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Stillen

Woher kommt die Milch?


Bereits in der Schwangerschaft bereitet sich der Körper der werdenden Mutter auf das Stillen vor. Es werden große Mengen des Hormons Prolaktin gebildet. Diese können jedoch - unterdrückt durch den hohen Östrogen- und Progesteronspiegel während der Schwangerschaft - erst nach der Geburt ihre volle Wirkung auf die Brustdrüse entfalten. Erst nach der Plazentageburt und dem Wegfall der hemmenden Wirkung der beiden Schwangerschaftshormone wird die Milchbildung in der Drüse durch das Prolaktin angeregt. Am 3. bis 4. Tag schießt dann die Milch ein, die Brust vergrößert sich und kann auch schmerzhaft gespannt sein. Manchmal wird der Milcheinschuss auch durch leichtes Fieber begleitet.

Die Prolaktinausschüttung wird durch das Saugen des Babys an der Brust weiter angeregt (induziert) und aufrechterhalten. Die Aufrechterhaltung der Milchproduktion bezeichnet man als Galaktopoese. Auch das Leertrinken der Brust verstärkt die Milchbildung. Neben dem Prolaktin wird beim Stillvorgang auch Oxytocin ausgeschüttet, das neben der bereits erwähnten Kontraktion der Gebärmutter auch eine Wirkung auf den Weitertransport der Milch aus kleineren Einheiten in die brustwarzennahen Milchseen hat. Diesen Vorgang nennt man Galaktokinese.

Die Milchproduktion wird also vom Stillverhalten der Mutter und dem Saugverhalten des Kindes (Menge der Milch, die aus einer Brust abgetrunken wird) beeinflusst. Das hat zur Folge, dass sich die Milchproduktion immer automatisch den Bedürfnissen des Säuglings anpasst. Wird die Brust leer getrunken oder gar darüber hinaus angeregt (durch mehrmaliges Anlegen an einer Brust oder Saugen trotz entleerter Brust), dann wird die Milchproduktion gesteigert. Im Idealfall pegelt sich ein Gleichgewicht ein, das exakt den Bedarf des Kindes abdeckt und sich bei verändertem Bedarf anpasst.

Das ist wichtig, da ein Zuviel an Milch zu Problemen bei der Mutter führen, z. B. zu Milchstau oder einer Brustentzündung. Bekommt das Kind zuwenig, sollte die Mutter insbesondere auf eine ausreichende Trinkmenge bei sich selbst achten (mindestens 2 Liter am Tag) und gegebenenfalls Stress reduzieren. Durch vermehrtes Anlegen kann aus oben genannten Gründen die Produktion bewusst angeregt werden.

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