08.11.2011

Deutschland hat bei der Schwangerenvorsorge und der Geburtshilfe in Europa Vorbildcharakter

Die Übernahme der Schwangerenvorsorge in ärztliche Hand sowie die klinische Geburtshilfe in Deutschland vermochte die Mütter- und Kindersterblichkeit bei der Geburt in den vergangen 50 Jahren deutlich zu reduzieren.

Die Übernahme der Schwangerenvorsorge in ärztliche Hand sowie die klinische Geburtshilfe in Deutschland vermochte die Mütter- und Kindersterblichkeit bei der Geburt in den vergangen 50 Jahren deutlich zu reduzieren. „Deutschland nimmt innerhalb Europas eine Spitzenstellung - sowohl bei den Einlings- als auch bei den Mehrlingsschwangerschaften ein", betont Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) in München. Während 1961 noch rund 1.300 Mütter im Jahr bei der Geburt verstarben, sind es heute nur noch 37 Frauen. Nur in Norwegen ist die Zahl noch besser, weil dort ausnahmslos alle Geburten im Krankenhaus stattfinden. Auch die Kindersterblichkeit konnte deutlich gesenkt werden. Vor 50 Jahren verstarben je nach Region noch zwischen 35 bis 45 von 1000 Kindern zwischen der 22. Schwangerschaftswoche und der 4. Woche nach der Geburt. Heute sind es entsprechend nur noch 3,3 Todefälle bei Einlings- und 7,9 Todefälle bei Mehrlingsschwangerschaften. In Holland und England liegt die Anzahl dieser Sterbefälle zum Vergleich bei 6,6 und 5,4 bei Einlingsgeburten bzw. bei 15,6 und 15,8 bei Mehrlingsgeburten! „Frauenärzte, Krankenkassen und die Politik können auf diese Entwicklung stolz sein, die auf die verbesserte Versorgung der Schwangeren zurückzuführen ist", so der Präsident des BVF.

Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern - wie beispielsweise Holland und England - sind in Deutschland während der Schwangerschaft drei Ultraschall-Untersuchungen durch den Frauenarzt vorgesehen. Nur knapp 29 Prozent aller Schwangeren werden als Risikoschwangerschaften eingestuft - beispielsweise aufgrund von (Vor-) Erkrankungen der Mutter, wie Diabetes oder Adipositas. „In Deutschland werden diese Risikoschwangeren dann noch engmaschiger betreut als normale Schwangerschaften, um gesundheitlichen Risiken frühzeitig entgegentreten zu können", ergänzt der niedergelassene Frauenarzt. Die Einführung des Mutterpass im Jahre 1961 und dessen kontinuierliche Weiterentwicklung durch Frauenärzte ist für diese Entwicklung verantwortlich. Dieser Ausweis, den heute 99,7 Prozent (!) aller Schwangeren besitzen, enthält alle Informationen, die für die gesundheitliche Betreuung von Mutter und Kind wichtig sind.

Autor/Autoren: äin-red