18.02.2011
Chlamydien-Problematik – DGGG empfiehlt Ausbau des bestehenden Screenings
Etwa 100.000 Frauen in Deutschland sind unfruchtbar, weil sie beim Geschlechtsverkehr mit Chlamydien angesteckt wurden. Ein erweitertes Früherkennungs-Programm könnte diese Infektionen eindämmen.
Etwa 100.000 Frauen in Deutschland sind unfruchtbar, weil sie beim Geschlechtsverkehr mit Chlamydien angesteckt wurden. Denn die Infektion mit Chlamydien verursacht meist keine spürbaren Symptome, kann aber bei der Frau dazu führen, dass die Eileiter sich entzünden und vernarben. Das Ergebnis ist Unfruchtbarkeit und ein hohes Risiko für Eileiter-Schwangerschaften. Ein Früherkennungs-Programm, das eine rechtzeitige Behandlung ermöglicht und die weitere Ausbreitung der Infektionen verhindern könnte, ist vom Gesetzgeber längst vorgesehen. Aber es ist bis heute kein praktikabler Weg gefunden worden, dieses Screening flächendeckend umzusetzen.
Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe empfiehlt, dass die Hindernisse auf dem Weg zu einem wirkungsvollen Chlamydien-Screening möglichst schnell beseitigt werden. Dazu gehören folgende Punkte:
Angebot des Screenings für alle Frauen bis 34 Jahre. Bisher lag die Altersgrenze bei 25 Jahren. Dadurch werden viele Infektionen bei Frauen, die später noch schwanger werden wollen, übersehen.Angebot des Screenings auch für Männer, so wie es den Niederlanden und in Großbritannien üblich ist, denn Männer sind ebenso wie Frauen Träger unentdeckter Infektionen.Untersuchung des Zell-Abstriches aus dem Gebärmutterhals. Derzeit wird im Labor nur der Urin untersucht, was dazu führt, dass Infektionen der Vagina häufig übersehen werden.Wiedereinführung der Meldepflicht, die seit 2001 ausgesetzt wurde. Damit könnte überprüft werden, ob sich die Infektion, an der derzeit schätzungsweise 300.000 Frauen und Männer pro Jahr neu erkranken, weiter ausbreitet, oder ob sie durch Aufklärung, durch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen beim Geschlechtsverkehr und durch ärztliche Früherkennung und Behandlung eingedämmt werden kann.Die ausführliche Stellungnahme der DGGG ist auf der Homepage der Fachgesellschaft publiziert.
www.dggg.de/publikationen/stellungnahmen/
Ihre Gesprächspartner:
Prof. Dr. med. Klaus Friese, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, Direktor der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Ludwig-Maximilian-Universität München, Campus Innenstadt und Großhadern, Maistr. 11, 80337 München. Tel. 089-5160-4100.
Dr. med. Gisela Gille, Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau e.V., Drögenkamp 1, 21335 Lüneburg, E-Mail: gille@aeggf.de.
Pressestelle der DGGG:
Susanna Kramarz, Oldenburgallee 60, 14052 Berlin. Tel. 030-30812311. E-Mail presse-1@dggg.de .


