11.05.2026

Fragen und Antworten rund um Kaiserschnittnarben-Defekte

In Deutschland wird derzeit jedes dritte Kind per Sectio (Kaiserschnitt) geboren. Sectionarbendefekte sind eine häufige, aber oft übersehene Folge des Kaiserschnitts. Eine sorgfältige Diagnostik, individuelle Therapie und optimierte Operationstechniken können Beschwerden reduzieren und möglicherweise die Fruchtbarkeit verbessern.

Junge Mutter mit Kaiserschnittnarbe

Diese häufig gestellten Fragen haben die Expertinnen und Experten der Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. beantwortet:

Wie ist ein Sectionarbendefekt?

Ein Sectionarbendefekt ist eine strukturelle Veränderung der Gebärmutterwand im Bereich der Uterusnarbe nach einem Kaiserschnitt.

Typisch ist eine Einkerbung oder Aussackung der Vorderwand der Gebärmutter, häufig als sogenannte „Nische“ (Isthmozele) sichtbar. Diese Veränderung kann:

Gibt es unterschiedliche Formen von Sectionarbendefekten?

Ja, man unterscheidet mehrere Formen:

1. Klassische Nische (die häufigste Form):

2. Dehiszenter Wanddefekt
Hier ist die Gebärmuttervorderwand so stark ausgedünnt, dass kaum noch Wandgewebe vorhanden ist. Folge kann sein:

3. Adhäsionsbedingte Deformation
Bei starken Verwachsungen zwischen Uterus und Bauchwand:

Diese Fälle sind diagnostisch besonders schwierig.

Was ist die „Sectionarbenkrankheit“ (Caesarean Scar Disorder - CSD)?

Im Jahr 2023 wurde ein Krankheitsbild beschrieben, dass Caesarean Scar Disorder (CSD) genannt wird, zu Deutsch „Sectionarbenkrankheit“. Hierbei handelt es sich um ein Krankheitsbild, das als Folge einer Sectioentbindung entstanden ist. Von der WHO wurde die CSD mit der Nummerierung N85A in die ICD-Klassifikation aufgenommen.

Von einer CSD spricht man, wenn:

Primäre Symptome sind:

Sekundäre Symptome können sein:

 

Welche Symptome sind am häufigsten?

Die häufigsten Beschwerden sind:

Welche geburtshilflichen Folgen kann CSD haben?

Folgen einer Sectionarbenkrankheit wie eine Narbenschwangerschaft, eine Placenta percreta oder Uterusruptur stellen klinische Konsequenzen dar. Auch Fehlgeburten werden diskutiert. 

Können Sectionarbendefekte zu Unfruchtbarkeit führen?

Sectionarbendefekte können mit sekundärer Sterilität assoziiert sein. Mögliche Ursachen:

Frauen, die sich mit CSD vorgestellt und eine operative Sanierung erhalten haben, werden innerhalb einer definierten Zeit mit hoher Wahrscheinlichkeit schwanger.

Weitere Antworten auf Fragen zu Kaiserschnittnarben-Defekten

In Ihrem FAQ Sectionarbendefekte beantwortet die DGGG-Experten auch folgende tiefergehenden Fragen, die Sie online nachschlagen können:

Quelle: Pressemitteilung der DGGG e.V.

Autor/Autoren: äin-red