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07.06.2016

Zika-Infektion durch Sex - Frauenärzte raten zu Kondomen

Das Zika-Virus kann im Sperma überleben und beim Sex übertragen werden. Weil die Infektion in den meisten Fällen keine Symptome verursacht, sollten Männer, die sich in Süd- und Mittelamerika oder in anderen Zika-Risikogebieten aufgehalten haben, deshalb beim Sex mindestens sechs Monate lang Kondome verwenden. Dies gilt umso mehr, wenn in den Wochen nach der Rückkehr Fieber, Hautausschlag oder Gelenkschmerzen aufgetreten sind und eine Infektion nahelegen. Frauen sollten außerdem in dieser Zeit ein zusätzliches, sicheres Verhütungsmittel verwenden und einen möglichen Kinderwunsch so lange verschieben. Diese dringende Empfehlung spricht der Berufsverband der Frauenärzte aus. Serumtests auf eine Zika-Infektion sind zwar möglich; aber ein negatives Testergebnis kann eine Infektion nicht mit nicht mit 100%iger Sicherheit ausschließen.

Beim Erwachsenen verursacht die Zika-Infektion nur in zwei bis vier von zehn Fällen Fieber, Hautausschlag und Gelenkschmerzen, in sehr seltenen Fällen Nervenlähmungen. Meist verläuft sie symptomlos. Bei ungeborenen Babys kann die Infektion allerdings schwere und bleibende Veränderungen von Gehirn und Nervensystem verursachen. Auch Fehlgeburten und ein verzögertes Wachstum in der Gebärmutter werden nach Zika-Infektionen beobachtet. Deshalb sollten sich Frauen bei Reisen in Risikogebiete sorgfältig vor Moskitostichen schützen und unbedingt eine sichere Verhütungsmethode verwenden. Schwangere sollten nicht in diese Regionen reisen.

Wie oft ein ungeborenes Baby infiziert und geschädigt wird, nachdem sich die Mutter mit dem Virus angesteckt hat, ist nicht sicher bekannt. Untersuchungen aus Polynesien, wo das Virus ebenfalls vorkommt, zeigen, dass mit einer schweren Hirnschädigung des Babys bei etwa einer von hundert Schwangerschaften gerechnet werden muss. Nach aktuellen Schätzungen aus Brasilien könnten die Risiken für die ungeborenen Babys allerdings auch deutlich höher liegen. Deshalb sollten eine Schwangere, die sich nachweislich infiziert hat, und ihr ungeborenes Baby sorgfältig mit Ultraschall und gegebenenfalls auch weiteren diagnostischen Methoden überwacht werden. "Dies wird der überwiegenden Zahl der Fälle zur Beruhigung aller Beteiligten beitragen, denn das Baby ist keineswegs immer von der Infektion betroffen", erläutert Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte.
Quellen:
Zika-Updates des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC)

Zika-Updates des Robert-Koch-Instituts (RKI)

Zika-Updates der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)

Jaenisch T, Rosenberger KD, Brito C, Brady O, Brasil P, Marques E. Estimating the risk for microcephaly after Zika virus infection in Brazil. [Submitted]. Bull World Health Organ. E-pub: 30 May 2016. doi: http://dx.doi.org/10.2471/BLT.16.178608
http://www.who.int/bulletin/online_first/16-178608.pdf

Quelle: Pressemitteilung des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V.



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