Frauenärzte im Netz


Aktuelle Meldungen


02.07.2015

Rückstände in der Muttermilch - Stillen bleibt trotzdem Favorit

Fremd- und Schadstoffe aus der Industrie, der Landwirtschaft und der Energiegewinnung finden sich auf der ganzen Welt, sogar auf der Zugspitze und im Schnee der Arktis. Sie sind überall, ihre Aufnahme lässt sich nicht vermeiden. So finden sich auch in der Muttermilch Spuren von hochgiftigen Schwermetallen, Dioxin, Pestiziden, PCB und anderen; auch gehen Spuren aller Genussgifte - Koffein, Alkohol, Nikotin - in die Muttermilch über, ebenso viele Arzneimittel, die die Mutter einnimmt.

Auch eine Umstellung auf Bio-Nahrungsmittel verbessert die Situation laut Auskunft des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) nicht grundlegend: Biologisch angebaute Lebensmittel werden zwar mit weniger chemischen Düngemitteln, mit weniger - oder überhaupt keinen - Unkraut- oder Schädlingsvernichtungsmitteln angebaut als in der konventionellen Landwirtschaft, sie enthalten auch weniger Glyphosat. Trotzdem sind sie insgesamt nicht viel weniger mit Schadstoffen kontaminiert als konventionell hergestellte Lebensmittel, weil viele dieser Stoffe sich über Luft und Regen längst überall verteilt haben. Zudem reichern sich Schwermetalle und viele Umweltgifte über einen langen Zeitraum im Fettgewebe des Körper der Mutter an.

Das wasserlösliche Glyphosat, das in einer aktuellen Untersuchung in einer Konzentration von bis zu 0,4 Nanogramm pro Milliliter in der Muttermilch gefunden wurde, stellt in diesem Zusammenhang kein Risiko für das Baby dar, so die Auskunft des BfR. Die Konzentration liegt um den Faktor 3.000 bis 5.000 unter dem Grenzwert, der in Deutschland als dauerhaft tolerierbar (ADI) eingestuft wird.

"Es ist richtig, dass die Muttermilch mit Spuren von Schwermetallen, mit Rückständen aus Industrie, Landwirtschaft, Energiegewinnung, Haushalt und der Müllverbrennung belastet ist", so Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. "Allerdings ist es keine Alternative, deswegen ein Baby nicht zu stillen und stattdessen grundsätzlich mit Fertignahrung aufzuziehen. Die Vorteile des Stillens überwiegen die Nachteile bei weitem, auch schon deswegen, weil die Muttermilch wichtige Immunglobuline enthält, die dem Kind bei der Abwehr von Bakterien und Viren helfen."

Die größten aktuellen Belastungen über die Muttermilch, so betont der Frauenarzt, bekommt das Baby über Genussgifte, vor allem Nikotin, Alkohol und auch Koffein. Zigaretten sollten ebenso wie in der Schwangerschaft auch in der Stillzeit tabu sein, wodurch auch die Aufnahme von Cadmium, Blei und vielen anderen Giften aus dem Zigarettenrauch vermieden wird. Alkohol sollte am besten gar nicht und Kaffee nur in geringem Ausmass auf dem Plan stehen; damit wäre ein wesentlicher Grundstein für die Gesundheit des Babys gelegt.

Ausführliche Informationen rund um das Stillen finden Sie im Artikel "Stillen".

© BVF 2015



Artikel drucken   Artikel empfehlen

Im Fokus

Schwangerschafts- beratungsstellen

Hier können sich Frauen und Männer zu allen Fragen rund um Schwangerschaft und Familienplanung kostenfrei und auf Wunsch anonym beraten lassen. Infos und Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden (BZgA)...

zum Artikel...

Krebsfrüherkennung – so geht es weiter

Die Krebsfrüh- erkennung beim Frauenarzt wird umgestaltet. Sie hat große Erfolge erzielt und bleibt eine ganz wichtige Maßnahme zur Früherkennung von Krebs.

zum Artikel...

Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen

Das Hilfetelefon berät deutschlandweit betroffene Frauen. Es informiert und vermittelt bei Bedarf an geeignete Unterstützungseinrichtungen vor Ort - an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr.

zum Artikel...

Folsäure-Ergänzung vor Schwangerschaft notwendig

Gerade zu Beginn einer Schwanger- schaft ist der Bedarf an Folsäure besonders hoch. Ein Mangel ist in vielen Fällen die Ursache für Fehlbildungen bei Babys.

zum Artikel...

Infos zum Stillen

Obwohl die Natur das Stillen vorgesehen hat, ist das Gelingen keineswegs selbstverständlich. Hier finden Mütter zahlreiche Tipps und Ratgschläge rund um das Thema.

zum Artikel...

HPV-Impfung nach Konisation reduziert Risiko einer Zweiterkrankung

Die Immuni- sierung nach einer OP trägt dazu bei, das Wiedererkrankungsrisiko deutlich zu senken.

zum Artikel...

Zellauffälligkeiten am Gebärmutterhals

Was bedeutet der Pap-Befund und wie geht es bei Auffälligkeiten beim Abstrich weiter?

zum Artikel...

HPV-Impfung - Schutz gegen Humane Papillomviren

Mit der HPV-Impfung existiert die Möglichkeit, das Risiko für eine Gebärmutterhalskrebs-Erkrankung zu verringern.

zum Artikel...

Safer Sex

Sexuell- übertrag- bare  Krankheiten sind wieder auf dem Vormarsch. In den allermeisten Fällen kann man sich gut davor schützen.

zum Artikel...

"Frauenkrankheiten" von A bis Z

Infos zu den Symptomen und Be- schwerden, der Diagnostik und der Behandlung von gynäkologischen Erkrankungen...

zum Artikel...

Pille vergessen - und jetzt?

Wurde die planmäßige Einnahme der Pille versäumt, sollte die fehlende Tablette am besten sofort nachgenommen werden. Ob zusätzlich verhütet werden muss erfahren Sie hier.

zum Artikel...