10.01.2013

Eisenmangel verursacht Frühgeburten

Frauen mit Eisenmangel haben häufiger Frühgeburten als Frauen ohne diese Mangelerscheinung. Deshalb ist es notwendig, vor und während der Schwangerschaft einen Eisenmangel zu entdecken und ausreichend zu behandeln.

Frauen mit Eisenmangel haben häufiger Frühgeburten als Frauen ohne diese Mangelerscheinung. Ihre Babys wachsen während der Schwangerschaft langsamer, kommen häufiger mit einem zu niedrigen Geburtsgewicht zur Welt, bleiben oft auch in den Folgejahren kleiner und anfälliger als andere Säuglinge und Kleinkinder. Sie leiden häufiger unter einer verminderten körperlichen Leistungsfähigkeit, schlechten Immunfunktionen und Lernstörungen. Deshalb ist es notwendig, vor und während der Schwangerschaft einen Eisenmangel zu entdecken und ausreichend zu behandeln.

Eisen wird im roten Blutfarbstoff eingebaut und ermöglicht es, Sauerstoff zu binden und zu transportieren. Wenn Eisen fehlt, wird weniger Blutfarbstoff gebildet, und die Körperzellen leiden dauerhaft unter Sauerstoffmangel. Deshalb sind die Anzeichen für einen Eisenmangel sehr allgemein: Man fühlt sich müde, abgeschlagen, ist schnell erschöpft; manchmal leidet man unter verstärktem Haarausfall. Da sich ein Eisenmangel meist langsam entwickelt, nehmen viele Menschen diese Symptome über einen langen Zeitraum überhaupt nicht wahr.

Da sich während der Schwangerschaft durch das Wachstum von Kind, Gebärmutter und Plazenta der Eisenbedarf verdoppelt, ist in Deutschland fast jede zweite Schwangere von einem Eisenmangel betroffen, so Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V.. Etwa bei jeder zehnten Schwangeren sind die roten Blutkörperchen als Folge des Eisenmangels so stark reduziert, dass man von einer Blutarmut, einer Anämie, sprechen muss.

Um eine Blutarmut frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig zu behandeln, wird bei den Schwangerenvorsorgeuntersuchungen zu Beginn der Schwangerschaft und ab der 24. Woche einmal pro Monat der Blutfarbstoff Hämoglobin bestimmt. Allerdings ist der Eisenmangel schon weit fortgeschritten, wenn er sich auf den Blutfarbstoff auswirkt. Eine zusätzliche Bestimmung des Eisenspeicher-Proteins Ferritin erlaubt eine frühzeitige Aussage darüber, ob bereits ein Mangel an Speicher-Eisen besteht oder nicht - ob also eine Reserve da ist, um langfristig die benötigte Menge des roten Blutfarbstoffs aufrecht zu erhalten. Selbst wenn noch ausreichend roter Blutfarbstoff vorhanden ist, sollte Eisen in dieser Situation auf jeden Fall zusätzlich eingenommen werden, damit sich aus dieser Situation für die Schwangere und ihr Kind keine Risiken entwickeln. Zu diesem Zeitpunkt ist es bereits nicht mehr möglich, die Unterversorgung durch Nahrungsmittel auszugleichen, zumal nur etwa 30% des Eisens aus tierischen Lebensmitteln und weniger als 10% aus pflanzlichen Lebensmitteln über den Darm aufgenommen werden. Da in der Schwangerschaft nicht nur die Schwangere, sondern auch ihr Baby vor den Folgen des Eisenmangels geschützt werden müssen, ist bei niedrigen Ferritinwerten und natürlich erst recht bei erniedrigten Werten des roten Blutfarbstoffs oder einem Mangel an roten Blutkörperchen auf jeden Fall die Einnahme von Eisenpräparaten angebracht. „Im Allgemeinen reicht es aber aus, Eisentabletten zu verwenden. Eine Eisengabe direkt ins Blut ist ganz wenigen Ausnahmefällen vorbehalten", so Prof. Dr. med. Ludwig, Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin.

Bei der Einnahme von Eisenpräparaten ist zu beachten, dass sie auf möglichst nüchternen Magen nur mit Wasser oder einem Saft aus Zitrusfrüchten eingenommen werden sollen. Kaffee, viele Teesorten, Milch und andere Lebensmittel, die Proteine enthalten, verhindern die Aufnahme von Eisen.

Tabelle: Die 10 Nahrungsmittel mit dem höchsten Eisengehalt.
Quelle: Nährwerttabelle der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. 2011.

Nahrungsquelle

Eisengehalt (mg/100g)

Nahrungsquelle

Eisengehalt (mg/100g)

Schweineleber22,1Blutwurst6,1Hühnereigelb7,2Weiße Bohnen6,0Rinderleber7,1Hirse5,9Linsen6,9Erbsen5,0Pfifferlinge6,5Haferflocken4,6


Pressemitteilung des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V. (BVF)
© BVF und DGGG 2012

Quellen:
Siemens, H.-J., M. Ludwig:

Diagnostik des Eisenmangels. FRAUENARZT 53(2012), 1039-1048.
Kirschner, W., K. Friese, J.W. Dudenhausen. Eisenmangel in der Schwangerschaft. Der Gynäkologe 44:759–766_• DOI 10.1007/s00129-011-2841-4
Kainer F., „Eisenmangelanämie: Prophylaxe in Schwangerschaft und Wochenbett“, gyne November 2011, S. 4 – 8

Autor/Autoren: äin-red

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