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23.11.2009

Auch Nachwuchs profitiert von Grippe-Impfung während Schwangerschaft

Neben der schwangeren Mutter, profitiert offenbar besonders der Nachwuchs von einer Impfung gegen die saisonale Grippe während der Schwangerschaft. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die auf der Fachtagung der amerikanischen Gesellschaft für Infektionskrankheiten (The Infectious Diseases Society of America) in Philadelphia vorgestellt wurde. „Bei Kleinkindern ist das Immunsystem noch nicht voll ausgereift. Sie sind daher eher als Erwachsene gefährdet, dass eine Influenza-Infektion einen komplikationsreichen Verlauf nimmt und in der Folge eine stationäre Behandlung notwendig macht. Die Studie zeigt nun, dass Kinder, deren Mütter sich während der Schwangerschaft gegen Grippe haben impfen lassen, ein um fast 80 Prozent geringeres Risiko für grippebedingte Krankenhausaufenthalte haben“, berichtet Dr. Michael Wojcinski, Sprecher der AG Impfen des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) und bezieht sich dabei auf die Untersuchung um Isaac Benowitz und Marietta Vazquez von der Yale University School of Medcine in New Haven. „Wir empfehlen werdenden Müttern, sich gegen die saisonale Grippe impfen zu lassen. Dadurch schützen sie sich und auch ihr Neugeborenes vor Gesundheitsrisiken, wenn Schwangerschaft und Entbindung in die Influenza-Saison von Dezember bis April fallen. Eine Immunisierung sollte vorzugsweise jenseits der ersten drei Monate, also im zweiten und dritten Drittel der Schwangerschaft erfolgen“, rät der Impfexperte.

Hintergrund der amerikanischen Studie war, zu klären, inwieweit Neugeborene von einer Grippe-Impfung der Mutter während der Schwangerschaft profitieren. Infektionen mit dem Influenza-Virus sind bei Schwangeren und Kleinkindern die Hauptursache für schwere Atemwegsinfektionen, die einen Krankenhausaufenthalt notwendig machen. In die Untersuchung gingen die Daten von 352 Kindern ein, die seit 2000 im Yale New Haven Hospital eingeliefert wurden. Darunter waren 157 Kinder, die nachgewiesenermaßen an einer Influenza erkrankt waren und 195 Kinder, die aufgrund einer anderen Erkrankung das Hospital aufsuchten.

Die Auswertung ergab, dass sich weniger als eine von vier Schwangeren gegen die saisonale Grippe hatte impfen lassen. Bei den geimpften Müttern war die Rate der Kinder, die innerhalb des ersten Lebensjahres wegen einer Grippe stationär behandelt werden mussten, um 79 Prozent geringer als bei den ungeimpften Frauen. Innerhalb des Zeitraums der ersten sechs Lebensmonate war die Rate sogar um 85 Prozent reduziert.

„Die Untersuchung zeigt, dass Neugeborene in den ersten Lebensmonaten von der Immunität der Mutter profitieren. Inwieweit dabei eine Rolle spielt, dass die Mütter seltener erkranken oder die Neugeborenen vom so genannten Nestschutz profitieren, bleibt noch unklar“, meint Dr. Wojcinski. Beim Nestschutz geht man davon aus, dass mütterliche Antikörper über die Plazenta auf das Ungeborene übertragen werden und diesem in den sensiblen ersten Lebensmonaten eine gewisse Immunität verleihen. Dieser Effekt konnte inzwischen bei vielen Impfungen beobachtet werden. „Die Studie zeigt auch, dass eine Grippe-Impfung während der Schwangerschaft gerade in den wichtigen ersten sechs Lebensmonaten die Rate an komplikationsreichen Erkrankungen bei Neugeborenen deutlich senkt. Säuglinge unterhalb von sechs Lebensmonaten können noch nicht selbst geimpft werden. Der Schutz vor Infektionen muss daher gerade in dieser Zeit als besonders wertvoll eingestuft werden. Deshalb sollte es auch selbstverständlich sein, dass alle Kontaktpersonen von Neugeborenen - wie beispielsweise Geschwister, Großeltern und Babysitter - gegen Influenza geimpft sind.“



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