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Schwangerschaftsanzeichen

Übelkeit


Ein allgemein bekanntes und häufig als sehr belastend erlebtes Schwangerschaftszeichen ist die Übelkeit. Diese tritt normalerweise in der Frühschwangerschaft - besonders zwischen der 6. bis 12. Woche - und bevorzugt morgens auf, kann sich aber auch am Nachmittag bemerkbar machen oder den ganzen Tag über anhalten. Vermutlicher Auslöser ist ein hoher Spiegel des Schwangerschaftshormons HCG (Human Choriongonadotropin), der nach dem 3. Monat wieder abfällt.

Im Allgemeinen lässt die Übelkeit dann nach bzw. verschwindet ganz. Selten leiden Frauen die komplette Schwangerschaft über daran. Bei Mehrlingsschwangerschaften kann es zu einer noch stärker ausgeprägten Übelkeit kommen.

Vielleicht ist es ein Trost, dass diese körperlichen Reaktionen zeigen, wie sich die Schwangerschaft weiter fortentwickelt und der Embryo sich auf sein enormes Wachstum in den nächsten Monaten vorbereitet. Zudem haben Frauen, die mit Schwangerschaftsübelkeit zu kämpfen haben, statistisch betrachtet weniger häufig Fehlgeburten.

Ein Wort noch zur Ernährung: Insbesondere Kaffee, Zigarettenrauch oder andere starke Gerüche (wie z. B. Parfüms) sowie bestimmte Speisen können in der Schwangerschaft Übelkeit auslösen. Häufig können die betroffenen Frauen keine fetten, säuerlichen oder stark gewürzten Speisen riechen (geschweige denn essen), oft werden auch Fleisch, Fisch oder Eier abgelehnt. Hierbei genügt manchmal die reine Vorstellung der Speisen, um Übelkeit auszulösen. Dies hat damit zu tun, dass die Schwangerschaft vor allem im Frühstadium im Körper hormonelle Veränderungen herbeiführt, die einen Einfluss auf das  Geschmacks- und Geruchsempfinden haben. Das verdirbt einer Frau möglicherweise den Genuss eines zuvor schmackhaften Lebensmittels. Diese zunächst beunruhigende Veränderung gibt sich jedoch mit der Zeit wieder.

Gegen die Schwangerschaftsübelkeit kann man Einiges selbst tun: Eine vernünftige Ernährung gehört ebenso dazu, wie die Aufteilung der Mahlzeiten in häufigere und dafür kleinere Portionen und natürlich die Vermeidung der Übelkeit auslösenden Lebensmittel oder Gerüche (kein Parfüm etc.). Außerdem kann durch Druck des Akupressurpunktes Kei-Nuan am Handgelenk und durch Ingwer-Tee oder Ingwer-Kapseln oftmals die Übelkeit vermindert werden.

Für die Schwangerschaft ist es wichtig zu verstehen, dass es sich bei den leichteren Fällen nicht um eine Krankheit handelt, sondern um eine schwangerschaftsspezifische Veränderung. Auch wenn die Übelkeit unangenehm ist, kann man - vorübergehend - damit zurecht kommen. Für Fälle stärkerer Übelkeit (Emesis gravidarum) gibt es auch Medikamente, die man in der Schwangerschaft nehmen kann, und die nicht dem Kind schaden. Hier ist der Frauenarzt der beste Ansprechpartner.

Bei extremer Form von Schwangerschaftsübelkeit (Hyperemesis gravidarum) ist ständiges, heftiges Erbrechen möglich. Dadurch, sowie durch die geringe Aufnahme von Nahrung und Flüssigkeit, kommt es zu Wasserverlust und Gewichtsabnahme und infolge zu einer Verschlechterung des Allgemeinzustands der Schwangeren. Betroffene Frauen sollten ärztlich beobachtet und gegebenenfalls im Krankenhaus behandelt werden. Bei sehr starken Beschwerden, stehen Medikamente zur Verfügung, deren Wirkung auf das Ungeborene im Tierversuch und in großen Studien als unbedenklich eingestuft wurde. Diese Arzneimittel sind verschreibungspflichtig. Sprechen Sie mit Ihrem Frauenarzt und lassen sie sich von ihm beraten, ob und welches Medikament für Sie sinnvoll erscheint.

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