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24.07.2015

Schwangere beeinflussen Stoffwechsel ihres Kindes schon im Mutterleib

Der Lebensstil der Schwangeren wirkt sich auf den Stoffwechsel des Kindes aus und kann ihn für das weitere Leben prägen. Auch im Säuglings- und frühen Kleinkindalter scheinen Einflüsse wie die Ernährung das lebenslange Risiko des Kindes für die spätere Entwicklung von Übergewicht und Zivilisationskrankheiten wie Diabetes mellitus Typ 2 zu beeinflussen. Frühe primärpräventive Maßnahmen können hier dazu beitragen, Risiken zu verringern und Gesundheitskosten zu senken.

Das Konzept der perinatalen Programmierung geht davon aus, dass grundlegende Stoffwechselprozesse nicht nur durch die Erbanlagen, sondern auch durch externe Einflüsse vor und in den ersten Monaten nach der Geburt geprägt werden. In bestimmten kritischen Entwicklungsphasen wird beispielsweise durch die Ernährung oder durch Hormone festgelegt, wie Organe und Regelkreise künftig funktionieren. Das beeinflusst den Stoffwechsel des kindlichen Körpers, z. B. wie er auf die Verwertung von Zucker reagiert, oder ob er dazu neigt, vermehrt Fett im Fettgewebe zu speichern. Studien legen nahe, dass diese Programmierung lebenslang wirkt. Eine „Fehlprogrammierung" kann so im späteren Leben z. B. die Entstehung von Übergewicht begünstigen.

Anstrengungen zur Prävention können sich beispielsweise darauf richten, über verschiedene Maßnahmen eine Überernährung des ungeborenen Kindes im Mutterleib zu vermeiden. Diese kann durch nicht bzw. nicht richtig eingestellten Schwangerschaftsdiabetes (28.300 registrierte Fälle pro Jahr) verursacht werden oder durch eine generelle Überernährung der Schwangeren. Frauen, die mit Normalgewicht in die Schwangerschaft gehen und während der Schwangerschaft aktiv sind, haben ein geringeres Risiko für Schwangerschaftsdiabetes. Zurzeit erreichen nur ein Drittel der Schwangeren die Mindest-Empfehlungen von 150 Min. moderater körperlicher Aktivität pro Woche. Als weitere potenziell beeinflussbare Faktoren zur frühen Prävention von Übergewicht werden die Gewichtszunahme der Schwangeren und des Säuglings im ersten Lebensjahr, Rauchen und Stillen diskutiert.

„Wir wissen heute, dass neben der Genetik äußere Einflüsse vor und in den Monaten nach der Geburt eine große Rolle bei der Entwicklung von Übergewicht, Diabetes und anderen Erkrankungen spielen. Prävention darf deshalb nicht erst im Kindesalter beginnen", betont Professor Berthold Koletzko, Kinder- und Jugendarzt im Netzwerk Gesund ins Leben, einer IN FORM-Initiative des Bundesernährungsministeriums.

Wichtige Maßnahmen sind die Information und Beratung von Schwangeren und Frauen mit Kinderwunsch zu den Themen Übergewicht, überhöhte Gewichtszunahme während der Schwangerschaft, Stillen und der Bedeutung eines gesundheitsförderlichen Lebensstils mit einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung. Als Beratungsgrundlage für die zur frühen Prävention bedeutsamen Lebensphasen von der Schwangerschaft bis in die ersten Lebensjahre des Kindes hat Gesund ins Leben gemeinsam mit allen relevanten Berufsverbänden und Fachgesellschaften einheitliche Handlungsempfehlungen und Botschaften zur Ernährung, Allergieprävention und einem gesunden Lebensstil entwickelt.

Quelle: Pressemitteilung http://www.gesund-ins-leben.de/


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