18.10.2019

Gestillte Kinder zeigen eine verbesserte Reaktion auf Impfstoffe

Gestillte Kinder weisen vermehrt bestimmte Darmbakterien auf, die die Impfreaktion bei ihnen im Alter von bis zu zwei Jahren verbessern können.

Laut einer Studie des Agricultural Research Service (ARS) wurde bei gestillten Kindern im Alter von bis zu zwei Jahren festgestellt, dass sie höhere Konzentrationen eines bestimmten Darmbakteriums aufwiesen. Diese Darmbakterien verbesserten anscheinend die Reaktion auf Impfungen. Säuglinge in der Studie, die alle von Geburt an bis mindestens 15 Wochen gestillt wurden, entwickelten eine gesunde Darmflora, die u.a. reichlich Bakterien der Gattung Bifidobacterium enthielt.

Darmflora mit Bifidobacterium verbessern anscheinend Immunisierungserfolg

Es ist bekannt, dass Muttermilch spezielle Kohlenhydrate enthält, die das Wachstum von Bifidobacterium fördern. Stillen, von dem seit langem bekannt ist, dass es gut für die Gesundheit von Säuglingen ist, fördert u.a. auch das Wachstum von nützlichen Darmbakterien wie Bifidobacterium beim Baby.
Säuglinge mit den höchsten Anteil an diesen Bakterien, die vor dem Alter von 15 Wochen geimpft wurden, zeigten verbesserte Reaktionen auf verschiedene Immunisierungen (Tuberkulose, Polio [oral], Tetanus und Hepatitis B), die zwischen 42 und 107% stärker waren als bei Säuglingen mit den niedrigsten Bifidobacterium-Spiegeln. Und die verbesserte Reaktion hielt bis zum Studienende an - die Säuglinge waren dann etwa zwei Jahre alt.

Alle Säuglinge in der Studie wurden von Geburt an bis zu mindestens 15 Wochen gestillt, und etwas mehr als die Hälfte wurde bis zum Alter von zwei Jahren weiter gestillt. Diese Beobachtungsstudie fand in Dhaka, Bangladesch, bei Säuglingen statt, die bereits an einer anderen Studie teilgenommen hatten, in der die Wirkung der Vitamin-A-Supplementierung untersucht wurde, die mit Mitteln der Weltgesundheitsorganisation durchgeführt wurde.

Der Säuglingsdarm ist zunächst fast steril und bildet in der Regel in den ersten sechs Wochen eine „Basis-Darmflora“. Gleichzeitig entwickelt sich das Immunsystem des Kindes immer noch und lernt, unter anderem durch den Kontakt mit Mikroorganismen, auf eine neue, nicht sterile Umgebung zu reagieren. Die Darmflora, einschließlich Bifidobacterium, scheint an dieser Aufgabe beteiligt zu sein.

Quellen: medicalXpress, Agricultural Research Service (ARS)

Mehr Informationen zum Stillen: https://www.frauenaerzte-im-netz.de/schwangerschaft-geburt/stillen/

Autor/Autoren: äin-red

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