11.07.2022

Corona-Impfung in der Schwangerschaft verringert Infektionsrisiko des Säuglings

Werdende Mütter übertragen Antikörper und Abwehrzellen auf ihr Ungeborenes. Eine norwegische Studie konnte nun zeigen, dass eine Cornona-Impfung in der Schwangerschaft den Säugling vor einer COVID-19-Infektion schützen kann.

Schwangere Frau wird geimpft

Rund 14 % der mit COVID-19 infizierten Babys unter einem Jahr erkranken kritisch [1]. Dr. Ellen Øen Carsen und ihr Team untersuchten, wie sich die Corona-Impfung mit mRNA-Impfstoff im 2./3. Schwangerschaftsdrittel auf das Infektionsrisiko des Säuglings in den ersten 4 Lebensmonaten auswirkt. [2]

Auf der Suche nach dem Nestschutz gegen die Delta- und Omikron-Variante

Die Forschenden aus Oslo, London und Ottawa analysierten die Daten aus drei bevölkerungsbasierten Registern Norwegens: dem Geburtenregister, Impfregister und dem Norwegischen Meldesystem für übertragbare Krankheiten.

Insgesamt wurden 21.643 Neugeborene ausgewertet und die Häufigkeit positiver PCR-Tests auf SARS-CoV-2 bei Säuglingen geimpfter und ungeimpfter Mütter verglichen. Als Zeiträume wählten die Forschenden September bis Dezember 2021 und Januar bis April 2022. Denn gegen Ende 2021 dominierte die Delta-Variante und Anfang 2022 beherrschte die Omikron-Variante das Infektionsgeschehen.

Babys vollständig geimpfter und geboosteter Mütter infizieren sich seltener mit Corona

Säuglinge infizierten sich in den ersten 4 Lebensmonaten deutlich seltener mit der Delta-Variante (September bis Dezember 2021), wenn die Mutter im 2./3. Schwangerschaftsdrittel vollständig geimpft oder geboostert worden war. Die Infektionshäufigkeit lag hierbei rund zwei Drittel niedriger – im Vergleich zu Säuglingen von Müttern, die sich weder vor noch während der Schwangerschaft gegen SARS-CoV-2 impfen ließen.

Babys entsprechend geimpfter Mütter infizierten sich ebenfalls seltener mit der Omikron-Variante (Januar bis April 2022). Die Infektionshäufigkeit lag in den ersten 4 Lebensmonaten ein Drittel niedriger – im Vergleich zu Babys ungeimpfter Mütter.

Die Studie belegt: Lassen sich Schwangere im 2. oder 3. Schwangerschaftsdrittel mit einem mRNA-Impfstoff gegen SARS-CoV-2 vollständig impfen oder boostern, dann kann sich die Immunität gegen COVID-19 auf das Ungebore übertragen. Dieser Nestschutz verringert das Infektionsrisiko in den ersten Lebensmonaten deutlich.

Dr. Carlsen und ihr Team beobachten die Babys weiter bis zu ihrem 12. Lebensmonat. Sie wollen herauszufinden, ob und wie der Nestschutz über 4 Monate hinaus weiterwirkt.

Quellen:

[1] Cui X, Zhao Z, Zhang T, et al. A systematic review and meta-analysis of children with coronavirus disease 2019 (COVID-19). J Med Virol. 2021;93(2):1057-1069. doi:10.1002/jmv.26398

[2] Carlsen EØ, Magnus MC, Oakley L, et al. Association of COVID-19 Vaccination During Pregnancy With Incidence of SARS-CoV-2 Infection in Infants, JAMA Internal Medicine (2022). DOI: 10.1001/jamainternmed.2022.2442

Autor/Autoren: äin-red

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