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18.07.2016

Gynäkologen – zunehmend Hauptansprechpartner in Sachen Aufklärung

Eltern spielen immer weniger eine Rolle, wenn es bei ihren Kindern um Aufklärung, Fragen zur Verhütung oder Sexualität geht. Immer mehr Mädchen wenden sich bevorzugt an Frauenärzte, wie eine aktuelle Untersuchung zeigt. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) führte zum wiederholten Mal eine Trendstudie über die Einstellungen und die Verhaltensweisen von Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren durch. Unter den Befragten waren auch 1056 Jugendliche mit Eltern, die einen Migrationshintergrund haben.

Mädchen schätzen die Expertise von Frauenärzten

Während im Jahr 2005 noch 70 Prozent der Mädchen und 60 Prozent der Jungen sich an ihre Eltern wandten, um sich rund um Sexualität zu informieren, sind es inzwischen nur noch 63 Prozent der Mädchen und 51 Prozent der Jungen. Für 17-Jährige Mädchen ist der Frauenarzt sogar der Hauptansprechpartner. Jungs geben hingegen an, dass bei ihnen der Sexualkundeunterricht in der Schule den Löwenanteil in Sachen Aufklärung darstellt. Hier nannten erstmals seit Beginn der BZgA-Erhebung 1980 mehr Jungen ihre Lehrkraft (45 Prozent) als wichtigsten Ansprechpartner für Fragen der Sexualaufklärung als ihre Mutter (38 Prozent).
Der Nachwuchs von Eltern mit ausländischen Wurzeln richtet noch weniger Fragen an seine Eltern. Hier sind es lediglich 41 Prozent der Mädchen und 36 Prozent der Jungen, die ihre Eltern bei Fragen zum Thema Verhütung zu Rate ziehen. Für Jungen aus Migrantenfamilien ist die Schule eindeutig der wichtigste Ort der Aufklärung.

Informationen aus dem Internet gewinnen an Bedeutung

Es ist nicht verwunderlich, dass seit der Jahrtausendwende für Jugendliche das Internet an Bedeutung zunimmt, wenn es um Aufklärung geht. Inzwischen nennen 47 Prozent der Jungen und 39 Prozent der Mädchen dieses Informationsmedium, wenn sie sich über Fragen zur Sexualität informieren möchten.

Sexuelle Aktivität verlagert sich zeitlich nach hinten

Anders als gemeinhin angenommen, haben Jugendliche heute ihren ersten Sex nicht früher, sondern später als in zurückliegenden Zeiten. So hat sich beispielsweise die Anzahl sexuell aktiver 14-Jähriger inzwischen halbiert und ist von zwölf Prozent im Jahr 2005 auf sechs Prozent im Jahr 2015 gesunken.

Der aktuellen Untersuchung zufolge haben 19 Prozent der 15-jährigen, 39 Prozent der 16-jährigen und 58 Prozent der 17-jährigen Teenager bereits schon einmal Geschlechtsverkehr gehabt. Mädchen und junge Frauen sind insgesamt früher sexuell aktiv als Jungen oder heranwachsende Männer.

Mädchen aus Migrantenfamilien nehmen deutlich später sexuelle Aktivität aus als weibliche Teenager aus deutschen Herkunftsfamilien: 82 Prozent der 18-jährigen Frauen aus deutschstämmigen Familien gaben an, schon einmal Geschlechtsverkehr gehabt zu haben, aber nur 42 Prozent der jungen Frauen, deren Eltern ausländische Wurzeln haben.

Literatur: Studie zur "Jugendsexualität 2015. Die Perspektive der 14- bis 25-Jährigen". Der Bericht ist zum kostenlosen Download im Internet verfügbar: http://tinyurl.com/hh68ypp

Quelle: Ärzte Zeitung  



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