07.09.2020

60 Jahre Pille und 60 aktuelle Antworten rund um das Thema Verhütung

Alles rund um die Verhütung anlässlich des Weltverhütungstages und des Jahrestages "60 Jahre Pille" hat der Berufsverband der Frauenärzte zusammengestellt.

Anlässlich des Weltverhütungstages 2020 und anlässlich des Jahrestages „60 Jahre Pille“ hat der Berufsverband der Frauenärzte e.V. Fragen und Antworten zum Thema Verhütung mit und ohne Hormone in einem ausführlichen Dokument zusammengestellt. „Es handelt sich gleichzeitig auch um eine systematische Aufstellung der vielen Verhütungsmethoden mit ihrer Funktionsweise, ihren Vor- und Nachteilen“, so Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. „Wir möchten damit zeigen, wie vielfältig dieses Thema ist, welche Möglichkeiten bestehen und dass es sich immer lohnt, bei der Suche nach der individuell besten Lösung mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt im Gespräch zu bleiben.“

Methoden der Verhütung

1. Welche Methoden gibt es, um Schwangerschaften zu verhindern?
Die Lust auf Sex hat in der Biologie einen einzigen wesentlichen Zweck, nämlich Nachwuchs zu erzeugen und die Art zu erhalten. Der Wunsch, Sex zu haben, dabei aber gezielt Nachwuchs zu verhindern, bedeutet deshalb einen tiefen Eingriff in die Biologie.

Folgende unterschiedliche Varianten kommen in Frage, wenn Sex gewünscht ist, Nachwuchs aber nicht:

    2. Wie funktioniert die Kalendermethode?
    Ein Menstruationszyklus beginnt mit dem ersten Tag der Monatsblutung. Nach etwa 10-18 Tagen verlässt eine reife Eizelle den Eierstock und wandert durch den Eileiter in die Gebärmutter. Sie lebt nur 24 Stunden. In dieser Zeit muss die Befruchtung stattfinden, danach geht nichts mehr. Die Kalendermethode macht sich dieses Wissen zu Nutze. Sie versucht, im Voraus die fruchtbaren Tage des Zyklus zu berechnen. Da Spermien bis zu fünf Tage lang in der Gebärmutter überleben können, darf ab fünf Tage vor dem rechnerisch vermuteten Eisprung kein ungeschützter Sex mehr stattfinden.

    3. Wie funktioniert die symptothermale Methode und wie zuverlässig ist sie?
    Hierbei wird regelmäßig morgens vor dem Aufstehen die Körpertemperatur gemessen und aufgezeichnet, UND gleichzeitig ebenso regelmäßig der Schleim, der vom Muttermund in die Vagina abgegeben wird, mit den Fingern untersucht. Etwa fünf Tage vor dem Eisprung beginnt dieser Schleim sich in typischer Weise zu verändern. Weil Spermien in der Gebärmutter bis zu fünf Tagen überleben können, darf ab diesem Zeitpunkt kein Sex mehr stattfinden, oder nur noch mit Barrieremethoden, und zwar so lange, bis die Körpertemperatur nach dem Eisprung angestiegen ist UND die Veränderungen des Schleims vorüber sind. Danach ist bis zum Beginn der Menstruation Sex auch ohne Barrieremethoden möglich, ohne dass es zu einer Schwangerschaft kommt.

    4. Wie funktioniert die Verhütung mit Hilfe der LH-Messung?

    Einige Verhütungscomputer verbinden die Temperaturmessung mit einer Messung des Hormons LH aus dem Urin. LH steigt aber erst direkt vor dem Eisprung an. Spermien können jedoch in der Gebärmutter bis zu fünf Tage überleben. Wenn es um die Verhütung geht, kommt die LH-Messung also zu spät.

    5. Wie funktionieren Kondome?

    Kondome werden über den bereits erigierten Penis gezogen und sollen verhindern, dass Spermien in die Vagina gelangen. Außerdem schützen sie als einziges Verhütungsmittel vor sexuell übertragbaren Infektionen.

    6. Wie funktionieren Diaphragma und Femidom?
    Diaphragma und Femidom werden vor dem Sex so in die Vagina eingelegt, dass sie den Muttermund abschließen. Ohne zusätzliches Gel, das die Spermien unbeweglich macht, haben sie aber keine ausreichende Verhütungswirkung.

    7. Wie funktioniert Vaginal-Gel?
    Es gibt unterschiedliche Vaginal-Gele, die Spermien unbeweglich machen. Das früher übliche Nonoxinol, das Spermien abtöten konnte, ist heute nicht mehr zugelassen, weil es die Haut der Vagina reizen und schädigen konnte. Eine zuverlässige Spermien-hemmende Wirkung tritt ein, wenn das Gel einen pH unter 4 hat. Eine alleinige Verwendung eines Vaginalgels hat keine ausreichende Zuverlässigkeit. Ein solches Gel muss sachgerecht mit einem Diaphragma oder Femidom kombiniert werden.
    Die US-amerikanische FDA hat kürzlich ein Vaginal-Gel zur alleinigen Anwendung als Verhütungsmittel zugelassen. Dieses Gel hat eine Versagerquote von 14%. Das heißt, dass 14 von 100 Frauen, die das Gel anwenden, pro Jahr ungewollt schwanger werden. Es handelt sich also um ein hoch unzuverlässiges Verhütungsmittel.

    8. Wie funktioniert die Verhütung mit Kupfer?

    Kupferspirale, -kette oder -ball werden von der Frauenärztin oder dem Frauenarzt in die Gebärmutter eingelegt. Einige Produkte enthalten zusätzlich noch ein anderes Metall, meist Gold. Das Kupfer verursacht eine leichte Veränderung der Schleimhaut der Gebärmutter. Außerdem wird die Beweglichkeit der Spermien gehemmt. Ein befruchtetes Ei könnte sich nicht einnisten.

    9. Wie funktioniert die Sterilisation der Frau?

    Bei der Sterilisation der Frau werden die Eileiter, also die Verbindung zwischen Eierstöcken und Gebärmutter, unterbunden oder entfernt. Dadurch ist es nicht mehr möglich, dass ein Ei in die Gebärmutter gelangt bzw. befruchtet wird Eisprung und Menstruationszyklus bleiben erhalten.

    10. Wie funktioniert die Sterilisation des Mannes?

    Bei der Sterilisation des Mannes werden die Samenleiter unterbunden, so dass Spermien nicht mehr ins Ejakulat gelangen.

    11. Wie funktionieren Östrogenrezeptorhemmer?

    Ausschließlich in Indien wird ein Arzneimittel, das die Östrogenrezeptoren hemmt, als Verhütungsmittel eingesetzt. Weltweite Zulassungen sind von der Herstellerfirma nicht geplant.

    12. Wie funktioniert die hormonelle Verhütung mit Östrogenen und Gestagenen?
    Der Östrogen-Anteil in der hormonellen Verhütung erweckt in der Hirnanhangsdrüse den Eindruck, der Eierstock sei bereits aktiv. Deshalb hört das Gehirn auf, den Eierstock zu stimulieren und Eizellen reifen zu lassen.
    Zur Umwandlung der durch die Östrogen-Wirkung gewachsenen Schleimhaut werden Gestagene zugesetzt. Sie verfestigen außerdem den Schleim im Gebärmutterhals, so dass Spermien daran gehindert werden, in die Gebärmutter zu gelangen.

    13. Wie funktionieren die hormonelle Methoden nur Gestagen?
    Gestagene verfestigen den Schleim im Gebärmutterhals. Dadurch werden Spermien daran gehindert, in die Gebärmutter zu gelangen. Bei manchen Verhütungsmitteln, die Gestagene enthalten, wird auch der Eisprung unterdrückt. Die Einnahme muss ohne Pause täglich zur gleichen Tageszeit erfolgen.
    In einer sehr hohen Dosis eingenommen, kann das Gestagen Levonorgestrel als Pille danach den Eisprung verzögern, wenn es mindestens 24 Stunden vor dem Eisprung eingenommen wird.

    Zuverlässigkeit unterschiedlicher Verhütungsmethoden

    14. Wie zuverlässig ist die Kalendermethode, und wann versagt sie?
    Die Kalendermethode ist absolut unzuverlässig. Da man nie wissen kann, ob der Eisprung vielleicht um einige Tage früher oder später kommt als errechnet, ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, sich zu verrechnen. Von 100 Frauen, die versuchen, per Kalendermethode zu verhüten, werden pro Jahr bis zu 30 schwanger. Diese hohe Unsicherheit gilt auch für sämtliche Zyklus-Apps, die ausschließlich auf der Zählung und Berechnung von fruchtbaren und unfruchtbaren Tagen beruhen. Auch eine Kombination mit der LH-Messung macht die Methode nicht wesentlich genauer.
    Die Kalendermethode und damit die meisten Verhütungs-Apps sind als Verhütungsmethoden für niemanden geeignet.

    15. Wie zuverlässig ist die symptothermale Methode, und wann versagt sie?
    Die natürliche Verhütung mit Temperatur und Beobachtung des Schleims aus dem Gebärmutterhals kann fast so zuverlässig sein wie die Pille, wenn die Frau einen regelmäßigen Lebensrhythmus hat, und die Methode täglich und sorgfältig auch dann anwendet, wenn sie gerade keinen Sex und keinen Partner hat. In allen anderen Fällen ist sie zur Verhütung ungeeignet. Die Methode versagt bei jeder Art von Stress, und wenn der Schleim und die Temperaturkurve nicht zuverlässig beurteilt werden können.

    16. Wie zuverlässig ist das Kondom, und wann versagt es?

    Auch dann, wenn das Kondom immer korrekt angewendet wird, werden im Lauf eines Jahres 2 von 100 Frauen mit dieser Verhütungsmethode schwanger. Die Methode versagt, wenn das Kondom abrutscht oder reißt. Wenn Kondome verwendet werden, dürfen keine Gleitmittel auf Silikon- oder Ölbasis verwendet werden. Beides kann das Latex-Material angreifen.

    17. Wie zuverlässig ist die Kombination von Diaphragma und Vaginalgel, und wann versagt sie?
    Wenn das Diaphragma mit Vaginalgel verwendet wird, aber ohne Beachtung der fruchtbaren Tage – siehe oben -, dann liegt die Versagerquote bei 5% und darüber. Die Methode versagt, wenn das Diaphragma nicht richtig sitzt, nicht genug Gel verwendet wurde, oder das Gel bei mehrmaligem Sex nicht ausreichend nachdosiert wurde.

    18. Wie zuverlässig ist sind kombinierte hormonelle Verhütungsmittel, und wann versagen sie?

    Die Verhütung mit Östrogen plus Gestagen gehört zu den zuverlässigsten Methoden. Bei korrekter Anwendung ohne Anwendungsfehler haben Pille, Verhütungsring und Verhütungspflaster eine Versagerquote von unter 1%. Eine vergessene Einnahme muss unbedingt innerhalb von 12 Stunden nachgeholt werden.
    Die Methode versagt nicht nur bei Einnahmefehlern, sondern auch bei Erbrechen und Durchfall und eventuell auch bei der Einnahme von Antibiotika, einigen Antidepressiva und anderen Arzneimitteln.

    19. Wie zuverlässig ist die Verhütung mit Gestagenen-Pillen, und wann versagt sie?
    Die Verhütung mit Gestagen-haltigen Pillen ist fast so zuverlässig wie die mit Östrogen und Gestagen. Allerdings muss das Zeitintervall von 24 Stunden etwas genauer eingehalten werden.
    Die Methode versagt nicht nur bei Einnahmefehlern, sondern auch bei Erbrechen und Durchfall und eventuell auch bei der Einnahme von Antibiotika, einigen Antidepressiva und anderen Arzneimitteln.

    20. Wie zuverlässig ist die Hormonspirale, und wann versagt sie?

    Die Hormonspirale gehört zu den zuverlässigsten Verhütungsmitteln. Nur eine von 200 Frauen, die die Spirale über ein Jahr anwenden, wird ungewollt schwanger. Die Methode versagt, wenn die Spirale verrutscht oder verlorengeht; deshalb sind regelmäßige Ultraschall Kontrollen wichtig. Bei liegender Spirale ist ein Versagen der Methode sehr selten, solange die Intervalle bis zum Wechsel nicht hinausgezögert werden.

    21. Wie zuverlässig ist die Verhütung mit Gestagen-Implantat oder -Spritze, und wann versagt sie?

    Das Verhütungsstäbchen und die Verhütungsspritze haben eine Zuverlässigkeit, die mit der der Pille vergleichbar ist. Voraussetzung ist, dass die Zeitspanne zwischen dem Einsetzen des neuen Verhütungsstäbchens oder der neuen Spritze exakt eingehalten wird.

    22. Wie zuverlässig ist die Sterilisation von Frau und Mann?
    Wenn die Eileiter nur durchtrennt werden, aber erhalten bleiben, dann kann es immer noch in Einzelfällen zu ungewollten Schwangerschaften kommen. Nur dann, wenn die Eileiter entfernt werden, sind künftige Schwangerschaften ausgeschlossen.
    Die Sterilisation des Mannes ist zuverlässig, wenn 2 Monate nach dem Eingriff keine Spermien im Ejakulat mehr nachweisbar sind.

    23. Wie zuverlässig ist der indische Östrogenrezeptor-Hemmer?

    Der Östrogenrezeptor-Hemmer, der ausschließlich in Indien zugelassen ist, hat eine Versagerquote von 5% und darüber.

    24. Wie zuverlässig ist die Notfallverhütung, und wann versagt sie?
    Die Pille danach kann eine Schwangerschaft nur dann verhindern, wenn sie so schnell wie möglich nach dem ungeschützten Sex und vor dem Eisprung verwendet wurde. Ulipristalacetat kann länger angewandt werden als Levonorgestrel, das nur innerhalb von 72 Stunden wirksam ist. Wenn der Abstand zum ungeschützten Sex größer wird, oder wenn die Frau übergewichtig ist, nimmt die Zuverlässigkeit weiter ab.
    Ulipristalacetat ist selbst bei Einnahme unmittelbar vor der Ovulation noch wirksam, wenn der LH-Anstieg bereits erfolgt ist.

    Positive Effekte zusätzlich zur Verhütungs-Wirkung
    25. Welche positiven zusätzlichen Effekte hat die symptothermale Methode?
    Die natürliche Verhütung unter regelmäßiger Registrierung von Körpertemperatur und Zervixschleim ist frei von Hormonen und medizinischen Anwendungen und auch von der katholischen Kirche zugelassen. Die Anwenderin lernt ihren Zyklus und ihren Körper im Lauf der Zeit sehr genau kennen.

    26. Welche positiven zusätzlichen Effekte hat das Kondom?
    Das Kondom ist die einzige Methode, sich weitgehend vor sexuell übertragbaren Erkrankungen zu schützen. Daher sollte das Kondom bei jedem neuen Sexualpartner eine Zeit lang verwendet werden, auch wenn gleichzeitig eine weitere, zuverlässigere Verhütungsmethode verwandt wird.

    27. Welche positiven zusätzlichen Effekte hat das Diaphragma?
    Das Diaphragma, zusammen mit einem Spermien-hemmenden Vaginal-Gel, kann die natürliche Verhütung sinnvoll unterstützen und in dieser Kombination eine zusätzliche Sicherheit darstellen.

    28. Welche positiven zusätzlichen Effekte haben kombinierte hormonelle Verhütungsmittel?
    Bei der kombinierten hormonellen Verhütung werden ein Östrogen-Anteil (Ethinylestradiol oder das natürlich Estradiol) und ein Gestagenanteil kombiniert. Das Östrogen führt zum regelhaften Aufbau der Schleimhaut und ermöglicht regelmäßige Blutungen.
    Die verschiedenen Gestagene haben auch unterschiedliche Profile. Allen gemeinsam ist, dass sie das starke Wachstum der Schleimhaut in der Gebärmutter hemmen und sie umwandeln. Dadurch fällt die Blutung in der Pillenpause schwächer und weniger schmerzhaft aus.
    Viele Gestagene haben eine zusätzliche Wirkung. Einige wirken den Wassereinlagerungen entgegen, die unter Östrogeneinfluss entstehen können. Andere hemmen die Wirkung der männlichen Hormone im Körper und eine hormonbedingte Akne und einen verstärkten Haarwuchs am Körper.
    Dienogest hemmt den Aufbau der Schleimhaut in der Gebärmutter stärker als die anderen Gestagene, ist als einziges Gestagen auch in Monotherapie zur Behandlung der Endometriose zugelassen und eignet sich für den Langzyklus ohne regelmäßige Menstruationen.
    Wenn in der Einnahmepause regelmäßig Kopfschmerzen auftreten, die Blutungen sehr schmerzhaft sind, oder eine Endometriose vorliegt, kann eine kombinierte hormonelle Verhütung auch über mehrere Monate fortgesetzt werden.

    29. Welche positiven zusätzlichen Effekte hat die Hormonspirale?
    Bei Verwendung der Gestagen-haltigen Hormonspirale gehen allmählich die Stärke der Blutung und damit die Menstruationsschmerzen zurück. Die Frau verliert weniger Blut und braucht weniger Tampons und Binden.

    30. Welche Verhütung ist bei heftigen Regelschmerzen geeignet?

    Die Gestagene, die in der hormonellen Verhütung verwendet werden, hemmen den Aufbau der Schleimhaut in der Gebärmutter und bewirken, dass sie sich besser löst. Deshalb nehmen bei allen hormonellen Verhütungsvarianten allmählich die Menstruationsschmerzen ab. Besonders stark ist der Effekt bei dem Gestagen Dienogest, das auch zur Behandlung der Endometriose zugelassen ist. Einlagen mit Kupfer – also Kupferspirale, -ball und -kette – können Regelblutung und -schmerzen verstärken.

    31. Welche Verhütung ist nach der Geburt und in der Stillzeit empfehlenswert?

    Solange eine Frau ihr Baby voll stillt, ist ein gewisser, aber kein zuverlässiger Schutz vor einer neuen Schwangerschaft vorhanden. Als Verhütung kommen nur Gestagen-haltige hormonelle Methoden in Frage. Eine Spirale darf erst gelegt werden, wenn sich die Gebärmutter vollständig zurückgebildet und gefestigt hat. Wird die Spirale zu früh gelegt, dann kann es passieren, dass sie falsch liegt, bzw. bei der Einlage die noch weiche Wand der Gebärmutter durchstoßen wird.

    32. Welche Verhütung kommt in Frage, wenn das Thromboserisiko sehr hoch ist, zum Beispiel wenn schon früher Thrombosen vorgekommen sind, bei Übergewicht, bei Raucherinnen?
    Kombinierte hormonelle Verhütungsmethoden kommen hier nicht in Frage. Dazu gehören neben der Östrogen-haltigen Pille auch der hormonelle Verhütungs-Ring und das Verhütungs-Pflaster. Reine Gestagenpräparate sind nach Abwägung möglich, also die Hormonspirale, das Hormon-Implantat und reine Gestagenpillen, die sogenannten Minipillen. Diese müssen jeden Tag ohne Pause eingenommen werden, sonst verlieren sie ihre Wirksamkeit.

    33. Was ist eine zuverlässige, geeignete Methode für junge Mädchen und Frauen?
    Kondome sind immer empfehlenswert, um das Risiko von sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten einzudämmen. Aber sie sind – vor allem in der Hand des Ungeübten - nicht zuverlässig genug, wenn eine Schwangerschaft auf jeden Fall verhindert werden soll. Die natürliche Verhütung braucht einen regelmäßigen Zyklus von mindestens 27 Tagen Länge und eine möglichst regelmäßige Lebensführung mit einem gleichmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus. Deshalb ist die natürliche Verhütung für junge Mädchen und Frauen noch ungeeignet. Die Kupferspirale kann die Monatsblutung verstärken und schmerzhafter machen, sie ist deshalb bei jungen Mädchen mit sehr schmerzhafter Monatsblutung weniger gut geeignet. Eine auf die individuelle Situation hin angepasste und ausgewählte, möglichst niedrig dosierte hormonelle Verhütung ist hier meistens der richtige Weg, sei es als Pille, Ring oder Spirale.

    34. Welche Verhütungsmethode ist bei PCOS geeignet?
    Beim PCOS liegt ein Überwiegen der männlichen Hormone – der Androgene - vor im Organismus vor. Man findet eine Störung der Reifung der Eizellen mit vielen Zysten in den Eierstöcken, häufig verbunden mit Akne und einem männlichen Typ an Behaarung im Gesicht und am Körper. Es gibt einige hormonelle Verhütungsmittel, mit denen speziell dieses androgene Übergewicht und die Symptome ausgeglichen werden können. Diese Verhütungsmittel können sogar dazu führen, dass sich die Eierstöcke erholen, so dass es anschließend wieder zu regelrechten Eisprüngen und zu einer Schwangerschaft kommen kann, wenn gleichzeitig ein bestehendes Übergewicht reduziert wird.

    35. Gibt es Verhütungsmethoden, die bei stärkerem Übergewicht unwirksam werden?
    Die üblichen hormonellen Verhütungsmittel sind so dosiert, dass sie auch bei Übergewicht zuverlässig wirken. Bei sehr schlanken Frauen kann man aber eher eine Pille mit einer niedrigen Östrogendosis verwenden.
    Es ist bekannt, dass die Pille danach bei erhöhtem Körpergewicht an Zuverlässigkeit verliert. Wenn eine Frau mit einem BMI über 30 eine Notfallverhütung braucht, dann kommt eigentlich nur die sofortige Einlage einer Kupferspirale in Frage.

    Negative Effekte unterschiedlicher Verhütungsmethoden

    36. Welche negativen Effekte sind bei der Kalendermethode zu beachten?
    Der besondere negative Effekt der Kalendermethode ist, dass sie nicht zuverlässig funktioniert, sondern eine hohe Zahl an unerwünschten Schwangerschaften zur Folge hat.

    37. Welche negativen Effekte sind bei der symptothermalen Methode zu beachten?

    Die symptothermale Methode, auch „natürliche Verhütung“, braucht regelmäßig viel Aufmerksamkeit. Die Technik der Selbstbeobachtung sollte gelernt werden, zum Beispiel in den – kostenpflichtigen - Kursen. Soll diese Methode eine hohe Zuverlässigkeit haben, dann sollte sie bis zwei Tage nach dem gesicherten Eisprung mit einer Barrieremethode kombiniert werden.

    38. Welche negativen Effekte sind beim Diaphragma zu beachten?

    Wenn das Diaphragma nach dem Gebrauch nicht sehr sorgfältig gesäubert (und nach zwei Jahren erneuert) wird, kann es zum Keimträger werden und die Entstehung von Infektionen in der Vagina begünstigen. Bei bestehenden vaginalen Infektionen sollte ein Diaphragma nicht verwendet werden. Das Vaginal-Gel, das zusammen mit Diaphragma und Femidom verwendet wird, macht für mehrere Stunden die eigene Beurteilung des Zervixschleims unmöglich.

    39. Welche negativen Effekte sind beim Kondom zu beachten?
    Das Latex, das in vielen Kondomen enthalten ist, kann Kontaktallergien hervorrufen, und zwar bei der Frau häufiger als beim Mann. Es äußert sich in Brennen und Juckreiz im Genitalbereich während und nach dem Sex. Diese Symptome können aber auch von Gleitgelen hervorgerufen werden, besonders von solchen, die ein stärkeres sexuelles Erlebnis versprechen und deshalb häufig Pfeffer-ähnliche Wirkstoffe enthalten.
    Bei einer Latex-Allergie sollten Latex-freie Kondome verwendet werden. Kondome können bei unsachgemäßer Verwendung bzw. bei Ungeübten reißen.

    40. Welche negativen Effekte sind bei der hormonellen Verhütung zu beachten?

    Die Bestandteile, die in der hormonellen Verhütung enthalten sind, können sich unterschiedlich auswirken. Die meisten Mädchen und Frauen bemerken keine negativen Veränderungen. Selten treten eine Veränderung der Stimmung, Kopfschmerzen, oder Schwindel und Übelkeit, sowie gelegentlich eine Verschlechterung einer Akne oder Spannen in der Brust auf. Auch auf die Libido wirkt sich die hormonelle Verhütung unterschiedlich aus. Manche Frauen bemerken eine stärkere Libido, andere eine schwächer werdende Lust; meist handelt es sich aber um ein multifaktorielles Geschehen - wie Gewöhnung, Stress, Ablehnung des Partners - und kann nicht allein der Pille zugeordnet werden.
    Wenn eine Pille nicht vertragen wird, lohnt es sich immer, eine andere auszuprobieren, mit einer eventuell niedrigeren Östrogendosis oder einem anderen Gestagen.
    Zum Einfluss der hormonellen Verhütung auf die Blutgerinnung siehe unten.

    41. Welche negativen Effekte sind bei der Pille danach zu beachten?
    Die Pille danach enthält eine hohe Arzneimittelmenge. Sie verursacht auch Übelkeit und Schwindel, manchmal Erbrechen. Außerdem verschiebt sich der Eisprung nur um einige Tage nach hinten, er wird nicht verhindert. Deshalb muss unbedingt nach der Anwendung der Notfallverhütung bis zur nächsten Regelblutung mit einer Barrieremethode verhütet werden, auch dann, wenn nach der Notfallverhütung die normale hormonelle Verhütung weiterverwendet wird.

    42. Welche negativen Effekte sind bei der Hormonspirale zu beachten?
    Eine Spirale kann in seltenen Fällen unbemerkt verloren gehen, und in sehr seltenen Fällen die Wand der Gebärmutter durchdringen. Beides sollte unbedingt frühzeitig entdeckt werden. Deshalb sind regelmäßige Kontrollen in der gynäkologischen Praxis unbedingt sinnvoll.
    Die Hormonmenge, die aus der Hormonspirale in den Kreislauf übergeht, ist minimal. Trotzdem kann das im Einzelfall zu unerwünschten Symptomen wie etwa Kopfschmerzen oder einer Verschlechterung der Stimmung führen. Solche Veränderungen sollten in der Frauenarztpraxis besprochen werden.

    43. Welche negativen Effekte sind bei der Depotspritze zu beachten?
    Die Depotspritze enthält das Gestagen Etonogestrel. Da in den ersten Wochen nach der Injektion eine hohe Dosis des Arzneimittels wirksam ist, kann es zu Kopfschmerzen, Brustspannen und Übelkeit kommen, ebenso auch zu anhaltenden Schmierblutungen. Es gibt keine Möglichkeit, diese Nebenwirkungen zu unterbrechen. Man kann nur abwarten, bis sie abklingen.
    Außerdem klagen manche Anwenderinnen über eine Gewichtszunahme.

    44. Welche negativen Effekte sind beim Verhütungsstäbchen zu beachten?

    Das Implantat-Stäbchen, das ebenfalls das Gestagen Etonogestrel enthält und meist in den Oberarm eingesetzt wird, gibt seine Arzneimittelmenge langsamer ab als es zum Beispiel bei der Dreimonatsspritze der Fall ist. Deshalb sind im Alltag auch seltener Nebenwirkungen zu erwarten. Manchmal kann das Stäbchen selbst etwas schmerzhaft sein. Das muss mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt besprochen werden.
    Nachteilig ist, dass es nach drei Jahren operativ entfernt werden muss.

    45. Welche negativen Effekte sind Kupferkette, -ball und -spirale zu beachten?

    Kupfer-Einlagen in der Gebärmutter rufen eine ständige, leichte Reaktion der Schleimhaut hervor. Unter anderem kann dadurch die Menstruationsblutung stärker und schmerzhafter sein als vorher.
    Das Ende der Kupferkettewird beim Einsetzen in die Wand der Gebärmutter hineingedreht und haftet dort fest. Wird die Kette nach einigen Jahren wieder entfernt, wird sie mit einem kurzen Ruck wieder aus der Gebärmutterwand herausgerissen. Es ist nicht auszuschließen, dass es hierbei zu Verletzungen der Gebärmutterwand kommen kann.

    46. Welche negativen Effekte sind bei der Sterilisation zu beachten?

    Die Sterilisation der Frau ist eine Operation im Bauchraum, die in Vollnarkose durchgeführt wird. Es kann hierbei in seltenen Fällen zu Verletzungen der Organe und zu Narkosezwischenfällen kommen bzw. nach der Operation zu Entzündungen. Beides kann nie mit Sicherheit ausgeschlossen werden.
    Einfacher und besser ist immer die Sterilisation des männlichen Partners, deren Erfolg auch kontrolliert werden kann.

    47. Welche negativen Effekte sind bei Östrogenrezeptor-Hemmern zu beachten?

    In Studien der Hersteller wird von bis zu 7% Eierstockszysten gesprochen und von 5% Kopfschmerzen und Übelkeit. Hersteller-unabhängige Studien fehlen.

    48. Kann die Pille depressiv machen?
    Eigentlich zeigt die langjährige frauenärztliche Erfahrung, dass Depressionen nicht zu den typischen Nebenwirkungen der Pille gehören. In skandinavischen Bevölkerungsregistern wurde allerdings ein Zusammenhang hergestellt: Junge Mädchen, die die Pille nahmen, wurden verglichen mit gleichaltrigen Mädchen, die die Pille nicht verwendeten. Denjenigen Mädchen und Frauen, die nie hormonell verhütet hatten, wurden Antidepressiva in 1,7% verordnet. Diejenigen, die die Pille bekamen, erhielten in 2,2% ein Antidepressivum. Die Autoren schlossen daraus, dass es die Pille sei, die zu Depressionen führt. Es kann aber genauso gut sein,

     

    Wenn ein Mädchen oder eine Frau den Eindruck hat, dass sie sich durch ihre hormonelle Verhütung verändert und schlechter fühlt, sollte sie das mit ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt besprechen. Es sollte sich dann eine sinnvolle Alternative finden lassen.

    49. Kann die Pille dick machen?

    Ältere Pillen mit einem höheren Östrogenspiegel haben manchmal zu Wassereinlagerungen und Gewichtszunahme geführt. Bei den heutigen hormonellen Verhütungsmitteln ist keine spürbare Gewichtszunahme statistisch nachweisbar.

    50. Kann die Pille die Libido verschlechtern?
    Dazu gibt es einige sehr aufwändige Untersuchungen auch in Deutschland. Letztlich erleben manche Frauen eine Zunahme ihrer Libido, andere eine Abnahme, die meisten Frauen aber bemerken keine Veränderung. Falls eine Frau meint, dass die hormonelle Verhütung, die sie verwendet, ihre Lust auf Sex deutlich und anhaltend beeinträchtigt, sollte sie das mit ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt besprechen. Es gibt so viele Varianten der Verhütung, dass es meistens möglich ist, eine Alternative zu finden.

    Seltene, aber schwere Risiken

    51. Welche schweren Risiken birgt die Kalendermethode?
    Von 100 Frauen, die die Kalendermethode anwenden – also auch die meisten Zyklus-Apps, -Devices, -Computer, werden bis zu 30 innerhalb eines Jahres ungewünscht schwanger. Dies ist das schwerste Risiko der Kalendermethode.

    52. Welche schweren Risiken birgt das Diaphragma?
    Wenn Diaphragma und Femidom nicht sorgfältig keimfrei gehalten werden, können sie Infektionen in der Vagina fördern. Ein toxisches Schock-Syndrom und ein Aufsteigen der Infektion in die Gebärmutter sind noch nicht bekannt, theoretisch aber denkbar.

    53. Welche schweren Risiken birgt die hormonelle Verhütung?
    Östrogene unterstützen geringfügig die Blutgerinnung. Die gleiche Eigenschaft haben auch die natürlichen und synthetischen Östrogene, die für die hormonelle Verhütung verwendet werden. Die Gestagene, die mit den Östrogenen bei der hormonellen Verhütung kombiniert werden, können einen zusätzlichen Einfluss auf die Blutgerinnung haben.
    Im Alltag fällt der Unterschied nicht auf. In Einzelfällen und vor allem dann, wenn das Thromboserisiko ohnehin erhöht ist – durch Übergewicht, Rauchen, eine Infektion, eine Verletzung, Bettlägerigkeit, Krebserkrankung und ähnliches – kann die Bildung von Blutgerinnseln (Thromben) gefördert werden. Spürbar wird dies zum Beispiel durch einseitige Schmerzen, Erwärmung und Schwellung einer Wade. Dauert der Prozess über längere Zeit an, so kann es zu einem teilweisen oder vollständigen Verschluss des Blutgefäßes kommen (Thrombose) und in sehr seltenen Fällen können sich Teile des Blutgerinnsels auch losreißen und mit dem Blutstrom in andere Körperregionen fließen (Embolie) und dort andere Blutgefäße verstopfen, vor allem in der Lunge. Wichtiges Symptom ist Atemnot und stark zunehmende Erschöpfung auch ohne Anstrengung und ohne Infektion. Solche Embolien können mehrfach nacheinander auftreten. Deshalb sollte bei den ersten Anzeichen ein Arzt bzw. eine Klinik aufgesucht werden.

    54. Bei welchen Erkrankungen darf man nicht hormonell verhüten?

    Wenn bereits ein hohes Risiko für eine Thrombose besteht, also zum Beispiel eine Frau bereits einen Schlaganfall, einen Herzinfarkt oder eine Lungenembolie hatte, aber keine Blutverdünner einnimmt, wenn sie deutlich übergewichtig ist und raucht und dazu älter als 35 ist, und vor allem bei einer Kombination dieser Risiken. Wenn eine Frau an einer Migräne mit Aura leidet, hat sie ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall. Deshalb sollten diese Frauen keine Verhütung verwenden, in der auch Östrogene enthalten sind. Eine Verhütung mit einem reinen Gestagen-Präparat ist dagegen meist möglich.

    55. Welche schweren Risiken birgt die Sterilisation?
    Nach der Operation kann es in Einzelfällen zu einer verminderten Durchblutung in den Eierstöcken kommen. Das kann zu einem vorzeitigen Eintritt der Wechseljahre führen.

    Pillenpause und das Absetzen der Pille

    56. Was ist von der Pillenpause zu halten?
    Vor vielen Jahren wurde Frauen empfohlen, etwa einmal pro Jahr für einen Monat mit der Einnahme der Pille auszusetzen. Heute weiß man, dass bei jedem Neubeginn der hormonellen Verhütung das Thromboserisiko allgemein höher ist. Deshalb wird heute von einer solchen Pillenpause abgeraten.

    57. Wenn die hormonelle Verhütung abgesetzt wird, wie schnell regelt sich dann der normale Zyklus wieder ein?
    Bei 50% der Frauen, die aufhören, die Pille zu nehmen, setzen Eisprung und Menstruationsblutung im ersten Zyklus sofort wieder ein. Manchmal dauert es etwas länger, zum Beispiel dann, wenn die Frau vorher im Langzyklus verhütet hat. Erst wenn nach mehreren Monaten der Zyklus noch nicht wiederregelmäßig ist, sollte frauenärztlicher Rat eingeholt werden. Es ist durchaus möglich, dass eine Ursache dafür vorliegt, dass Eisprung und Menstruation ausbleiben, die durch die hormonelle Verhütung überdeckt wurde, wie etwa ein PCOS, Übergewicht oder auch einsetzende Wechseljahre.

    58. Was ist der Grund, wenn nach dem Absetzen der hormonellen Verhütung die Regelblutung gar nicht oder unregelmäßig wieder einsetzt, wenn Akne oder Depressionen einsetzen?
    Der natürliche hormonelle Zustand bedeutet nicht bei jeder Frau immer eine völlig ausgeglichene Gesundheit. Etwa jede zehnte Frau hat eine Veranlagung zum PCOS. Ohne hormonelle Verhütung treten diese Symptome wie etwa Akne, PMS, Stimmungsschwankungen, Regelschmerzen. Es handelt sich also nicht um eine verspätete Nebenwirkung der Pille oder des Pille-Absetzens, sondern um den „natürlichen“ Zustand.

    Wohin geht die Zukunft?

    59. Verhüten wirklich immer weniger Frauen mit der Pille?
    Eine aktuelle Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sagt, dass nur noch 48% der sexuell aktiven Frauen mit der Pille verhüten. Diese Zahl wurde am 29.01.2020 von der Bundesregierung zitiert und über den Newsletter des Deutschen Bundestages verbreitet.
    Die Zahl erweckt falsche Vorstellungen. Denn es wurde in der Studie zwar erfasst, ob die Befragten – je 1000 Frauen und Männer – sexuell aktiv waren. Aber diejenigen, die aus unterschiedlichen Gründen keine Verhütung wünschen und verwenden, wurden nicht herausgerechnet. Also blieben auch diejenigen Frauen in der Studie, die entweder schwanger waren, gestillt haben, Kinderwunsch hatten, oder aus medizinischen Gründen unfruchtbar waren oder vielleicht schon in den Wechseljahren. Wie hoch dieser Anteil war, wird erst dann veröffentlicht, wenn die Endfassung der Studie publiziert wird. In Vorgänger-Untersuchungen der BZgA aus den Jahren 2007 und 2011 waren es jeweils nur 74 beziehungsweise 76% aller sexuell aktiven Frauen, die überhaupt verhütet haben. Wenn diese Angaben auch in der aktuellen Untersuchung annähernd Gültigkeit hätten, würden etwa 80% aller Frauen, die sexuell aktiv sind und keine Schwangerschaft wünschen, eine hormonelle Verhütung verwenden. Der Anteil ist, so legen es die Befragungen aus 2007 und 2011 nahe, in der Altersgruppe bis 30 Jahre noch wesentlich höher, während er danach absinkt.

    60. Wohin geht die Forschung in Sachen Verhütung?

    Die endokrinologische Forschung versucht weiter, neue Gestagene zu entwickeln, die die Blutgerinnung letztlich überhaupt nicht mehr beeinflussen. Außerdem gibt es z.B. Versuche mit einem Verhütungsring, der über den ganzen Zyklus hinweg in der Vagina liegenbleiben soll und Vitamin C und Eisengluconat freisetzt; er soll Spermien daran hindern, in den Gebärmutterhals einzudringen.

    © BVF 2020
    Quelle: Gesundheitsinformation des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V.; Dr. med. Susanna Kramarz - Referentin für Presse und Öffentlichkeitsarbeit (BVF)

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