01.10.2020

Die Brust selbst untersuchen – die Nummer Eins der Früherkennung auch im Alter

Die Früherkennung von Brustkrebs durch Selbstabtasten der Brust bleibt auch im hohen Alter wichtig, auch wenn das Mammografie-Screening nur bis 69 Jahre geht.

Jetzt kann mir nichts mehr passieren, denken viele Frauen mit 70 Jahren, wenn sie keine Einladung mehr zum Mammografiescreening bekommen: „In meinem Alter sterbe ich eher am Schlaganfall als am Brustkrebs“. Richtig ist allerdings, dass im Alter über 70 Jahre mehr Frauen pro Jahr an Brustkrebs erkranken als zwischen 50 und 69 Jahren: Die Krebsdatenbank in Deutschland zeigt über 300 Brustkrebs-Erkrankungen pro 100.000 Frauen pro Jahr in dieser Altersgruppe an. Und sieben von zehn Frauen, bei denen der Brustkrebs erst mit 75 Jahren oder danach entdeckt wurde, überleben diese Diagnose noch zehn Jahre oder länger.

„Es lohnt sich also unbedingt, auch im höheren Alter die eigene Gesundheit und auch den Brustkrebs noch Ernst zu nehmen“, betont Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. Ein Brustkrebs könne im höheren Alter oft schonender behandelt werden, weil es sich häufig nicht um sehr aggressive Tumoren handelt. Wenn sich die Krebszellen nur langsam vermehren und nur eine sehr schwache Neigung haben, ins benachbarte Gewebe auszuwandern, können die medikamentöse Therapie und auch die Bestrahlung angepasst und verkürzt, in manchen Fällen auch ganz weggelassen werden. „Andererseits verbleiben auch einer 80jährigen Patientin häufig noch viele Lebensjahre. Daher ist es bei keiner Krebserkrankung angemessen, nachlässig zu werden. Letztlich kommt es immer darauf an, nicht nur dem Leben Jahre zu geben, also das Leben um jeden Preis zu verlängern, sondern auch den verbleibenden Jahren ein lebenswertes und glückliches Leben zu geben.“

Aus diesem Grund empfiehlt der Frauenarzt, dass auch Frauen in höheren Alter weiterhin regelmäßig mindestens alle drei Monate die Brust abtasten. Außerdem sollten sie auch weiterhin die Vorsorge beim Frauenarzt wahrnehmen. „Die jährliche Krebsfrüherkennung, zu der auch das Abtasten der Brust durch die Frauenärztin bzw. den Frauenarzt gehört, steht jeder Frau ihr ganzes Leben lang zu, auch wenn das Mammographie-Screeningprogramm beendet ist“, so Albring.

Quelle: Pressemitteilung des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V. anlässlich des Brustkrebsmonats Oktober
© BVF 2020

Autor/Autoren: äin-red

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