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Osteoporose

Risikofaktoren


Ernährung

Die Kalziumeinlagerung in den Knochen kann durch eine zu geringe Kalziumaufnahme mit der Nahrung gestört sein. Die Ernährung stellt deshalb einen entscheidenden Risikofaktor dar. Übermäßige Diäten, überhöhter Kaffeegenuss, Alkohol, Nikotin, der Missbrauch von Abführmitteln und zuviel Phospat (z. B. enthalten in Wurst und Softdrinks) in der Nahrung führen zur Mangelversorgung mit Kalzium und Vitamin D. Wird mit der Nahrung zu wenig Kalzium aufgenommen, um für alle wichtigen Funktionen (Knochen, Nerven und Muskelzellen) genügend Ressourcen zur Verfügung zu stellen, werden die Kalziumspeicher im Knochen angezapft. Untergewichtige Frauen sind deshalb, ebenso wie Hochleistungssportler mit strengem Diätplan und geringem Körperfettanteil, einem erhöhten Osteoporose-Risiko ausgesetzt. Da Östrogen zum Teil in den Fettzellen produziert wird, besteht bei Untergewicht ein Östrogenmangel, der zu vermehrten Knochenbrüchen führt.

Für die Einlagerung von Kalzium in den Knochen ist Vitamin D von großer Bedeutung. Dieses Vitamin kann durch die Nahrung aufgenommen werden. Außerdem ist der Körper in der Lage, bei Sonneneinstrahlung auf die Haut, Vitamin D selbst zu bilden. 15 Minuten Sonne täglich auf Gesicht und Hände reichen bereits aus, um die nötige Menge an Vitamin D zu produzieren. Menschen, die sich selten draußen bewegen, oder sich nur im Schatten aufhalten, können deswegen unter einem Vitamin D-Mangel leiden. Ohne Vitamin D wird ein Großteil des in der Nahrung enthaltenen Kalziums wieder ausgeschieden.

Mangelnde körperliche Aktivität

Im Alter stellt fehlende körperliche Aktivität den größten Risikofaktor für einen übermäßigen Knochenabbau dar. Er kommt auch dann zum Tragen, wenn jüngere Patienten nach einer Operation oder durch eine Krankheit eine mehrwöchige Bettruhe einhalten müssen. Bereits nach Wochen verlieren sie einen beträchtlichen Teil ihrer Knochenmasse, die nur langsam wieder aufgebaut wird. Ein Gipsverband am Unterarm kann nach drei Wochen zu einem Verlust von 6% der Knochensubstanz im Arm führen. Daher sind nach einer längerer Bettlägerigkeit gezielte Bewegungsübungen hilfreich, um den Knochenaufbau zu stimulieren.

Alkohol, Nikotin & Koffein

Alkohol in größeren Mengen, Nikotin und Koffein können dem Knochen Substanz rauben. Außerdem kann Nikotin bei Frauen den Beginn der Wechseljahre beschleunigen. Damit hört die körpereigene Östrogenproduktion früher aus und der nachteilige Effekt auf den Knochen setzt früher ein. Wird gegen die Wechseljahresbeschwerden eine Hormonersatztherapie angewendet, verringert Rauchen deren positive Wirkung auf die Knochen. Nach dem Genuss von Koffein steigt die Menge an Kalzium, das über den Urin ausgeschieden wird, an. Es steht somit dem Knochenstoffwechsel nicht mehr zur Verfügung.

Medikamente

Ältere Menschen müssen in höherem Maße Medikamente zu sich nehmen, die den Knochenabbau begünstigen können. Dazu zählen vor allem das Kortison oder seine Derivate und das Heparin. Kortison ist ein Gegenspieler der Geschlechtshormone und wirkt sich daher ähnlich aus, wie ein Östrogenmangel.

Genetische Faktoren

Neben den beeinflussbaren Risikofaktoren wie Ernährung und Bewegung wird vermutet, dass ein Teil der Osteoporose-Erkrankungen genetische Ursachen hat. Ein gehäuftes Auftreten von Osteoporose innerhalb einer Familie deutet auf ein erhöhtes Erkrankungsrisiko hin, vor allem wenn zusätzlich weitere Risikofaktoren vorliegen.

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