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03.04.2017

Schilddrüsen-Kontrolle bei Schwangeren sinnvoll

Fast die Hälfte der Schwangeren und stillenden Mütter in Europa leidet Experten zufolge unter einer mangelhaften Jodversorgung. Das kann fatale Auswirkungen auf die Schwangerschaft und das ungeborene Kind haben. Eine normale Funktion der Schilddrüse ist eine wichtige Voraussetzung für eine gesunde Schwangerschaft. Bei einem Hormonmangel ist die Entwicklung des kindlichen Gehirns gefährdet; ferner kann es zu Früh- oder Fehlgeburten kommen. „Viele Frauen haben während der Schwangerschaft zum ersten Mal eine Funktionsstörung", erklärt Professor Dr. Dr. med. Dagmar Führer, Direktorin der Klinik für Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen am Universitätsklinikum Essen. Ein Grund ist der um 50 Prozent erhöhte Hormonbedarf, den die gesunde Schilddrüse der Mutter abdeckt. Später produziert der Fötus das Hormon selber. Beide benötigen hierzu Jod, das Bestandteil des Hormons ist. Jodmangel in der Schwangerschaft ist gefährlich, weil dann nicht genügend Hormon gebildet werden kann. „Bei einer schweren Unterfunktion hat das auch Folgen für den IQ des Kindes." Das sind Dinge, die nach Ansicht der Expertin leicht zu vermeiden sind. „Trotzdem taucht das Thema Schilddrüse im Mutterpass nicht auf", sagte Führer am Rande eines Endokrinologie-Kongresses in Würzburg. Ein weiterer Grund für Funktionsstörungen der Schilddrüse sind Autoimmunerkrankungen.

Mit mehr Aufklärung und einer Verankerung des Tests im Mutterpass könnten Führer zufolge viele Komplikationen während der Schwangerschaft verhindert werden. Betroffen können alle Schwangeren sein. Risikopatientinnen sind Frauen mit vorbekannter Schilddrüsenerkrankung, Typ-1-Diabetes oder anderen Autoimmunerkrankungen, ältere Schwangere und Frauen mit Übergewicht. Die Frauen sollten während der gesamten Schwangerschaft und Stillzeit täglich eine Jodtablette einnehmen, rät die Expertin. Die Dosisempfehlung liegt bei 150 Mikrogramm.

Bei Kinderwunsch und Schwangerschaft Gynäkologen ansprechen

Frauen, die schwanger werden möchten oder es bereits sind, sollten sich dazu mit einem Frauenarzt bzw. einer Frauenärztin besprechen. Neben der ergänzenden Einnahme von Jod ist insbesondere auch die Zufuhr von Folsäure - bereits vor der Befruchtung -  sehr wichtig. Durch so eine Folsäure-Prophylaxe im Vorfeld der Schwangerschaft kann das Risiko für Neuralrohr-Defekte um etwa 70 Prozent gesenkt werden. Neben Neuralrohr-Defekten werden auch Herzfehler, Harnwegsdefekte sowie die Lippen-Kiefer-Gaumenspalten auf einen Folsäure-Mangel während der Embryonalentwicklung zurückgeführt. Frauen, die eine Schwangerschaft planen, sollten zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung zur Deckung des Folatbedarfs ein Supplement einnehmen (400 µg Folsäure/Tag). Die Einnahme soll mindestens bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels fortgesetzt werden.

Mehr Informationen zu Ernährungsempfehlungen bei Kinderwunsch und Schwangerschaft beiim Netzwerk gesund ins Leben 

Quelle: dpa, Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE), äin-red



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