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Störungen der Eierstockfunktion

Was sind Störungen der Eierstockfunktion?


Die paarigen Eierstöcke, in der medizinischen Fachsprache „Ovarien" genannt, sind die weiblichen Keimdrüsen. Es handelt sich hierbei um pflaumengroße Organe, welche sich an den seitlichen Wänden des kleinen Beckens im Unterbauch befinden. Die Eierstöcke haben zwei wesentliche Funktionen:

  • Generativ-reproduktiv: In den Eierstöcken findet die Eizellreifung statt, deren ungestörter Verlauf für die Fortpflanzung unerlässlich ist.

  • Endokrin-hormonell: Als Drüsen produzieren die Ovarien wichtige Hormone (Botenstoffe) wie das Progesteron und das Östrogen. Diese Hormone sind nicht nur für die Fortpflanzung und den monatlichen Zyklus wichtig, sondern wirken auch an vielen anderen Stellen des Körpers.

Durch das Gehirn wird über einen sehr komplizierten Regelungsmechanismus die Steuerung der Eierstockfunktion und somit die Fortpflanzungsfunktion geregelt. Die Funktionsabläufe in den Ovarien sind in ein komplexes Kontrollsystem eingebettet, welches u. a. das Zwischenhirn, die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und die Ovarien selbst umfasst. Vereinfachend lässt es sich folgendermaßen erläutern:

In einem Teil des Zwischenhirns (Hypothalamus) wird das Hormon GnRH (Gonadotropines Releasing Hormon) in regelmäßigem Abstand von 90 Minuten freigesetzt. Das GnRH gelangt über ein spezielles Gefäßsystem zur Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) wo es die Freisetzung der so genannten Gonadotropine (FSH und LH) ins Blut steuert. Diese Hormone stimulieren die Eierstöcke zur Bildung und Ausschüttung von Progesteron und Östrogen.

Unter dem Einfluss dieser Stoffe findet die Eizellreifung (Follikelreifung) in der ersten Hälfte des Zyklus sowie der Eisprung (Ovulation, meist um den 14. Tag herum) statt. Ist die Eizelle aus dem Follikel entlassen, bildet sich aus dem zurückgebliebenen Gewebe der so genannte Gelbkörper (Corpus luteum), welcher wiederum Bildungsort von Progesteron ist. Durch den Einfluss des Progesterons bereitet sich die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle und damit auf den Beginn einer Schwangerschaft vor. Findet keine Befruchtung statt, bildet sich der Gelbkörper zurück, die Ausschüttung von Progesteron nimmt ab; als Folge setzt die Menstruation ein.

Empfindliches Gleichgewicht 

Alle oben genannten Organe stehen in enger Beziehung zueinander. Fällt ein Teil davon aus, kommt es zu Störungen im gesamten System. Letztendlich machen sich diese im letzten Glied der Kette, den Ovarien, bemerkbar. Häufig äußern sich solche Fehlfunktionen in einer Zyklusstörung.

Vor allem bei Frauen vor den Wechseljahren, sind Störungen der Eierstockfunktion (Ovarialinsuffizienz) eine vielfach untertherapierte und unterschätze Funktionsstörung, die mittel- bis langfristig zu schweren Erkrankungen führen kann.

Viele Störungen der Eierstockfunktion gehen mit verminderter Fruchtbarkeit einher, oder enden in Unfruchtbarkeit. Störungen, welche die Fortpflanzung betreffen, fallen gerade für Frauen besonders schwer ins Gewicht. Entscheidende Lebensphasen wie z. B die Gründung einer Familie werden durch unerfüllten Kinderwunsch auf Grund einer ungenügenden Leistung der Eierstöcke stark beeinflusst. Fehlfunktionen der Ovarien sind die Hauptursache für ungewollte Kinderlosigkeit. Psychische Probleme wie Depression, Versagensängste und sowie Konflikte in der Partnerschaft sind oft die Folge.

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