13.01.2022

Corona-Impfung: Mögliche Zyklusveränderung vorübergehend und unbedenklich

Seit Impfstoffe gegen COVID-19 verfügbar sind, berichten immer wieder geimpfte Frauen über Veränderungen in ihrer Periode. US-amerikanische Forscher zeigten nun erstmals: Eine Corona-Impfung verlängert den weiblichen Zyklus nur kurzzeitig, äußerst gering und verändert nicht die Blutungsdauer.

Illustration: Humane Papillomaviren

Der Monatszyklus dauert im Mittel 28 Tage und beginnt mit dem ersten Tag der Menstruationsblutung (Menses). Die individuelle Zykluslänge kann mehrere Tage kürzer oder länger sein – und verläuft regelmäßig. Leichte Veränderungen gelten als normal, wobei Einflüsse wie Stress, Krankheiten, Klimawechsel (z.B. Fernreisen), Veränderungen in der Ernährung oder intensiver Sport den individuellen Zyklus stören können.

Rund 4.000 Frauen aus Portland nahmen mit einer Zykluskalender-App an der Studie teil

Dr. Alison Edelman und ihr Team von der Oregon Health & Science University untersuchten in einer prospektiven Studie, ob Corona-Impfungen den weiblichen Zyklus beeinflussen. Hierzu gewannen Sie rund 4.000 Frauen zwischen 18 und 45 Jahren, die mittels einer Zykluskalender-App an der Studie teilnahmen.

Frauen mit Polyzystischem Ovarialsyndrom, Schilddrüsenerkrankung oder Endometriose wurden ausgeschlossen, da bei diesen Erkrankungen Zyklusstörungen und unregelmäßige Blutungen üblich sind. Zudem wurden Frauen nachträglich ausgeschlossen, wenn sie während der Studie eine Notfallverhütungspille einnahmen – weil diese den Zyklus stören kann.

Zyklus nach Impfung im Durchschnitt weniger als 1 Tag länger – Blutungsdauer unverändert

Das Forscherteam wertete die Zyklusdaten von 2.403 geimpften Frauen aus, und zwar drei Zyklen vor und drei Zyklen ab der 1. Impfung. Von diesen erhielten 55 % Biontech, 35 % Moderna, 7 % Johnson & Johnson und 3 % machten keine Angaben zum verwendeten Impfstoff. Als Kontrolle dienten sechs aufeinanderfolgende Zyklen von 1.556 ungeimpften Frauen.

Die individuellen Zykluslängen der Teilnehmerinnen lagen zwischen 24 und 38 Tagen. Mit der Impfung verlängerte sich der betreffende Zyklus im Durchschnitt um etwas weniger als einen Tag: mit der ersten Impfdosis um 0,64 Tage, mit der zweiten Dosis um 0,79 Tage.

Da der Abstand zwischen 1. und 2. Impfung sechs Wochen betrug, erhielten rund 15 % (358) der Frauen beide Pikse im selben Zyklus. Bei diesen verlängerte sich der entsprechende Zyklus sogar um 1,5 bis 3 Tage.

Die Länge der Monatsblutung (Menses) blieb bei allen Teilnehmerinnen unverändert.

Veränderungen des individuellen Zyklus bei Impfungen nicht ungewöhnlich

Aus medizinischer Sicht sind die Studien-Ergebnisse beruhigend. Zum einen ist der Zyklus nur kurzzeitig nach der Impfung geringfügig verlängert Zum anderen bleibt die Länge der Menstruationsblutung unverändert. Des Weiteren sind bei Impfungen leichte Veränderungen in der Periode nicht ungewöhnlich, zumal das Immun- und Hormonsystem mit einander vernetzt sind.

Quelle: Edelman, A. et al. Association Between Menstrual Cycle Length and Coronavirus Disease 2019 (COVID-19) Vaccination: A U.S. Cohort. Obstetrics & Gynecology 2022. DOI: 10.1097/AOG.0000000000004695

 

 

Autor/Autoren: äin-red

Herausgeber:

Logo: Berufsverband der Frauenärzte e.V.

In Zusammenarbeit mit:

Logo: Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.

 

 

Datenschutz Gütesiegel

Weitere Gesundheitsthemen

Anästhesiologie www.anaesthesisten-im-netz.de

Allgemeine & Innere Medizin www.internisten-im-netz.de

HNO-Heilkunde www.hno-aerzte-im-netz.de

Kindergesundheit www.kinderaerzte-im-netz.de

Kinderrehabilitation www.kinder-und-jugendreha-im-netz.de

Lungenheilkunde www.lungenaerzte-im-netz.de

Neurologie & Psychiatrie www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org

Onkologische Rehabilitation www.reha-hilft-krebspatienten.de