18.06.2013
Grippe in der Schwangerschaft erhöht offenbar Risiko für bipolare Störung beim Nachwuchs
Eine weitere Studie kommt zu dem Schluss, dass eine Influenza in der Schwangerschaft das Risiko für neuropsychiatrische Erkrankungen beim Kind erhöht. Nachkommen von Müttern, die während der Schwangerschaft erkrankt waren, entwickelten
Eine weitere Studie kommt zu dem Schluss, dass eine Influenza in der Schwangerschaft das Risiko für neuropsychiatrische Erkrankungen beim Kind erhöht. Nachkommen von Müttern, die während der Schwangerschaft erkrankt waren, entwickelten im Erwachsenenalter viermal häufiger bipolare Störungen.
Frühere Untersuchungen haben bereits aufgezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen einer Grippe-Infektion während der Schwangerschaft und der späteren Entwicklung einer Schizophrenie beim Nachwuchs gibt. Nun zeigt eine neue Studie, dass offenbar auch das Risiko, an einer bipolaren Störung zu erkranken bei den Nachkommen steigt.
In der aktuellen Untersuchung wurden Daten der US-amerikanischen Bevölkerungsstudie Child Health and Development Study (CHDS) ausgewertet, die Schwangerschaften zwischen den Jahren 1959 und 1966 betrachtete. Nur 6,1% der Mütter waren damals gegen Grippe geimpft. Auch wurden über die Jahre Daten zum gesundheitlichen Verlauf des Nachwuchses erhoben, der aus diesen Schwangerschaften hervorging. Von den 92 Studienteilnehmern, bei denen im Erwachsenenalter eine bipolare Störung bestätigt wurde, waren 8,7% im Mutterleib einer Virusgrippe ausgesetzt gewesen. In der Kontrollgruppe, die aus 722 Studienteilnehmern ohne bipolare Störung bestand, lag die Quote bei nur 2,6%. Die Autoren errechneten aus diesen Daten ein etwa vierfach erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer bipolaren Erkrankung bei denjenigen Nachkommen, deren Mütter während der Schwangerschaft an Influenza erkrankt waren. Dieses Ergebnis blieb auch dann noch bestehen, wenn weitere Einflussfaktoren, wie das Alter der Mutter während der Schwangerschaft, oder psychiatrische Vorerkrankungen der Mutter berücksichtigt wurden.
Bemerkenswert war darüber hinaus, dass Frauen mit psychiatrischen Erkrankungen signifikant häufiger an Influenza erkrankten. Die Studienautoren vermuten, dass dieser Umstand möglicherweise mit einer höheren Anfälligkeit der psychisch erkrankten Frauen (Vulnerabilität) für Influenza-Infektionen zu erklären ist.
Für den Fall, dass weitere Untersuchungen einen kausalen Zusammenhang zwischen Influenzainfektionen in der Schwangerschaft und bipolaren Störungen bei den Nachkommen bestätigen, würde dies, nach Ansicht der Autoren, die Forderungen nach präventiven Maßnahmen für Schwangere bzw. Frauen im gebärfähigen Alter weiter unterstützen - insbesondere wenn weitere Risikofaktoren vorlägen. In Deutschland wird die Grippeimpfung für Schwangere (idealerweise ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel) empfohlen.
Literatur: Parboosing R et al. Gestational Influenza and Bipolar Disorder in Adult Offspring. JAMA Psychiatry 2013. Epub 8.Mai 201 (http://archpsyc.jamanetwork.com/article.aspx?articleID=1686037)
Quelle: springermedizin.de
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