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18.05.2015

Vertrauliche Geburt wird gut angenommen

Bringt eine Frau ihr Kind heimlich zur Welt bringt, dann tut sie dies meist ohne ärztliche Hilfe. Seit einem Jahr haben Schwangere in Not die Möglichkeit, sich für eine fast-anonyme Geburt im Krankenhaus zu entscheiden.

Gewalttätige Väter, Vergewaltigung, Überforderung - jede Frau, die ihren Säugling weggibt, hat dafür gravierende Gründe. Diese Bilanz ziehen Fachleute ein Jahr nach Inkrafttreten des Gesetzes zur «vertraulichen Geburt». Das Gesetz ermöglicht Schwangeren in Not eine «halb-anonyme» Geburt im Krankenhaus. Das ist weniger gefährlich als eine einsame Geburt zu Hause und macht es später für die Kinder auch leichter, ihre biologischen Mütter wiederzufinden. 95 Frauen haben sich bisher dafür entschieden, ihr Kind nach der neuen Regelung zur Welt zu bringen. Sie gaben im Krankenhaus ein Pseudonym an. Ihren wahren Namen kennt nur die Mitarbeiterin der Schwangerschaftsberatung.

Umstrittene Babyklappen existieren weiterhin
Ein Säugling, der in einer Babyklappe abgelegt wird, hat später fast keine Chance, seine biologische Mutter wiederzufinden. Bei der «vertraulichen Geburt» ist das anders. Zwar bleibt die Mutter die ersten 16 Jahre nach der Entbindung anonym. Doch falls das Kind nach Ablauf dieser Zeitspanne erfahren will, wer seine Mutter ist, wird beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben in Köln ein verschlossener Umschlag geöffnet. Außen auf dem Umschlag steht das Pseudonym, innen der richtige Name der Mutter. Angaben zum Namen des Vaters sind nicht vorgesehen.

Wie der Vorname des «vertraulich geborenen» Kindes lauten soll, kann die Mutter festlegen. Wenn sie das nicht tut, sucht das Jugendamt einen Namen aus. Sollte sich die Mutter in den ersten 15 Lebensjahren ihres Kindes entscheiden, das Band zu ihrem Kind gänzlich zu zerschneiden, dann kann sie versuchen, beim Familiengericht Einspruch gegen die Erteilung der Auskunft an ihr Kind einzulegen. Von den Frauen, die von dem Angebot der «vertraulichen Geburt» bislang Gebrauch gemacht haben, hat das zwar noch keine getan. Allerdings ist das Gesetz auch erst ein Jahr alt.

Dass eine Mutter ihr Baby plötzlich doch wieder zurückhaben möchte, ist dagegen schon vorgekommen. Fünf Fälle, bei denen es deshalb dann doch nicht zu einer Adoption kam, hat das Bundesfamilienministerium bisher gezählt. Sollte sich die Mutter allerdings erst nach dem gerichtlichen Adoptionsverfahren, das in der Regel nach etwa einem Jahr abgeschlossen ist, umentscheiden, kommt sie zu spät. Das Kind bleibt dann bei den Adoptiveltern. Eine Kontaktaufnahme seitens der Mutter ist nicht mehr möglich.

Hilfetelefon für Schwangere in Not: 0800 40 40 020

Quelle: dpa



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