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24.07.2014

Gebärmutterhalskrebs - über 50 steigt das Risiko

Drei von vier Frauen, die an einem Gebärmutterhalskrebs sterben, sind über 50 Jahre alt. Das liegt vor allem daran, dass in diesem Alter Besuche beim Frauenarzt bei den meisten Frauen nicht mehr auf der Tagesordnung stehen. Deshalb verstreicht kostbare Zeit, in der Vorstadien dieser heimtückischen Erkrankung erkannt und erfolgreich behandelt werden könnten. „Wenn eine Frau ihre Familienplanung abgeschlossen hat, keine Verhütung mehr braucht und auch keine Beschwerden mit den Wechseljahren oder mit einer Beckenbodenschwäche hat, dann fehlt der Anlass, zum Frauenarzt zu gehen", erläutert Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, die Situation. „Irgendwann fällt ihr dann ein, dass sie ja schon länger nicht zur Krebsfrüherkennungs-Untersuchung war, aber dann fehlt die Telefonnummer, oder in der Praxis hat inzwischen ein Nachfolger angefangen, den sie nicht kennt, und immer schiebt sich etwas anderes dazwischen." Bei vielen Frauen kommen aber noch ganz andere Befürchtungen hinzu: „Was soll ich denn dort sitzen zwischen den vielen Schwangeren?" Oder „Ich habe so zugenommen, da schäme ich mich, zum Frauenarzt zu gehen." Oder „Ich war so oft zur Krebsfrüherkennung, und nie war etwas Auffälliges dabei. Dann wird es auch schon weiter gut gehen."

Das ist ein sehr großer und folgenschwerer Irrtum. Denn es kann viele Jahre dauern, bis sich aus kleinsten Zellveränderungen typische Vorstadien der Krebserkrankung, danach Frühformen und später der voll ausgeprägte bösartige Prozess entwickeln. „Wenn die Krankheit im Frühstadium entdeckt wird und die Krebszellen noch nicht tief in das Gewebe eingedrungen sind, so erreichen wir eine hundertprozentige Heilung", so der Frauenarzt. „Wenn auch Frauen nach den Wechseljahren weiterhin regelmäßig zur Krebsfrüherkennung gehen würden, dann könnten wir jedes Jahr viele schwere Krebserkrankungen und auch Todesfälle verhindern."

Denn bei der Behandlung der Frühstadien des Krebs ist nur eine kleine Operation notwendig, keine Chemotherapie und keine Bestrahlung. Wird der Krebs erst später entdeckt, wenn er tiefer ins Gewebe eingedrungen ist und vielleicht auch schon Ableger in den Lymphknoten zu finden sind - der Krebs des Gebärmutterhalses verursacht bis in späte Krebsstadien hinein meist keinerlei Krankheitszeichen -, dann wird die Behandlung sehr eingreifend, und die Überlebenschancen sinken deutlich. 
  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abbildung 1. Im Jahr 2010 wurden in Deutschland 4662 Erkrankungen an Gebärmutterhalskrebs festgestellt. Die Grafik zeigt die Aufteilung in die Altersgruppen. © BVF

 Abbildung 2. Im Jahr 2010 starben 1525 Frauen am Gebärmutterhalskrebs. Die Grafik zeigt die Altersaufteilung. Bei jüngeren Frauen wird die Erkrankung meist im Frühstadium entdeckt und kann sicher geheilt werden. Ältere Frauen gehen seltener zur Krebsfrüherkennungs-Untersuchung. Deshalb wird bei ihnen der Krebs häufiger im Spätstadium entdeckt und dann dann oftmals nicht mehr vollständig geheilt werden. (Quelle: Krebsregisterdaten 2010, Robert-Koch-Institut,© BVF)

Quelle: BVF



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