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06.02.2017

Menopause geht mit beschleunigtem Verlust an Lungenfunktion einher

Mit dem steigenden Lebensalter nimmt die Funktionsfähigkeit der Lunge ab. Dieser Prozess verläuft bei Raucherinnen deutlich schneller. Daneben tragen niedrige Östrogenspiegel und osteoporotische Veränderungen dazu bei, das die Lungenfunktion sich deutlich verschlechtert.

Eine aktuelle Langzeitstudie, an der fast 1500 Frauen über einen Zeitraum von knapp 20 Jahren teilnahmen, betrachtete den Zusammenhang zwischen Alter, hormoneller Umstellung und dem Verlust an Lungenkapazität und -leistungsfähigkeit genauer (American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine 2016). Eine nachlassende Funktionalität zeigte sich bereits in der Perimenopause. Als Perimenopause wird der Zeitraum vor der Menopause bezeichnet - sie beginnt im Durchschnitt im Alter von 47,5 Jahren. In der Postmenopause, der Phase, die sich an die letzte Monatsblutung einer Frau anschließt, war der Effekt noch stärker ausgeprägt.

Laut den Studienautoren von der Universität Bergen entsprechen die Einbußen bei der so genannten Einsekundenkapazität der Wirkung von zwei Zigaretten-Packungsjahren, die bei der so genannten forcierten Vitalkapazität sogar dem Effekt von zehn Zigaretten-Packungsjahren. Ein Packungsjahr ist die Einheit, in der die Rauchdosis von Zigarettenrauchern beschrieben wird. In der Studie wurde diese Einheit auch herangezogen, um den Funktionsverlust der Lunge bei Nicht-Rauchern zu quantifizieren. Die Einsekundenkapazität ist das Volumen, das nach einer maximalen Einatmung innerhalb einer Sekunde ausgeatmet werden kann. Die forcierte exspiratorische Vitalkapazität (FVC) ist das Lungenvolumen, das nach maximaler Einatmung (Inspiration) auf einmal ausgeatmet werden kann. Beide Werte lassen auf die, für die Atmung notwendige, Kapazität und Leistungsfähigkeit der Lunge schließen.

Als Erklärung für dieses Phänomen nennen die Wissenschaftler zwei Aspekte: Zum einen tritt im höheren Alter und im Zusammenhang mit der Menopause Osteoporose auf, wodurch sich die Höhe der Brustwirbel verringert. Damit einher geht eine reduzierte Ausdehnung des Brustkorbs sowie eine unvorteilhafte Ausrichtung des Zwerchfells, was die Einatmung behindere. Zum anderen verursachen erniedrigte Östrogenspiegel verstärkt Entzündungen im Körper und auch der Lunge.
Um diesen Prozessen nicht noch Vorschub zu leisten, dürften ein Rauchverzicht sowie sportliche Betätigung bzw. viel Bewegung und eine gesunde Ernährung, die der Osteoporose keinen Vorschub leistet, für Frauen besonders wichtig sein.

Quelle: aerztezeitung.de , American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine AJRCCM 2016 , (äin-red)



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