die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) Atlanta, empfehlen weiterhin uneingeschränkt die Durchführung der HPV-Impfung. Die Verunsicherung der Bevölkerung durch die Medien wird von den drei herausragenden Instituten abgelehnt und insbesondere wird vor unbegründeter Panik gewarnt.

Auslöser für diese Verunsicherung sind zwei bedauerliche Todesfälle in Europa, die in zeitlicher Nähe mit der HPV-Impfung standen.
Bei dem in Deutschland aufgetretenen Fall im letzten Sommer war der Tod einer 18-jährigen Frau, die am Tag nach der zweiten Impfung verstarb, Anlass umfangreicher Untersuchungen. Dieses tragische Ereignis wurde durch Recherchen der Herstellerfirma erfasst und dem Paul Ehrlich Institut in Langen gemeldet. Die Untersuchungsergebnisse der Obduktion ergaben keinerlei Hinweise auf die Ursache des Todes der jungen Frau, auch keinen Hinweis auf einen möglichen Zusammenhang mit der Impfung. Zudem hat das Paul Ehrlich Institut zusätzliche Untersuchungen veranlasst, die bis zum heutigen Tag ebenfalls keinen Hinweis auf einen Zusammenhang des Todesfalls mit dem Impfstoff ergeben haben.

In Österreich verstarb eine 19-jährige Frau drei Wochen nach der ersten Impfung. Auch hier konnte in der Obduktion kein Zusammenhang mit der Impfung, aber auch keine sonstige Todesursache, nachgewiesen werden.

In beiden Fällen haben sich die untersuchenden Institute auf einen ungeklärten Todesfall festgelegt. Plötzliche ungeklärte Todesfälle sind sehr selten, treten aber in allen Altersgruppen auf. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden betraf dies im Jahr 2006 bei 15-20 jährigen Frauen 22 Fälle auf 2,3 Millionen Mädchen, dies entspricht einer "sonstigen ungenau oder nicht näher bezeichneten Todesursache ICD R 99" ("ICD R 96 wird nicht mehr verwandt" (Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik NRW)) etwa alle zwei Wochen.

Weder das Paul Ehrlich Institut noch die EMEA sehen einen Grund, die HPV-Impfung einzuschränken. Das Paul Ehrlich Institut wird zu verschiedenen Fragen im Zusammenhang mit der HPV-Impfung bei jungen Frauen auf seiner Webseite (http://www.pei.de) zusätzliche Informationen bekannt geben.

Nachdem in den Vereinigten Staaten nun auch schon ein großer Teil der jungen Frauen geimpft worden ist, waren drei Todesfälle in zeitlicher Korrelation mit der Gardasil® Impfung aufgetreten, bei denen die Datenlage eine Bewertung erlaubte. Ursachen waren eine Myokarditis und zwei Mal eine Thromboembolie unter Einnahme oraler Kontrazeptiva. Die Untersuchung in USA hat ebenfalls keinen Zusammenhang der Todesfälle mit der HPV-Impfung ergeben, so dass die Centers for Disease Control ans Prevention (CDC), und die amerikanische Zulassungsbehörde Federal Drug Association (FDA) die HPV-Impfung weiterhin als sicher bewerten und mit völlig normaler Impfreaktion zu assoziieren.

Der in verschiedenen Medien veröffentlichten Aussage, die Zulassung des Impfstoffes sei zu früh erfolgt und an zu wenigen Teilnehmern untersucht worden, muss widersprochen werden. Immerhin sind 40 000 Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 26 Jahren eingeschlossen, über einen Zeitraum von 5 Jahren beobachtet worden. Dabei hatte sich der Impfstoff als so effektiv erwiesen, dass das für die Überwachung von Studien unabhängige Expertengremium frühzeitig aus ethischen Gründen die Impfung empfahl, damit auch die Placebo geimpften Studienteilnehmer von der protektiven HPV-Impfung gesundheitlichen Gewinn haben.

Da durch die Presse und Fernsehberichte eine zunehmende Verunsicherung der Patientinnen, junger Mädchen und deren Eltern auftreten, möchten wir Sie über die derzeitige Situation bei der HPV-Impfung informieren.
Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie bei der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe unter www.dggg.de und beim Berufsverband der Frauenärzte unter www.frauenaerzte-im-netz.de/de_20-fragen-zur-hpv-infektion_970.html.

Prof. Walter Jonat
Prof. Klaus Friese
Dr. Christian Albring
Prof. Peter Hillemanns

geplante TV-Beiträge zum Thema:

19.02.2008 21:00 ZDF: Frontal 21 19.02.2008 22:15 ARD: Tagesthemen21.02.2008 21:45 ARD: Monitor

Autor/Autoren: äin-red

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