18.01.2011
Brustkrebs: Krafttraining fördert kein Lymphödem
Brustkrebs-Patientinnen, die ein Jahr nach der Krebsdiagnose mit einem Krafttraining beginnen, haben kein höheres Risiko dafür, dass sich ein Armlymphödem entwickeln könnte.
Brustkrebs-Patientinnen, die ein Jahr nach der Krebsdiagnose mit einem Krafttraining beginnen, haben kein höheres Risiko dafür, dass sich ein Armlymphödem entwickeln könnte. Diese häufige Begeleiterkrankung nach einer Brustkrebs-Therapie trat bei Frauen, die trainierten, sogar seltener auf. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung um Kathryn Schmitz, die im Fachmagazin „The Journal of the American Medical Association (JAMA)" veröffentlicht wurde. „Frauen mit Brustkrebs sollten zur sportlichen Betätigung ermutigt werden und dabei kann auch zu einem moderatem Krafttraining geraten werden. Offenbar beugt ein kräftigendes Fitnesstraining der Entwicklung eines Lymphödems sogar ein Stück weit vor", kommentiert Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) die Ergebnisse der aktuellen Studie. Betroffene sollten sich jedoch zuvor mit ihrem behandelnden Arzt abstimmen, inwieweit körperliche Aktivität im individuellen Fall angeraten ist.
An der Untersuchung nahmen 134 Frauen teil, denen im Rahmen der Krebstherapie mindestens zwei Lymphknoten entfernt werden mussten. 72 der Frauen starteten ein bis fünf Jahre nach der Brustkrebs-Diagnose mit einem regelmäßigen Krafttraining, das in den ersten Wochen unter Anleitung eines Fitnesstrainers erfolgte. Die Trainingseinheiten wurden zweimal wöchentlich durchgeführt und enthielten Kräftigungsübungen von Bein- und Oberkörpermuskulatur, die allmählich gesteigert wurden. Die Patientinnen der Kontrollgruppe führten kein Krafttraining durch.
Ein Jahr später zeigte sich, dass von den Frauen des Fitnessprogramms 11 Prozent ein Lymphödem entwickelt hatten, von den Frauen der Kontrollgruppe hingegen 17 Prozent. Bei Patientinnen, denen fünf oder mehr Lymphknoten entfernt werden mussten hatten 7 Prozent ein Lymphödem gegenüber 22 Prozent aus der Gruppe, die kein Krafttraining durchgeführt hatte.
Die Beschwerden durch ein Lymphödem waren in der Patientinnengruppe, die ein Fitnesstraining mit Kraftsport durchführten also geringer, als bei den Frauen ohne Sport. „Es ist eine weitere Studie, die belegt, dass Frauen nach Brustkrebs von körperlicher Aktivität profitieren", meint Dr. Albring. „Während Krebspatienten früher eher zu körperlichen Schonung von geraten wurde, gilt es heute als gesichert, dass Sport die Lebensqualität von Patienten steigern kann. So tritt das Erschöpfungs-Syndrom „Fatique" seltener auf, die körperliche Leistungsfähigkeit kann sich verbessern sowie auch das physische und psychische Wohlbefinden", ergänzt der Präsident des Berufsverbandes.
Wichtig ist dabei, dass Patientinnen sich zuvor mit ihrem Arzt besprechen und ein moderates Training durchführen, das nur allmählich gesteigert wird. Übermäßige Belastung oder Überanstrengung sollten vermieden werden. Inzwischen werden auch von verschiedenen Einrichtungen oder Sportbunden entsprechende Programme angeboten, die sich speziell an Menschen nach Krebs oder Brustkrebs richten.
Etwa 17 Prozent der Brustkrebspatientinnen erleiden nach der operativen und radiologischen Therapie ein Armlymphödem. Dabei kommt es aufgrund der fehlenden oder beeinträchtigten Lymphknoten zu einem Rückstau von Gewebsflüssigkeit und dadurch zu Bewegungseinschränkung und Schmerzen - insbesondere im Bereich des Armes.
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